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Schweizerinnen bezwingen die favorisierten Finninnen

Die Schweizer Unihockeyanerinnen lancieren die WM in Neuenburg mit einem verdienten 7:4-Erfolg gegen Finnland so richtig. Es ist nach sechs Niederlagen der erste Sieg gegen die Nordländerinnen. Wir haben nach der Partie mit Torhüterin Lara Heini geredet.

Agentur
sda
Sonntag, 08. Dezember 2019, 15:56 Uhr Unihockey
Die Schweizerinnen freuen sich riesig über den Sieg im Schlüsselspiel gegen Finnland
Die Schweizerinnen freuen sich riesig über den Sieg im Schlüsselspiel gegen Finnland
KEYSTONE

Die Equipe von Nationaltrainer Rolf Kern zeigte gegen den Favoriten eine überzeugende Leistung. Die Schweizerinnen gerieten auch nach dem 1:2-Anschlusstreffer der Finninnen in der 24. Minute nicht aus dem Konzept und gingen nur 32 Sekunden später dank Michelle Wiki wieder mit zwei Toren in Führung.

Was danach folgte, war lange Zeit ein Kürlaufen. Die Schweizerinnen bauten den Vorsprung vor dem begeisterten Publikum noch im zweiten Drittel auf 5:1 aus, und spätestens mit dem Penalty-Treffer von Corin Rüttimann zum 6:1 (51.) schien die Vorentscheidung gefallen zu sein. Die Finninnen gaben aber nicht auf, kamen gut drei Minuten vor Schluss auf 4:6 heran und brachten die Gastgeberinnen noch ins Zittern. Diese wankten zwar kurz, fielen aber nicht - Margrit Scheidegger machte mit dem 7:4 (60.) alles klar.

Mit diesem Erfolg haben die Schweizerinnen ihre Ambitionen an der Heim-WM eindrücklich bestätigt. Mit dem alles andere als selbstverständlichen Erfolg wurde zudem wohl ein erstes Ziel erreicht - einem Halbfinal gegen Titelverteidiger Schweden aus dem Weg zu gehen.

Corin Rüttimann verwertet einen Penalty zum 6:1.

Heini will den Sieg feiern

Lara Heini sprach nach dem 7:4 von einem phantastischen Gefühl. «Das gute Gefühl begann bereits beim Einlauf in die Arena, sagte die Churerin zu RSO-Reporter Patrick Ulber.

«Ich hatte Hühnerhaut und begann beinahe zu weinen. Die zahlreichen Schweizer Fahnen und die lautstarke Unterstützung blieben bis zum Ende des Spiels. Das hat uns geholfen und ist phantastisch», sagte die zur besten Schweizerin ausgezeichnete Heini nach der Partie. Als Unterschied sah die Churerin das Feuer und die Dynamik im Team. «Jede ist für jede gegangen heute. Das verlangt man zwar immer, aber heute war es wirklich der Fall. Ich bin stolz auf das Team», so Heini.

Durch den Druck der Finnen gegen Ende des Spiels erlebte die Torhüterin die Schlussphase als hektisch. «Aber schliesslich reichte es und das ist das Wichtigste.» Heute will Heini den Sieg noch geniessen. «Gewonnen haben wir aber nur das positivere Gefühl, sonst noch nichts», so Heini abschliessend.

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Lara Heini gewann mit der Schweiz gegen Finnland mit 7:4 und wurde als beste Schweizerin ausgezeichnet. KEYSTONE

Mit Chiara Gredig stand in Neuenburg eine weitere Churerin im Einsatz. «Wir sind in einen Flow gekommen, alle sind für jede andere gegangen», sagte Gredig nach ihrem zweiten WM-Spiel. «Es sind unglaubliche Gefühle und es ist einfach unglaublich schön.»

Telegramm

Finnland – Schweiz 4:7 (0:2, 1:3, 3:2)

Patinoires du Littoral, Neuenburg. - 3542 Zuschauer. - SR Martin Reichelt/Tomas Kostinek (CZE). - Tore: 12. Mischler (Wiki) 0:1. 14. Liechti (Ulber) 0:2. 24. Saario (Kippilä) 1:2. 25. Wiki (Ulber) 1:3. 27. Rüttimann (Gerig) 1:4. 32. Reinhard (Suter) 1:5. 51. Rüttimann (Penalty) 1:6. 52. Karjalainen 2:6. 55. O. Kauppi (V. Kauppi, Finnland ohne Torhüter) 3:6. 57. Vallenius (S. Nieminen) 4:6. 60. Scheidegger (Mischler, Finnland ohne Torhüter) 4:7. - Strafen: Keine Strafen gegen Finnland, 1x2 Minuten gegen die Schweiz.

Finnland: K. Nieminen; Siltanen; Karjalainen, Kippilä; Vallenius, Manninen; Lampinen, Sällström; V. Kauppi, Saario, O. Kauppi; Piispa, Sundström, Hämäläinen; Leino, Saarikoski, S. Nieminen; Homi, Höynälä, Pöllänen.

Schweiz: Heini; Stella, Gredig; Marti, Reinhard; Mischler, Liechti; Frick; Scheidegger, Gämperli, Spichiger; Suter, Rüttimann, Gerig; Zwinggi, Ulber, Wiki; Hintermann, Rossier.

Bemerkungen: Saario (FIN) und Heini (SUI) als beste Spielerinnen ausgezeichnet. Finnland ab der 51. Minute zum Teil ohne Torhüterin.

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