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Im Cup-Viertelfinal: Malans ringt den Meister nieder

Die Alligatoren haben es im Cup-Viertelfinal gegen Wiler-Ersigen aus einer brenzligen Situation geschafft und erstmals seit über zwei Jahren gegen die Berner gewonnen. Zu überzeugen vermochte insbesondere die erste Linie der Malanser.

Südostschweiz
Montag, 18. November 2019, 09:01 Uhr Unihockey
Malans erzielte gegen die Berner sechs Tore.
PRESSEBILD

von Alligator Malans

Zur zweiten Drittelspause bot sich ein Rückblick des Grauens für die Alligatoren: eine Zweitore-Führung wurde in den Spielminuten 20-40 innert Kürze hergegeben und verspielt. An sich sah das Resultat zu diesem Zeitpunkt nicht schlecht aus (2:4) – die Art und Weise wie der Mittelabschnitt spielerisch verlief, musste den Bündnern hingegen zu denken geben. Der Wiler-Express nahm in bekannter Manier Fahrt auf und überrollte den Gegner. Malans wehrte sich mit allem, was zur Verfügung stand und kam trotzdem dauernd zu spät. Besonders der finnische Topskorer Joonas Pylsy wirbelte mit Speed und Torhunger die Malanser Defensive Mal für Mal durcheinander.

Nach dem vorabendlichen Debakel gegen Rychenberg Winterthur (6:1 Führung verspielt) war der Trainerstaff um Oscar Lundin also gefordert. Und offensichtlich konnte der Pausen-Input das Feuer in den Spielern wieder entfachen. Mit der vorhersehbaren Umstellung auf zwei Formationen gelang es zudem, die Berner nun vor schwierige Aufgaben zu stellen. Mit einem raschen Turnover schickte Dan Hartmann in der 43. Minute Joshua Schnell in die Tiefe, der Jarkko Nurmela vor dem Tor zum Anschlusstreffer bediente. Und plötzlich häuften sich die Erträge für die Alligatoren beim nun etwas höheren Pressing, es ergaben sich gute Torchancen. Insbesondere der ersten Linie, um Center Dan Hartmann, gelang es nun oft die sehr erfahrene Defensive des Schweizermeisters zu Fehlern zu zwingen. Veltsmid und Schnell vergaben daraus hervorgehend hochkarätige Möglichkeiten. Wiler hatte bis zu diesem Zeitpunkt eine ungewohnte Vielzahl Abschlüsse neben das Gehäuse von Jonas Wittwer zu verzeichnen, dessen Glanztaten später im Spiel noch sehr erforderlich sein sollten. In der 51. Spielminute reagierte Joshua Schnell nach einem Freistoss am raschesten und bezwang Wiler-Goalie Menetrey aus kurzer Distanz. Als nur kurze Zeit später Nationalverteidiger Bischofberger für ein Bodenspiel auf die Strafbank geschickt wurde, erzielte Kevin Nylund im Powerplay auf Halblinks geduldig und präzis den Führungstreffer. Mit dieser Ausgangslage in der 55. Minute kippte das Momentum auf Bündner Seite und für eine kurze Zeit schien der Meister von einer lähmenden Blockade befallen. Remo Buchli luchste Tatu Vänänen den Ball ab und bediente Joshua Schnell für den Doppelschlag zur Zweitore-Führung innert 18 Sekunden. Der Einbruch im Berner Spiel war indes nur von kurzer Dauer, mit gebündelten Kräften forcierten die Mannen von Thomas Berger nun ihre Offensive. In den letzten vier Spielminuten wurde das Malanser Tor unter Beschuss genommen und anders als zuvor, fanden die Schüsse nun den Weg aufs Tor. Pylsy erzielte erst im Powerplay den Treffer zum 5:6 (56`) und zwei Minuten vor Spielende setzte Wiler zum wohl gefürchtetsten 6 gegen 5 Überzahlspiel der Liga an. Jonas Wittwer rettete gegen das Spielende mit tollen Fuss- und Handreflexen den Sieg für die Alligatoren über die reguläre Spielzeit.

Die Alligatoren haben sich mit diesem Sieg eine hervorragende Ausgangslage im Schweizer Cup verschafft. Nach dem Ausscheiden der Spitzenteams Wiler-Ersigen und GC kommen als Halbfinalgegner mit dem HC Rychenberg, Zug United und den Titelverteidigern aus Langnau nominell lösbare Aufgaben auf die Malanser zu. Überheblichkeit ist aber nach den zwei Spielen dieses Wochenendes, mit gesamthaft drei enttäuschenden Dritteln, nicht angezeigt. Der Sieg gegen Wiler zeugt jedoch von den Möglichkeiten der Herrschäftler, wenn mit wenig Fehlern und absolutem Siegeswillen agiert wird.

Das sagt Headcoach Oscar Lundin zum Spiel: «Es war ein Spiel zwischen zwei guten Mannschaften. Im ersten Drittel haben wir gut gekontert und Jonas Wittwer geholfen. Das zweite Drittel war von uns zu passiv – Wiler agierte da sehr stark, setzte uns mit Ballbesitz unter Druck. Aber mit dem letzten Abschnitt bin ich sehr zufrieden. Das war ein `Alligator-Drittel`. Wir spielten entschlossener und provozierten Wiler zu Fehlern.»

SV Wiler-Ersigen - UHC Alligator Malans 5:6 (0:2, 4:0, 1:4)
Sportanlage Grossmatt, Kirchberg BE. 451 Zuschauer. SR Fässler/Schläpfer.
Tore: 5. J. Schnell 0:1. 5. K. Nylund (R. Buchli) 0:2. 22. R. Sikora (N. Bischofberger) 1:2. 23. N. Mutter (P. Affolter) 2:2. 30. J. Pylsy 3:2. 40. J. Pylsy (M. Louis) 4:2. 43. J. Nurmela (J. Schnell) 4:3. 51. J. Schnell (J. Nurmela) 4:4. 55. K. Nylund (J. Nurmela) 4:5. 55. J. Schnell (R. Buchli) 4:6. 56. J. Pylsy (T. Väänänen) 5:6.
Strafen: 1mal 2 Minuten gegen SV Wiler-Ersigen. 2mal 2 Minuten gegen UHC Alligator Malans.

Alligator Malans:Wittwer; Tromm, Gartmann; Veltsmid, Camenisch; Berry, Obrecht; Nurmela. Hartmann, Schnell; Nylund, Eriksson-Elfsberg, Buchli; Friolet, Schmid, Vetsch.

Ersatz: Vogt, Flütsch, Meiler, Tarnutzer.

Verletzt: Thöny, Nett, Capatt, Holenstein

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