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Die grosse Saisonbilanz der Bündner Ski-Asse

Früher als geplant ist die Weltcupsaison der alpinen Skirennfahrer zu Ende gegangen. Wir ziehen Bilanz und schauen auf die Resultate aller in dieser Saison aktiven Bündner Athletinnen und –Athleten, die den Swiss-Ski-Kadern angehören.

Tobias
Kreis
Mittwoch, 18. März 2020, 04:30 Uhr Ski alpin

Gino Caviezel / 1992 / Skiclub Beverin / A-Kader

Gesamtweltcup: Rang 32 (Vorjahr: Rang 48)
Bestresultat: Rang 8 (Vorjahr: Rang 6)

Gino Caviezel blickt auf seine bislang stärkste Saison zurück. Das liegt einerseits daran, dass es beim Domleschger in der Kerndisziplin Riesenslalom weiterhin aufwärts geht. Hauptgrund dafür, dass er trotz weniger Rennen so viele Punkte wie noch nie einfuhr, ist aber, dass er nun auch im Super-G zu den 30 Weltbesten gehört. Zudem sammelte er in der Kombination so viele Punkte wie noch nie. Gino Caviezel ist definitiv ein kompletterer Skifahrer als noch vor einigen Jahren. Zwar wartet der mittlerweile 27-Jährige auf höchster Stufe weiterhin auf seinen ersten Podestplatz. Indes fuhr er diese Saison in allen drei genannten Disziplinen mindestens einmal in die Top 10.

Mauro Caviezel / 1988 / Skiclub Beverin / Nationalmannschaft

Gesamtweltcup: 7 (7)
Bestresultat: 2 (2)

Ginos älterer Bruder Mauro ist der Mann, der alle seine Bündner Skikollegen überstrahlt. Der 31-Jährige ist der erste Schweizer seit Didier Cuche 2011, der die Super-G-Gesamtwertung für sich entschied – und der erste Bündner seit Paul Accola 1992. Verdient hat sich Caviezel die kleine Kristallkugel durch eine beispiellose Konstanz. In den sechs Super-Gs der Saison war er nie schlechter als Fünfter. Insgesamt fuhr er fünfmal aufs Podest (3x im Super-G, 1x in der Abfahrt, 1x in der Kombination). Bleibt Caviezel gesund, ist es nur eine Frage der Zeit, bis er den längst überfälligen ersten Weltcupsieg einfährt.

Daniele Sette / 1992 / SAS Bern / B-Kader

Gesamtweltcup: 135 (-)
Bestresultat: 19 (-)

Nach zwölf Jahren ohne Kaderstatus blickt Daniele Sette auf seinen ersten Weltcup-Winter zurück. In vier Riesenslaloms fuhr der für Bern startende St. Moritzer zweimal in die Punkteränge. Man darf gespannt sein, wohin die Reise des 28-Jährigen noch führt. Dass er sich durchbeissen kann, hat Sette in seiner Karriere bereits zu Genüge bewiesen.

Selina Egloff / 2001 / Skiclub Lischana Scuol / B-Kader

Gesamtweltcup: - (-)
Bestresultat: - (-)

Vom Newsportal «blick.ch» als «unser grösstes Ski-Talent» betitelt, feierte Selina Egloff Ende November im finnischen Levi mit 18 Jahren ihr Weltcup-Debüt. Es folgte ein weiterer Slalom-Start im Januar in Flachau. Für Weltcup-Punkte reichte es der Davoser Sportgymnasiastin aus dem Unterengadin zwar noch nicht. Allerdings fuhr sie nur wenige Tage nach dem ersten Weltcup-Start im Slalom von Funesdalen (Swe) als Zweite erstmals auf ein Europacup-Podest. Wir dürfen uns bereits jetzt auf die nächstjährigen Auftritte der Technikerin aus Scuol freuen.

Jasmine Flury / 1993 / Skiclub Glaris Rinerhorn / Nationalmannschaft

Gesamtweltcup: 66 (29)
Bestresultat: 11 (4)

Mit grossen Hoffnungen hatte Jasmine Flury die Saison in Angriff genommen. Doch bereits bei der ersten Station in Lake Louise Anfang Dezember stürzte Davoser Speed-Spezialistin im Training und musste noch vor dem ersten Rennen heimreisen. Eine «Knochenimpression am äusseren Schienbeinplateau sowie eine Zerrung des Innenbandes» war die Diagnose. Ende Januar in Bansko kehrte die derzeit erfolgreichste Bündner Skifahrerin in den Weltcup zurück. In der Folge bestritt sie noch sieben weitere Weltcuprennen mit Rang 11 bei der Abfahrt in Garmisch Partenkirchen als Bestresultat. Flury darf diese Saison getrost als Zwischensaison ad acta legen.

