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Schweizerinnen nach unglaublicher Wende im WM-Final

Die Schweizerinnen schaffen an der Heim-WM nach einem 1:6-Rückstand noch den Einzug in den Final. Sie schlagen Tschechien 7:6 nach Verlängerung und spielen am Sonntag gegen Schweden um Gold.

Südostschweiz
Samstag, 14. Dezember 2019, 22:33 Uhr Unihockey
Die Schweizer Unihockeyannerinnen stehen nach einer dramatischen Wende im WM-Final
Die Schweizer Unihockeyannerinnen stehen nach einer dramatischen Wende im WM-Final
KEYSTONE/SALVATORE DI NOLFI

Das ist wohl nur im Unihockey möglich. Noch zwei Minuten vor Schluss lagen die Schweizerinnen mit 2:6 zurück, doch nahm das «Wunder von Neuenburg» seinen Lauf. Dank vier Treffern von Julia Suter (2), Seraina Ulber und Michelle Wiki innerhalb von 79 Sekunden glichen sie zum 6:6 aus und erzwangen eine Verlängerung. In dieser gelang wiederum Wiki, einer der erfahrensten Akteurinnen im ohnehin routinierten Team, nach 64:34 Minuten die Entscheidung zum 7:6 und zur erst dritten Qualifikation der Schweizerinnen für einen WM-Final - und, vielleicht, der vorletzte Schritt zum zweiten WM-Titel nach 2005.

Die Schweizerinnen waren sich der Schwierigkeit ihrer Halbfinal-Aufgabe sehr wohl bewusst gewesen. In den letzten vier Direktbegegnungen gegen die Osteuropäerinnen hatten Niederlagen resultiert, zudem waren zuvor die letzten drei WM-Bronzespiele jeweils nur denkbar knapp zu ihren Gunsten ausgegangen.

Captain Flurina Marti, Spielerin bei Piranha Chur, meint nach dem Spiel: «So ein Comeback habe ich selten erlebt. Ich bin sehr stolz auf das ganze Team.» Die Tschechinnen seien sehr gut ins Spiel gestartet. Dass die Schweizerinnen dann das Spiel wenden konnten, sei umso erfreulicher.

Doch dann missglückte dem Team von Rolf Kern der Start komplett. Die nervös und wie blockiert wirkenden Schweizerinnen gerieten früh innert 97 Sekunden mit 0:3 in Rückstand. Spätestens als den vom Schweizer Sascha Rhyner gecoachten Tschechinnen mit dem fünften Tor ihres Paradeblocks in der 44. Minute das 6:1 gelang, schien die Partie endgültig gelaufen zu sein - bis zum «Wunder von Neuenburg».

Torhüterin Lara Heini sagt gegenüber Patrick Ulber von Radio Südostschweiz: «Ich muss ehrlich sagen, so etwas habe ich noch nie erlebt. Ich kann es auch gar noch nicht fassen.» Heini sagt selbst, sie habe nicht an eine Kehre im Spiel gedacht. Das Team aber schon, deshalb habe es auch geklappt, so Heini. (sda/so)

Am Sonntag treffen die Schweizerinnen im Kampf um Gold auf Schweden, das sich gegen die Finninnen weit schwerer tat als erwartet und bis zuletzt um den knappen 5:4-Erfolg bangen musste. Trotzdem steht das Team von Rolf Kern vor einer Herkulesaufgabe und wird diese als krasser Aussenseiter in Angriff nehmen. Der bislang einzige Sieg gegen die Schwedinnen, die ihren siebten Titel in Serie anstreben, liegt nämlich fast 15 Jahre zurück. Gegen die Skandinavierinnen gingen zudem alle neun bisherigen Direktbegegnungen an Titelkämpfen verloren, die letzte vor zwei Jahren gleich mit 3:12, der Halbfinal an der letzten Heim-WM 2011 mit 2:11.

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