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Viel Krampf und kein Lohn für die Alligatoren

Auch das dritte Spiel in der Playoffviertelfinalserie geht an die Auswärtsmannschaft. Der HC Rychenberg Winterthur hat sich gegen fehlerhafte Malanser mit 6:5 durchgesetzt. Ausschlaggebend war letztlich die grössere Effizienz der Zürcher.

Südostschweiz
Sonntag, 08. März 2020, 08:26 Uhr Unihockey

von Thomas Rentsch, UHC Alligator Malans

Auch wenn die Alligatoren die Gäste in deren Zone einschnürten, mit wütendem Offensivspiel und Pressing in arge Nöte brachten, war es am Samstagabend immer das gleiche Lied: Zum Beispiel beim Start ins letzte Drittel, als sich Remo Buchli in Unterzahl den Ball schnappte und Joshua Schnell bediente, der den Anschlusstreffer zum 3:5 markierte. Vier Minuten später, in einem raren Moment, wo sich die Winterthurer aus der Umklammerung lösen konnten, stellte Stürmer Keller aber wie aus dem Nichts den Dreitorevorsprung für sein Team wieder her. So mussten die Alligatoren hart arbeiten, während dem Gegner der Lohn zufiel. Ein unermüdlich rackernder Schnell fand nach dem Spiel klare Worte: «Wir waren 40 Minuten lang zu wenig gut – und übers ganze Spiel waren unsere Gegner einfach effizienter in der Chancenauswertung.»

Lebhafte Alligatoren zu Beginn

Mit ein Grund für die Niederlage waren vor allem im ersten Drittel einige grobe Fehler im Passspiel oder in der Ballkontrolle, die dem HCR ein Gefühl für das Spiel zu geben schien: Das Warten auf Malanser Fehler wird sich auszahlen.

Die Begegnung startete mit lebhaften Alligatoren, die sich die ersten Chancen des Spiels erarbeiteten, aber schon nach fünf Minuten mit zwei Toren im Hintertreffen waren. Michel Wöcke und Best Player Patrick Doza kriegten zu viel Platz und Zeit vor Torhüter Wittwer zugestanden. Winterthur fing in dieser Zeit viele Querpässe ab, was insbesondere die dritte Malanser Linie zu verunsichern schien. Nach einer tollen Parade von Jonas Wittwer gelang der ersten Sturmformation ein zwingender Angriff: nach schnellem Passspiel von Valentin Schubiger über Schnell bezwang Jarkko Nurmela mit viel Willen den Winterthurer Schlussmann einhändig (16.). Für das dritte Tor der Gäste war wiederum Patrick Doza besorgt, der einen Konter nach durchschauter Spielauslösung in der 19. Minute verwerten konnte.

Nach taktischen Umstellungen wirkte Malans im zweiten Drittel etwas stabiler. In der 24. Minute erkämpfte sich Schnell den Ball und passte zu Valentin Schubiger, der sein erstes Tor in der NLA erzielen konnte. Das Zusammenspiel der beiden Jungspunde funktionierte gut, man kennt sich aus gemeinsamen Juniorenzeiten: «Wir haben nicht allzu oft zusammengespielt. Es ist aber cool, wie sich unsere Arten zu spielen ergänzen», meinte Schnell über seinen Sturmpartner. Die beiden ergänzten sich auch sehr gut mit Jarkko Nurmela und konnten sich auf die Absicherung durch die erfahrenen Verteidiger Berry und Tromm verlassen.

Mit einem Doppelschlag durch Wöcke und Braillard konnten sich die Gäste aber zu Spielmitte wieder absetzen – was der Malanser Spielanlage nicht zum Besten diente. Insbesondere der finnische Verteidiger und Topskorer des HCR, Tuomas Iiskola las viele Pässe und betätigte sich als «Balldieb».

Spannung in der Schlussphase

Als Dan Hartmann in der 49. Minute in Überzahl einen geschickt verzögerten Pass von Kevin Nylund volley verwertete, war die Schlussphase eingeläutet. Dabei konnte das Rychenberger Bollwerk aber nur noch einmal geknackt werden: Kevin Berry traf nach einem Sololauf in der 55. Minute zum 5:6. Die anrennenden Alligatoren fanden auch ohne Torhüter und mit sechs Feldspielern keinen Treffer mehr.