Luana Flütsch / 1995 / Skiclub St. Antönien / B-Kader

Gesamtweltcup - (137)
Bestresultat: - (30)

Neben Flury blieb mit Luana Flütsch auch die zweite Bündner Weltcup-Athletin nicht von einer Verletzung verschont. Teilrisse des inneren Seitenbandes und des vorderen Kreuzbandes am rechten Knie, die sie vor der Saison bei einem Trainingssturz erlitt, verhinderten einen Renneinsatz in diesem Winter. Wie Flütsch mit dem neuerlichen Rückschlag umging, lest Ihr im Sportlerblog, den die 25-jährige Prättigauerin exklusiv für «suedostschweiz.ch» schreibt:

Carlo Janka / 1986 / Skiclub Obersaxen / A-Kader

Gesamtweltcup: 28 (58)
Bestresultat: 3 (9)

Totgesagte leben länger. Dass dieses Mantra ab und an durchaus seine Gültigkeit hat, stellte Carlo Janka diese Saison eindrücklich unter Beweis. Wurde der Gesamtweltcupsieger von 2010 in der Saisonvorbereitung noch von argen Rückenproblemen geplagt, donnerte er zum Saisonauftakt in Lake Louise als Dritter trotzdem gleich aufs Podest. Selbiges wiederholte der mittlerweile 33-jährige Obersaxer bei der letzten Abfahrt in Kvitfjell. Längst ist Janka nicht mehr überall und bei allen Bedingungen schnell. Vereinzelte Topresultate liegen für den «Iceman» aber immer noch drin.

Fadri Janutin / 2000 / Skiclub Obersaxen / C-Kader

Gesamtweltcup: - (-)
Bestresultat: - (-)

Anfang März wurde Fadri Janutin aufgrund des grassierenden Coronavirus der Chance beraubt, an der Junioren-WM in Narvik (Nor) teilzunehmen. Dies, nachdem er im Dezember in Davos einen FIS-Riesenslalom gewonnen hatte. Bereits vergangene Saison war Janutin auf dieser Stufe zweimal erfolgreich gewesen. Für den 20-Jährigen dürfte es nächste Saison in erster Linie darum gehen, sich im Europacup zu beweisen.

Sandro Jenal / 1992 / Skiclub Samnaun / B-Kader

Gesamtweltcup: - (-)
Bestresultat: - (-)

Seit der Hüftoperation im Frühjahr 2018 hat Sandro Jenal noch nicht wieder die Resultate von einst erreicht. Der Riesenslalom-Spezialist, der bereits zwölfmal im Weltcup startete, fuhr diese Saison im Europacup dreimal in die Top 10. Um sich wieder für die Weltcup-Mannschaft zu empfehlen, benötigt der mittlerweile 27-Jährige auf zweithöchster Stufe aber eigentlich Podestplätze.

Stephanie Jenal / 1998 / Skiclub Samnaun / B-Kader

Gesamtweltcup: - (-)
Bestresultat: - (-)

Stephanie Jenal ist neben Selina Egloff die zweite Bündner Weltcup-Debütantin dieses Winters. Beim Heim-Super-G am 14. Dezember in St. Moritz kam die 22-Jährige jedoch nicht ins Ziel. Besser war es ihr indes vier Tage vor dem Weltcuprennen im Europacup ergangen, als sie an gleicher Stätte als Vierte erstmals am Podest schnupperte. Von der Basisdisziplin Riesenslalom her kommend, entwickelt sich Jenal immer mehr zur Speed-Fahrerin.

Vanessa Kasper / 1996 / Skiclub St. Moritz / B-Kader

Gesamtweltcup - (-)
Bestresultat: - (-)

Einst schickte sich das grosse Talent Vanessa Kasper an, den Skizirkus im Sturm zu erobern. Dann brach sie sich 2018 just im Heimrennen auf der Lenzerheide den rechten Unterschenkel – eine Verletzung, von der sie sich erst auf diese Saison hin komplett erholte. Nun meldete sich Kasper vor allem auf Stufe FIS einigermassen beeindruckend zurück, stand sie doch bei insgesamt vier Rennen auf dem Podest. Bleibt die 23-jährige Engadinerin gesund, ist nach wie vor eine schöne Weltcup-Karriere möglich.

