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Keine Zuschauer bei Skirennen in der Schweiz

Anfang Dezember stehen in St. Moritz zwei Weltcuprennen und im März in Lenzerheide das Weltcup-Finale auf dem Programm. Wie die Veranstalter und Swiss Ski nun mitteilten, werden die Events vor Ort definitiv ohne Zuschauer über die Bühne gehen.

Südostschweiz
Freitag, 16. Oktober 2020, 10:08 Uhr Ski alpin
Ein volles Zielgelände in Lenzerheide – dieses Bild wird es so schnell nicht mehr geben.
PRESSEBILD

Die Lenzerheide und St. Moritz folgen dem Beispiel der anderen Schweizer Weltcup-Standorte und tragen ihre Weltcuprennen diese Saison vor leeren Rängen aus. Am 5. und 6. Dezember finden in St. Moritz Rennen des Frauen-Weltcups statt. Das Weltcup-Finale in Lenzerheide steht zwischen dem 17. und 21. auf dem Programm. Konkret bedeutet der Entscheid für die beiden Bündner sowie die weiteren Schweizer Austragungsorte Adelboden, Wengen und Crans-Montana: Es wird keine Tribünen, kein Besucher Village, keine VIP-Bereiche, kein Rahmenprogramm und keine Partys geben.

Der Entscheid sei frühzeitig gefällt worden, damit «zumindest eine gewisse Planungssicherheit garantiert werden kann», heisst es in einer Medienmitteilung der Ferienregion Lenzerheide. «Dieser Entscheid ist uns sehr schwergefallen. Bei Skirennen gehören Fans auf den Tribünen und an der Strecke mit den gelebten Emotionen einfach dazu», lässt sich Peter Engler, OK-Präsident des Weltcup-Finales, zitieren.

In St. Moritz wurde der Entscheid, die Rennen ohne Zuschauer auszutragen, bereits im September kommuniziert. Oberste Priorität sei es, dass die Rennen mit grösstmöglicher Sicherheit für alle Beteiligten stattfinden, sagt OK-Präsident Martin Berthod gegenüber Radio Südostschweiz. 

Weltcups als Rückgrat des Gesamtsystems Schneesport

Die Veranstalter behalten sich zwar vor - je nach Entwicklung der Pandemie - Anpassungen beim Zuschauerkonzept vorzunehmen. So könnten allenfalls einige Gäste in spezifischen Aufenthaltszonen abseits des eigentlichen Geschehens den Wettkämpfen beiwohnen. Auf Zuschauertribünen, Fandörfer und Festzelte rund um den Zielbereich werde aber verzichtet. Auch öffentliche Siegerehrungen oder Startnummernauslosungen gibt es nicht.

Dass die Anlässe trotz der fehlenden Einnahmen aus Ticketing und Hospitality überhaupt durchgeführt werden können, liege an den finanziellen Beiträgen aus dem Stabilisierungspaket des Bundes für den Schweizer Sport, teilt Swiss-Ski mit. Der Verband und die Veranstalter hätten gegenüber Swiss Olympic aufzeigen können, wie bedeutend die Weltcups als Rückgrat des Gesamtsystems Schneesport in der Schweiz seien.

Österreich wartet noch zu

In Österreich sind Geisterrennen vorerst nur bis Jahresende vorgeschrieben. In Kitzbühel, wo im Januar die Hahnenkamm-Rennen stattfinden, plant man dennoch weiter ohne Fans. Nur wenn kurzfristig ein kleines Wunder geschehe, könne man im Januar noch Tickets verkaufen, sagte ein Funktionär gegenüber der österreichischen Nachrichtenagentur apa. Zugewartet wird auch in den Weltcup-Orten St. Anton und Schladming, wo vorerst keine Tickets zum Verkauf angeboten werden. (krt/sda)

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