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So reagieren die Bündner NLA-Klubs auf das abrupte Saisonende

Am Donnerstagabend hat Swiss Unihockey entschieden, den Spielbetrieb aufgrund des Coronavirus in allen Schweizer Ligen per sofort einzustellen. Wir haben bei Verantwortlichen der Bündner NLA-Klubs Piranha Chur, Alligator Malans und Chur Unihockey nachgefragt, was diese Situation für ihren Klub bedeutet.

Südostschweiz
Freitag, 13. März 2020, 14:24 Uhr Unihockey
Die Bündner Unihockeyklubs, hier Chur Unihockey, sind vom Saisonabbruch sichtlich betroffen.
KEYSTONE

Stefan Caprez, Präsident Piranha Chur
«Wir verspüren eine grosse Leere. Wir haben auf das grosse Ziel, den Superfinal, hingearbeitet und nun ist plötzlich alles vorbei. Mir tut es vor allem für die Spielerinnen leid. Das ist brutal. Vorerst werden wir mit dem Training wohl fortfahren. Das müssen letztendlich aber auch die Spielerinnen entscheiden. Unser Unihockey-Herz blutet. Sowohl mit dem U21- als auch dem NLA-Team hätten wir diese Saison sehr erfolgreich sein können. Mit den Einnahmen der Viertelfinals, Halbfinals und vor allem des Superfinals haben wir insgeheim natürlich gerechnet. Vor allem die ausbleibenden Einnahmen in den Bereichen Festwirtschaft sowie Sponsorenprämien werden wir sicher spüren. Nun müssen wir da verhandeln und schauen, ob wir trotzdem noch etwas erhalten.»

Caprez: «Das ist brutal»

TV Südostschweiz, 13.03.2020.

Thomas Hitz, Sportchef Alligator Malans
«Dass es dieses Jahr keinen Meister gibt, ist sehr bedauernswert. Nach der Entwicklung in den anderen Sportarten wussten wir aber, dass wir auch mit dem Saisonabbruch zu rechnen haben. Nun müssen wir uns mit der Situation arrangieren. Die Playoff-Zeit ist auch finanziell die lukrativste – diese entfällt nun. In welchem Umfang sich der finanzielle Schaden bewegen wird, können wir im Moment noch nicht beziffern. Der Vorstand von Alligator Malans wird nun die weiteren Entscheide des BAG abwarten und dann entscheiden, ob und wie es mit dem Trainingsbetrieb weitergeht.»

Daniel Kunfermann Maissen, Sportchef Chur Unihockey
«Nach dem Entscheid war in der Mannschaft grosses Bedauern spürbar. Die Spieler wollen spielen und nicht nur trainieren. Gerade die Playoffs sind auch emotional nochmals auf einem anderen Level als die Qualifikation. Auf der anderen Seite war Verständnis und auch Akzeptanz für die Situation vorhanden. Besonders der Entscheid, dass alle Ligen gleich behandelt werden, wurde wohlwollend zur Kenntnis genommen. Wir stehen in der Verantwortung, unsere Spieler und Vereinsangehörigen und ihre Gesundheit zu schützen. Das hat jetzt höchste Priorität. Welche finanziellen Auswirkungen die derzeitige Situation auf unseren Verein hat, ist derzeit schwierig abzuschätzen. Neben entgangenen Ticketeinnahmen bleiben auch Festwirtschaftseinnahmen, etwa von Juniorenturnieren, aus. Um die verpassten Playoff-Einnahmen abzufangen, wurde eine Solidaritätskasse auf unserer Website eingerichtet. Der Trainingsbetrieb wird aktuell weitergeführt, solange die Massnahmen nicht weiter verschärft werden und die Schulen offen bleiben. Es sind jedoch alle Trainerinnen und Trainer angewiesen die Präventionsmassnahmen des BAG im Trainingsbetrieb durchzusetzen.»

(egt/krt)

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