Melanie Michel / 2000 / Skiclub Davos / C-Kader

Gesamtweltcup - (-)
Bestresultat: - (-)

Vergangene Saison hatte Melanie Michel ihre ersten drei Rennen im Europacup bestritten. Auf Stufe FIS klassierte sich die Davoserin in nicht weniger als 14 Rennen in den Top 10. Noch bemerkenswerter als die Konstanz ist aber die Tatsache, dass sie diese Klassierungen in allen vier Disziplinen (Slalom, Riesenslalom, Super-G, Abfahrt) herausfuhr. Diese Saison indes stand für die 19-Jährige unter keinem guten Stern. Wegen Sehnenentzündungen an beiden Knien, konnte Michel den ganzen Winter nicht ins Wettkampfgeschehen eingreifen.

Stefan Rogentin / 1994 / Skiclub Lenzerheide-Valbella

Gesamtweltcup 88 (107)
Bestresultat: 14 (18)

Stefan Rogentin hat in den vergangenen Jahren eine langsame aber stetige Entwicklung genommen. Im Super-G (27.) und in der Kombination (22.) hat sich der 25-Jährige in dieser Saison in den Top 30 des Weltcups festgesetzt. Einzig in der Abfahrt läuft es Rogentin nicht so, wie er sich das vorstellt. In 14 Starts seit 2017 reichte es noch nie für Punkte. Was nicht ist, kann aber bekanntlich noch werden.

Livio Simonet / 1998 / Skiclub Lenzerheide-Valbella / C-Kader

Gesamtweltcup - (-)
Bestresultat: - (-)

Viermal (3x im Riesenslalom 1x im Slalom) fuhr Livio Simonet in dieser Saison auf das Podest eines FIS-Rennens. Damit bestätigte der Riesenslalom-Bronzemedaillengewinner der Universiade in Russland seine Entwicklung aus der Vorsaison. Der 21-Jährige könnte schon bald wie sein Bruder Sandro auf Stufe Weltcup für Furore sorgen.

Sandro Simonet / 1995 / Skiclub Lenzerheide-Valbella / B-Kader

Gesamtweltcup: 36 (36)
Bestresultat: 12 (11)

Sandro Simonet hat einen der schnellsten Slalom-Schwünge im Weltcup. Bringt der 24-Jährige einen Lauf runter, ist er meist schnell. Das Problem: Zu häufig wirft Simonet in Griffnähe liegende Resultate durch Fehler weg. Nur in drei von neun Slaloms klassierte sich der Mann vom Skiclub Lenzerheide-Valbella in den Top 30. In den drei Kombinationen – aufgrund seines guten Fahrgefühls auch in der Abfahrt eigentlich seine zweite Paradedisziplin – holte er keinen einzigen Punkt. Die Folge: Simonet, dem fast alle Experten den Sprung nach ganz oben zutrauen, bewegt sich die dritte Saison in Folge in denselben Ranglisten-Regionen – ausserhalb der Top 30.

Thomas Tumler / 1989 / Skiclub Samnaun / Nationalmannschaft

Gesamtweltcup: 69 (49)
Bestresultat: 2 (3)

Mit dem genau gleichen Problem wie Sandro Simonet, hatte diese Saison auch Thomas Tumler zu kämpfen. Abgesehen vom alles überragenden zweiten Platz beim Parallel-Riesenslalom von Chamonix im Februar wollte beim 30-Jährigen im Winter 2019/20 nicht viel zusammenpassen. Eigentlich könnte Tumler im Super-G und im Riesenslalom schnell sein, doch auch bei ihm waren fehlerhafte Läufe mehr die Regel denn die Ausnahme.

Lukas Zippert / 1998 / Skiclub Arosa / C-Kader

Gesamtweltcup – (-)
Bestresultat: - (-)

Super-G-Gold an der Universiade in Russland sowie 13 Top-10-Plätze in FIS-Rennen: Mit diesen Referenzen erhielt Lukas Zippert auf diese Saison hin C-Kader-Status. Ähnlich flott ging es für den 21-Jährigen in diesem dann Winter weiter. In Hoch-Ybrig gewann er im Januar seinen insgesamt zweiten FIS-Riesenslalom. Nächste Saison bereits könnte sich Zippert im Europacup etablieren.

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