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Die Symbolfigur für das neue Chur Unihockey

Chur Unihockey ist trotz grossem Umbruch gut in die neue Unihockey-Saison gestartet. Viel dazu beigesteuert haben auch die jungen Churer. Einer, der einen grossen Schritt nach vorne gemacht hat, ist Manuel Rieder.

Patrick
Kuoni
Freitag, 22. November 2019, 04:30 Uhr Unihockey
Manuel Rieder
Manuel Rieder ist aktuell zweitbester Skorer bei Chur Unihockey.
PHILIPP BAER

Die neue Unihockey-Saison ist erst etwas mehr als 36 Minuten alt, als Chur-Unihockey-Stürmer Manuel Rieder beim Auswärtsspiel in Thun bereits seinen zweiten Treffer und insgesamt seinen dritten Punkt an diesem Abend bucht und den Spielstand auf 6:2 erhöht. Mit diesen drei Skorerpunkten hat der 20-jährige Churer bereits seine Skorerwerte aus der ersten NLA-Saison 2017/2018 egalisiert.

Der Spieler mit der Nummer 23 steht sinnbildlich für das neue Chur Unihockey. Bei den Churern haben auf diese Saison nämlich nach vielen Abgängen und Rücktritten viele junge Spieler das Zepter übernommen. Und diese jungen Spieler haben einen entscheidenden Beitrag zum guten Saisonstart der Churer geleistet (Rang 5 mit nur zwei Punkten Rückstand auf Rang 3). Neben Rieder, der aktuell mit zehn Skorerpunkten auf Rang 2 in der internen Skorerliste liegt, ist ebenfalls mit zehn Punkten direkt dahinter der noch ein Jahr jüngere Finne Kim Hyrkkönen zu finden.

Vor dem elften Saisonspiel am Samstag zuhause gegen Köniz wollten wir deshalb von Rieder wissen, wie es zu diesem Leistungssprung gekommen ist, welche Teams Chur hinter sich lassen muss, um in die Playoffs zu kommen und wie es sich anfühlt, plötzlich gegen den einen der besten Verteidiger der Welt zu spielen.

Manuel Rieder, wie sieht Dein Fazit zum Saisonstart aus?

Mit unserem Saisonstart bin ich ziemlich zufrieden, gegen die tendenziell schwächeren Gegner haben wir viele Siege geholt. Schade ist, dass wir gegen die grossen Kaliber nur selten punkten konnten.

Chur hat aktuell durch den Umbruch ein sehr junges Kader, doch viele der jungen Spieler haben augenscheinlich einen Schritt nach vorne gemacht. Du hast beispielsweise die Skorerwerte aus den ersten zwei NLA-Saisons zusammen bereits egalisiert. Woran liegt es?

Ich habe punkto Selbstvertrauen einen Schritt nach vorne gemacht. Ausserdem bekomme ich auch mehr Spielzeit vom Trainer. Durch die Einsätze bekommst du auch mehr Vertrauen ins eigene Spiel. In den ersten zwei Jahren war die Unsicherheit ob ich spiele oder nicht sehr gross. Auch durch den Umbruch wurden jetzt Stammplätze frei. Deshalb habe ich auch gehofft, dass ich einen Schritt nach vorne machen kann.

Wo läuft es für Dich noch nicht wie gewünscht?

Häufig lief es mir gegen die schlechteren Gegner wie der ganzen Mannschaft besser. Bei den Spitzenteams ist die individuelle Klasse der Gegenspieler teilweise aber auch riesig. Ich denke da beispielsweise zurück ans letzte Spiel vor der Nationalmannschaftspause gegen Meister Wiler (Anmerkung der Redaktion: Das Spiel ging mit 0:11 verloren). Da spielte ich in der ersten Formation. Mein direkter Gegenspieler war Krister Savonen (Anmerkung der Redaktion: Der finnische Verteidiger wurde von Fachexperten 2018 zum besten Verteidiger der Welt gewählt.) Da sah ich nicht viele Bälle. Bei einem solchen Gegenspieler ist ausserdem die Nervosität schon noch etwas grösser.

Du hast noch die ganze Karriere vor dir, was sind die Ziele?

Ich will mich physisch steigern. Körperlich bin ich noch nicht so muskulös wie andere. Ich sehe meine Zukunft bei Chur. Sobald der Umbruch abgeschlossen ist, will ich mit Chur viel erreichen. Aktuell möchte ich ausserdem von erfahrenen Spielern in unserem Team lernen. Ein Traum wäre es, irgendwann in der Nationalmannschaft zu spielen. Aber der Weg dahin ist noch sehr weit. Immerhin habe ich aber Aufgebote für das U23-Nationalmannschafts-Kader erhalten.

Kurz nachgefragt:

Lieblingsgegner: Malans, weil die Hallen immer voll sind. Ich treffe diese Wahl trotz mässiger Erfolgsquote in den letzten Jahren.
Hassgegner: Auswärts aufgrund des Hallenbodens der UHC Thun, ansonsten habe ich keinen Hassgegner
Wer es Ende Saison nicht in die Playoffs schafft: Sarnen und Thun, danach wird es eng. Ich denke Uster und Langnau.
Spielertyp: Bin auf und neben dem Feld immer ruhig und zurückhaltend.
Traumlinie:
Torhüter: Christoph Reich (Chur)
Verteidigung: Krister Savonen (Wiler-Ersigen), Marcel Stucki (Chur)
Sturm: Manuel Rieder (Chur), Joonas Pylsy (Wiler-Ersigen), Paolo Riedi (Grasshoppers)

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