×

So ergeht es Ex-Alligator Tim Braillard in Schweden

Tim Braillard spielt seit Beginn dieser Saison beim schwedischen Spitzenklub Mullsjö AIS. Dort hat er bereits voll eingeschlagen. Er belegt mit elf Toren und neun Assists ligaweit in der Skorerliste Position 24. Wir wollten von ihm wissen, wie er sich inzwischen eingelebt hat und was er sportlich für ein Zwischenfazit zieht.

Patrick
Kuoni
Donnerstag, 29. November 2018, 04:30 Uhr Unihockey
Unihockey:  Tim Braillard
Tim Braillard (rechts) trifft inzwischen nicht mehr nur mit der Nationalmannschaft auf viele Schweden.
ERWIN KELLER

Tim, wie hast du dich in Schweden in den letzten Monaten eingelebt?

Tim Braillard: Ich habe mich sehr gut eingelebt. Mir wurde es aber auch einfach gemacht. Alle im Verein haben sehr gut zu mir geschaut. Mittlerweile bin ich nicht mehr auf grosse Hilfe von anderen angewiesen, um im Alltag zurecht zu kommen.

Half es dir, dass du mit dem Unihockey bereits einen Fixpunkt hattest?

Man hat zwar das Gefühl, dass das Unihockey die grosse Konstante ist, aber das ist dann trotzdem nur beschränkt der Fall. Es ist ja trotzdem so, dass man sich in einem neuen Team mit neuen Trainern und neuen Trainingsmethoden zurechtfinden muss. Deshalb ging es einige Tage, bis ich mich daran gewöhnt hatte. Auch der Tagesablauf ist hier anders. In Schweden wird früher trainiert als in der Schweiz. Ausserdem finden die Spiele oft auch unter der Woche statt. In der Regel am Mittwoch. So kommt es regelmässig vor, dass man am Mittwoch um 13 Uhr bereit zur Abfahrt sein muss.

Wie gut kannst du dich mit deinen Teamkameraden inzwischen verständigen?

Mit etwa einem Drittel des Teams ging das von Anfang an sehr gut. Schwierig war es bei den Spielern, die nicht so gut Englisch können. Dies, weil ich vor allem zu Beginn der Saison auch noch nicht allzu gut Schwedisch konnte. Inzwischen sprechen aber alle etwas Englisch mit mir und ich versuche dann teilweise Schwedisch zu antworten. Mittlerweile habe ich zu jedem Spieler in der Mannschaft eine super Beziehung.

Wie schwierig war die Umstellung auf dem Unihockey-Feld?

Ich habe mich natürlich schon darauf eingestellt, dass es ziemlich anders sein wird als in der Schweiz. Dies hat mir in den ersten Trainings geholfen etwas Fuss zu fassen. Die Spiele sind taktischer sind als in der Schweiz. Aber je mehr Trainings und Spiele du absolviert hast, desto besser gewöhnst du dich daran. Ich bin mit meinem Saisonstart nicht unzufrieden, sehe aber doch noch einige Punkte, die ich verbessern kann. Auch wir als Mannschaft haben noch Luft nach oben. Vor allem der Start in die Saison verlief für uns nicht wunschgemäss. Wir hatten aber das Glück, dass die Mannschaften, die auch zu den Top-Teams gerechnet wurden, ebenfalls patzten. Deswegen ist es immer noch eng an der Spitze.

Wie gross ist der Niveauunterschied zwischen der Schweizer und der schwedischen Liga?

Der Niveauunterschied ist vor allem in der hinteren Tabellenregion spürbar. Jeder kann jeden schlagen. In der Schweiz ist es doch so, dass zumindest bei den letzten drei oder vier Teams ein Qualitätsunterschied vorhanden ist. Es ist nicht so, dass in Schweden der Unterschied überhaupt nicht da ist, aber er ist deutlich kleiner. Das gleiche gilt auch bei den einzelnen Linien innerhalb eines Teams. Der Unterschied zwischen einem Erstlinien und einem Viertlinienspieler ist gering. Das hängt aber sicher auch mit den Möglichkeiten zusammen. Ich habe mit verschiedenen Spielern über dieses Thema gesprochen und jeder war in einem Unihockeygymnasium, wo sie mindestens einmal oder gar zweimal täglich trainieren konnten. Das widerspiegelt sich dann halt auch in der Technik.

Kommentar schreiben

Kommentar senden