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Zug erstmals Cupsieger - Piranha gelingt Revanche

Zug United ist zum ersten Mal Unihockey-Cupsieger. Die Zentralschweizer gewinnen den Final gegen Malans in der ausverkauften Wankdorfhalle in Bern 6:5 n.V. Bei den Frauen holt Piranha Chur den Titel.

Agentur
sda
Samstag, 22. Februar 2020, 23:24 Uhr Unihockey

Im Vorfeld war ja spekuliert worden, dass Malans aufgrund der Erfahrung im Vorteil sein würde, schliesslich standen die Bündner in diesem Jahr bereits zum siebten Mal in einem Cupfinal. Doch die Zuger zeigten bei ihrer Endspiel-Premiere keinerlei Berührungsängste.

Nach vier Minuten brachte Emil Julkunen die aufsässig und aggressiv agierenden Zuger in Führung. Der Finne, in der Qualifikation der zweitbeste Skorer für die Mannschaft von Nicklas Hedstal, sollte in dieser Partie eine tragende Rolle übernehmen.

Als der 29-Jährige acht Sekunden vor der zweiten Pause seinen zweiten Treffer erzielte und sein Team mit 4:2 in Führung schoss, schaffte er eine gute Ausgangslage dafür, dass die Zuger erstmals und er nach 2017 (mit den Grasshoppers) zum zweiten Mal die Cup-Trophäe würde in Empfang nehmen können. Doch Joshua Schnell und Kevin Nylund glichen das Geschehen neun Minuten vor der Schlusssirene zum dritten Mal aus. Auf den dritten Treffer Julkunens hatte wiederum Schnell die passende Antwort, sodass in der regulären Spielzeit keine Entscheidung mehr fiel.

In der Verlängerung boten sich beiden Teams ausgezeichnete Möglichkeiten. Zum zweiten Mal in dieser Partie konsultierten die Schiedsrichter das Video, nachdem die Zuger einen Abschluss vermeintlich im Tor gesehen hatten. Der Jubel verstummte zwar schnell, wenig später, nachdem ein satter Schuss von Alexander Larsson im Netz zappelte, bestand aber kein Zweifel mehr am ersten Cupsieg des erst 2004 gegründeten Vereins.

Es ist ein Erfolg, der den Zentralschweizern die wenigsten zugetraut hätten. Vor der Saison war vielmehr prognostiziert worden, dass sie hart um die Playoffqualifikation würde kämpfen müssen, nachdem mit Patrik Rokka und Billy Nilsson zwei der besten Skorer und insgesamt 92 Punkte die Mannschaft verlassen hatten. Dass Prognosen nicht immer eintreffen, haben die Zuger am Samstag eindrücklich bewiesen.

Malans wartet somit weiter auf den fünften Cupsieg.

Piranha Chur behauptet sich gegen Kloten-Dietlikon

Im letzten Drittel schien es noch einmal spannend zu werden. Als Hana Konickova kurz nach Wiederbeginn das Geschehen zum 2:2 ausglich und damit das 0:2 aus dem Startdrittel wettgemacht war, schien das Momentum auf die Seite von Kloten-Dietlikon zu kippen. Zumal Piranha Chur längst nicht mehr so zielstrebig und gefährlich agierte wie noch zu Beginn dieses Cupfinals in Bern.

Doch es kam anders, und die 2295 Zuschauer in der gut gefüllten Wankdorfhalle sollten in der Folge eine beeindruckende Schlussoffensive der Churerinnen sehen. Nach dem neuerlichen Führungstreffer durch Seraina Ulber benötigte die Equipe von Mark van Rooden nur gerade 3 Minuten und 11 Sekunden, um von 3:2 auf 7:2 davonzuziehen. «Lieber im Mitteldrittel eine Baisse als dann am Schluss», meinte Katrin Zwinggi mit einem Schmunzeln. Die Verteidigerin war die überragende Figur bei Piranha Chur auf dem Weg zum dritten Cupsieg der Vereinsgeschichte. Sie erzielte die ersten beiden Treffer, legte den vierten von Anja Dellagiovanna auf und krönte ihre starke Leistung mit ihrem dritten Tor zum 6:2.

Die 30-Jährige stellte das Kollektiv in den Vordergrund, lobte die Teamkolleginnen und schob dann doch nach: «Es ist mir schon sehr gut gelaufen.»

Damit ist es dem Titelverteidiger erneut nicht gelungen, den Cuptitel zu verteidigen. Seit dem Titelhattrick der Dietlikerinnen 2017 ist dies keinem Team mehr gelungen.

Für die Bündner Qualifikationssiegerinnen ist der Cupsieg eine Motivationsspritze beim Versuch, den ewigen Zürcher Rivalinnen den Titel auch in der Meisterschaft abzujagen. Chur startet am kommenden Samstag gegen Laupen in die Playoff-Viertelfinals, Kloten-Dietlikon empfängt gleichentags Rychenberg Winterthur.

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