«Wir müssen noch aggressiver und mutiger spielen, und dies zwingend über 60 Minuten», ortete Schnell Verbesserungspotential. Wichtig scheint auch, dass dies die gesamte Mannschaft geschlossen umsetzt. Gegen die mühsame defensive Einstellung der Rychenberger sind technische Qualität und Geduld weitere Faktoren. Für die Alligatoren ist weitern alles drin in dieser Serie – der Gegner liegt definitiv in Reichweite. Am Samstag (17 Uhr) wird Spiel 4 live auf SRF gezeigt. 

«Der HCR hat seine Konterchancen heute besser genutzt als wir. Ich habe das Gefühl, dass unsere Intensität etwas zu tief war», sagte Cheftrainer Oscar Lundin nach dem Spiel. «Jetzt haben wir eine Woche Zeit, um unsere Batterien wieder zu laden. Wir werden bereit sein!»

UHC Alligator Malans - HC Rychenberg Winterthur 5:6 (1:3, 1:2, 3:1)

Sporthalle Lust, Maienfeld. 177 Zuschauer. SR Fässler/Schläpfer.

Tore: 2. M. Wöcke (D. Keller) 0:1. 5. P. Doza (T. Iiskola) 0:2. 16. J. Nurmela (J. Schnell) 1:2. 19. P. Doza (S. Gutknecht) 1:3. 24. V. Schubiger (J. Schnell) 2:3. 28. M. Wöcke (P. Doza) 2:4. 29. H. Braillard (T. Studer) 2:5. 41. J. Schnell (R. Buchli) 3:5. 45. D. Keller (S. Gutknecht) 3:6. 49. D. Hartmann (K. Nylund) 4:6. 55. K. Berry (J. Nurmela) 5:6.

Strafen: 1mal 2 Minuten gegen UHC Alligator Malans. 1mal 2 Minuten gegen HC Rychenberg Winterthur.

Timeout Rychenberg Winterthur (55.), Malans (58., anschliessend ohne Torhüter)

Pfostenschüsse: 2-mal Rychenberg Winterthur, 1-mal Malans

Alligator Malans: Wittwer; Berry, Tromm; Flütsch, Obrecht; Camenisch, Veltsmid; Schubiger, Nurmela, Schnell; Gartmann, Buchli, Vetsch; Hartmann, Nett, Nylund.

Ersatz: Vogt, M. Hartmann, Tarnutzer, Meiler, Holenstein.

Verletzt: Eriksson-Elfsberg, Schmid, Thöny, Friolet, Capatt.

Rychenberg Winterthur: Gruber; Dall`Oglio, Conrad; Iiskola, Gutknecht; T. Aeschimann, N. Aeschimann; Neubauer, Nussbächer; Braillard, Studer, Püntener; Doza, Keller, Wöcke; Krebs, Schaub, Kern; Grunder, Ott, Lutz. Ersatztorhüter: Schüpbach

Beste Spieler: Joshua Schnell für Alligator Malans, Patrick Doza für Rychenberg Winterthur.

 

Playoff-Viertelfinals (best of 7), 3. Runde

Wiler-Ersigen (1. der Qualifikation) - Chur (8.) 13:4; Stand 3:0. Köniz (3.) - Zug (5.) 5:3; Stand 1:2. Malans (4.) - Rychenberg Winterthur (7.) 5:6; Stand 1:2. - Am Sonntag (18.00 Uhr): Grasshoppers (2.) - Waldkirch-St. Gallen (6.); Stand 2:0.

Die nächsten Spiele. 4. Runde. Freitag, 13. März: Waldkirch-St. Gallen - Grasshoppers (20.00 Uhr). - Samstag, 14. März: Zug - Köniz (17 Uhr). Rychenberg Winterthur - Malans (17).

Playout. 4. Runde: Sarnen (12.) - Uster (9) 1:7; Schlussstand 0:4. Thun (11.) - Langnau (10.) 6:5 n.V.; Stand 1:3. - Am Sonntag. 5. Runde: Langnau - Thun (14.30 Uhr).

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