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Alligator Malans hat seinen Shootingstar zurück

Nach zwei Saisons in Schweden kehrt Tim Braillard zu Alligator Malans zurück. Der 27-Jährige freut sich auf das offensive Unihockeyspiel in der Schweiz. Mit den Alligatoren will er Titel gewinnen und als Führungspersönlichkeit vorangehen.

Stefan
Salzmann
Montag, 23. März 2020, 07:35 Uhr Unihockey
Nach zwei Saisons in Schweden geht Tim Braillard (in rot) wieder für Alligator Malans auf Torejagd.
KEYSTONE

Tim Braillard hatte die Qual der Wahl. Erneut Schweden oder zurück in die Schweiz? Weiterhin Unihockey spielen in der besten Liga der Welt oder doch vermehrt auf den Beruf setzen? Der 27-Jährige hat sich entschieden und kehrt auf die kommende Spielzeit nach zwei Saisons in Skandinavien in die Schweiz zurück. Und setzt so auf seine berufliche Zukunft. Klar ist nun auch, für welchen Verein er wieder Tore schiessen will: Alligator Malans, sein Herzensklub – von dem er vor zwei Jahren nach Mullsjö AIS in Schweden gewechselt hatte. Er einigte sich mit den Verantwortlichen auf einen Zweijahresvertrag. Auch wenn sich Braillard auf die Alligatoren-Familie freut, war der Entscheid kein einfacher. «Zuerst musste ich mir überlegen, wo ich nach meinem Studium meinen Berufseinstieg in Betriebsökonomie und Sportmanagement wagen kann.» In Graubünden sei die Auswahl im Vergleich zu anderen Kantonen beschränkt gewesen.

So traten neben Malans auch Klubs wie Zug United, Rychenberg Winterthur und Floorball Köniz an den abschlussstarken Center heran. Sie unternahmen viel, um Braillard zu verpflichten. Trotzdem entschied er sich für die Alligatoren, «auch weil ich ab Herbst das zweijährige Trainee-Programm bei der Graubündner Kantonalbank absolvieren kann».

Offensiveres Unihockey

Braillard ist glücklich mit der Lösung, die ihm beruflich und sportlich bestens passt. Er sagt aber auch, dass der Reiz sich bei einem anderen Klub neu zu etablieren, vorhanden gewesen wäre. «Zug, Winterthur und Köniz haben mir die Entscheidung wirklich nicht einfach gemacht. Das Gesamtpaket hätte auch bei diesen drei Teams gestimmt.»

Braillard wird sich in der Schweiz wieder auf ein offensiveres Unihockey einstellen dürfen. Etwas, was dem Prättigauer gefällt: «In Schweden ist das Spiel taktischer und defensiver ausgerichtet.» Vor allem freut er sich auf das hohe Pressing, für das Malans auch schon zu seiner Zeit bekannt war. Und Braillard will nicht einfach nur in die NLA zurückkehren, er will Titel gewinnen. Etwas, was ihm in Schweden verwehrt geblieben ist. «Meister zu werden war mein Ziel. Schade, dass es nicht geklappt hat», sagt Braillard. Verpasstes will er nun mit Alligator Malans nachholen. «Einen Meistertitel als Führungsspieler mit meinen langjährigen Teamkollegen holen zu können, wäre das Grösste.»

Erringen die Alligatoren in absehbarer Zeit den Titel, dann will Braillard eine andere Rolle spielen als noch 2013 beim letzten Erfolg in der Meisterschaft. «Da war ich ein junger Drittlinienspieler. Entscheidenden Einfluss hatte ich nicht.» Nun sieht er sich als Führungspersönlichkeit und hat keine Angst vor hohen Erwartungen: «Ich mag es unter Druck zu spielen und bin wohl diejenige Person, welche die höchsten Erwartungen an sich selbst hat.»

Auf starke folgt schwächere Saison

Dass der Bündner unter Druck gross auftrumpfen kann, hat er in seiner ersten Spielzeit bei Mullsjö AIS gezeigt. Zum Saisonende wurde er als bester Center der Liga ausgezeichnet. «Der Konkurrenzkampf war sehr gross, deshalb habe ich mir viel Druck gemacht und viel leisten wollen», sagt Braillard. Das habe zwar sogleich gut funktioniert, dafür sei das Geniessen, in der besten Liga der Welt spielen zu dürfen, etwas zu kurz gekommen.

Schaut der 27-Jährige auf seine zweite Saison zurück, sagt er: «Sicher bin ich weniger zufrieden als mit meiner ersten Spielzeit. Vor allem auch, weil ich das Gefühl hatte, ein noch kompletterer Spieler zu sein, als bei meiner Ankunft in Schweden.» Nach Erklärungen suchend sagt Braillard: «Einerseits habe ich es nicht geschafft, genügend konstant zu sein und andererseits kamen mir der Trainerwechsel zu Beginn der Saison und die immer wieder neu zusammengestellten Formationen nicht entgegen.» Trotzdem blickt Braillard auf eine erfolgreiche Zeit in Schweden zurück: «Ich bin ganz sicher ein besserer Unihockeyspieler geworden», sagt er.

Kevin Nylund geht nach Hause

Ausser der Rückkehr von Tim Braillard halten sich die Verantwortlichen von Alligator Malans mit Transfermeldungen zurück. Bisher ist nur der Abgang von Kevin Nylund nach Finnland bekannt. Mit dem Wechsel des Finnen verbleiben drei weitere Ausländer im Kader – so, wie es das Ausländerkontingent auf die nächste Saison vorsieht.

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