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Piranha vergibt erneut Titel im Schlussdrittel

Schmerzhaftes Déjà-vu: Piranha Chur hat nach der Cupfinal-Niederlage auch im Superfinal gegen die Kloten-Dietlikon Jets den Kürzeren gezogen. In einer hochklassigen Partie verloren die Churerinnen trotz starkem Mitteldrittel noch mit 4:5 nach Verlängerung.

Patrick
Kuoni
Samstag, 27. April 2019, 18:17 Uhr Unihockey
SCHWEIZ UNIHOCKEY FRAUEN SUPERFINAL 2019 CHUR DIETLIKON
Piranha verliert einen spannenden Superfinal auf bittere Art und Weise gegen die Kloten-Dietlikon Jets.
ENNIO LEANZA/KEYSTONE

Der Druck vor Beginn des Superfinals zwischen Piranha Chur und den Kloten-Dietlikon Jets lag eher auf Seiten der Churerinnen. Dies, weil der Cupfinal-Titel bereits an die Zürcherinnen ging und mit einer weiteren Niederlage im Superfinal dem Qualifikationssieger aus Chur eine Saison ohne Titel gedroht hätte.

Anfangs war dem Bündner Team diese Unsicherheit etwas anzuspüren. In der Defensive wirkten die Piranhas nicht immer sattelfest und offensiv fehlte etwas die Präzision im Abschluss. Die Zürcherinnen hingegen konnten bereits eine ihrer ersten Gelegenheiten ausnutzen. Andrea Gämperli erhielt vor dem Churer Tor viel Freiraum und nutzte diesen für einen Abschluss auf das Tor von Jill Münger, die den Ball nach vorne abprallen lassen musste, wo Kloten-Topskorerin Michelle Wiki bereitstand und bereits in der 3. Minute zur Führung traf. Piranha war in der Folge bemüht das Verdikt auszugleichen, liess aber weiterhin die Schusspräzision vermissen.

Dies änderte sich aber bereits kurz nach Anpfiff des zweiten Abschnittes. Die Churerinnen konnten nun ihr leichtes Chancenplus in Tore ummünzen. Nach etwas mehr als 2,5 Minuten im Mitteldrittel stand auf der Anzeigetafel bereits ein 2:1 für die Churerinnen. Corin Rütimann mit einem Abstauber und Sereina Buchli mit einem Schuss aus mittiger Position nach grossem Tohuwabohu vor dem Klotener Tor sorgten für diesen leistungsgerechten Zwischenstand. «Wir haben uns in der ersten Pause angeschaut und gesagt, dass wir das besser machen müssen», erklärte Rüttimann im Interview mit SRF. Diese Vorgabe vermochten die Piranhas auch in der Folge umzusetzen. Das Spiel bot in der Startphase des zweiten Drittels auch ansonsten deutlich mehr Torszenen als noch im ersten Abschnitt. Kloten-Dietlikon kam dabei aber nur noch nach Kontern wirklich gefährlich zum Abschluss. Gerade einmal drei Schüsse brachten die Zürcherinnen in den zweiten 20 Minuten aufs Tor. Und so konnten sie sich auch nicht beklagen, als Flurina Marti nach einem Doppelpass mit Alessandra Schneller in der 33. Minute zum 3:1 einschoss.

Piranha ging also erneut mit einer trügerischen 2-Tore-Führung in die zweite Pause. Diese Ausgangslage kannten die Churerinnen bereits aus dem Cupfinal, wo sie das Spiel dann noch aus den Händen gaben. Rüttimann erklärte in der zweiten Pause, dass ihnen das kein weiteres Mal passieren werde. Sie behielt aber leider unrecht. Aber der Reihe nach: Anfänglich sah es für Piranha sehr gut aus. Kloten-Stürmerin Gämperli liess sich nach einem Zweikampf mit Marti zu einem Bodenspiel hinreissen. Die folgende Überzahlsituation nutzte Piranha in der 49. Minute eiskalt aus. Marti quer auf Rüttimann, diese spielt erneut quer durch die Box auf Katrin Zwinggi, die danach nur noch einschieben musste.

Doch auch eine 3-Tore-Führung ist im Unihockey noch kein sicheres Resultat, wie die Churerinnen schmerzlich feststellen mussten. Wiki nach einem Fehler im Spielaufbau der Piranhas und Isabelle Gerig nach toller Vorarbeit von Natalie Martinakova sorgten mit einem Doppelschlag innerhalb von 72 Sekunden wieder für ein enges Spiel. Auch die 4:3-Führung war danach in arger Gefahr. Es brannte lichterloh im Slot der Piranhas, die nun etwas den Faden verloren.

Und tatsächlich, knapp drei Minuten vor dem Ende war das Horrorszenario Tatsache. Elsa Frisk gelang der zu diesem Zeitpunkt leider nicht unverdiente Ausgleichstreffer. Erneut musste Piranha also eine Führung Preis geben. Immerhin retteten sich die Churerinnen aber in die Verlängerung. Dort dauerte es gerade einmal 12 Sekunden, bis Rüttimann den Siegtreffer auf dem Stock hatte. Sie verzog aber knapp und so ging das Leiden der Churerinnen weiter. Gerig verpasste auf der Gegenseite in der 67. Minute ebenfalls nur knapp. Sie traf den Pfosten. In der 69. Minute war dann die erneut bittere Niederlage Tatsache: Julia Suter drückte den Ball im Slot über die Linie und verbannte Piranha ins Reich der Tränen.

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