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Wendy Holdener will es im Slalom allen zeigen

Wendy Holdener will es im Slalom allen zeigen

Wendy Holdener ist das Rennglück an den Titelkämpfen in Cortina d'Ampezzo bislang nicht hold. Nach vier glücklosen Rennen bleibt der Slalom, um eine WM-Enttäuschung zu verhindern.

Agentur
sda
vor 1 Woche in
Ski alpin
Wendy Holdener lächelt in Cortina bis jetzt gequält
Wendy Holdener lächelt in Cortina bis jetzt gequält
KEYSTONE/AP/Giovanni Auletta

Es ist eine wahre Jubel-WM für die Schweizerinnen. Lara Gut-Behrami holt zweimal Gold und einmal Bronze, Corinne Suter glänzt mit Gold und Silber, Michelle Gisins Tränen im Riesenslalom geht Bronze in der Kombination voraus. Einer erfolgsverwöhnten Schweizerin ist in Cortina aber bis jetzt noch nicht nach Lachen zumute gewesen.

Bei Wendy Holdener ist es bislang wie verhext. Die Schwyzerin, über Jahre regelmässige Podestfahrerin in Slalom, Kombination, Parallelrennen und Team-Wettkampf, ist noch ohne Medaillengewinn - trotz Team-Wettkampf, Parallelrennen und Kombination.

Pro und Contra

Holdener, die der Schweiz vor zwei Jahren zu den einzigen zwei Goldmedaillen verholfen hat, hätte einigen Grund gehabt zu lamentieren in den letzten Tagen. Im unfairen Parallelrennen gehörte sie nach gewonnener Qualifikation zu den Benachteiligten; mehr als der Viertelfinal lag unter den Gegebenheiten nicht drin. Im Team-Wettkampf war sie die einzige der Arrivierten, der es nicht an der nötigen Motivation für die Teilnahme mangelte. Es blieb der 4. Platz, obwohl sie alle ihre Läufe gewann.

Holdener war stets bemüht, positiv zu bleiben. «Ich gebe jeden Tag mein Bestes, nehme das Gute mit und lasse das Schlechte beiseite», sagte sie. Wiederholt strich sie ihre gute Verfassung heraus. Zuletzt war die 27-Jährige aber genervt. Nach dem Riesenslalom und dem 8. Platz, der den Erwartungen entsprach, wollte sie nicht mehr reden. Ihre letzten Worte tags zuvor waren: «Wenn ihr denkt, dass bei mir der Wurm drin steckt, hoffe ich, dass ich euch allen das Gegenteil zeigen kann.»

Es wäre der Athletin zu gönnen, die im Weltcup im Slalom schon so viele 2. Plätze belegt und an der WM 2017 in St. Moritz Silber gewonnen hat. Zuversichtlich stimmt, dass Holdener trotz des anfänglichen Trainingsrückstands wegen einer Verletzung in der Vorbereitung in allen Slaloms in die Top 6 gefahren ist. Nur: Das Momentum und der bisherige Saisonverlauf sprechen gegen Holdener. Der 3. Platz Mitte Januar in Flachau ist der einzige Podestplatz bislang in diesem Winter.

Michelle Gisin redet im Slalom auch mit

Michelle Gisin ist es gelungen, im Slalom zu Holdener aufzuschliessen. Sie fordert am Samstag die Topfavoritinnen Mikaela Shiffrin und Petra Vlhova sowie Holdener und die Österreicherin Katharina Liensberger im Kampf um die Medaillen nach dem Sieg am Semmering sowie zwei weiteren Slalom-Podestplätzen heraus.

Gisin holte in Cortina schon Bronze in der Kombination, war aber am Donnerstag nach dem Patzer im Riesenslalom, der sie auf den 11. Platz zurückwarf, am Boden zerstört. Der 2. Rang ihres italienischen Freundes Luda De Aliprandini im Riesenslalom wirkte am Freitag wie Balsam. Gisin freute sich im Zielraum, als hätte sie selber Silber gewonnen.

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