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Verbindungs-Ausfall verantwortlich für Zeitmess-Chaos

Der Grund für die Panne bei der Zeitmessung in der Weltcup-Abfahrt der Frauen in Crans-Montana ist bekannt. Es gab ein Verbindungsproblem.

Agentur
sda
Samstag, 23. Februar 2019, 19:21 Uhr Ski alpin
Ein Helfer werkelt in Crans-Montana an einer Zeitmessanlage
Ein Helfer werkelt in Crans-Montana an einer Zeitmessanlage
KEYSTONE/ALESSANDRO DELLA VALLE

Wie Longines und Swiss Timing, die verantwortlichen Firmen, in einer Stellungnahme mitteilten, funktionierte die Verbindung zwischen der an der Ziellinie installierten Infrastruktur und dem Zeitnehmerraum phasenweise nicht. Ursache dafür könnten ein durch Skifahrer oder ein Pistenfahrzeug beschädigtes Kabel oder eine Unebenheit auf der Ziellinie gewesen sein, erklärte FIS-Rennchef Atle Skaardal. Für die Kombination vom Sonntag würden die Messgeräte ausgetauscht und die Ziellinie begradigt. Longines ist der offizielle Partner und Zeitnehmer der FIS, Swiss Timing für die Abwicklung vor Ort zuständig.

In der Abfahrt vom Samstag, in der Joana Hählen als Zweite ihren ersten Weltcup-Podestplatz schaffte und Lara Gut-Behrami nachträglich vom 4. auf den 3. Platz vorrückte, stoppte die Zeit just bei vier Schweizerinnen - bei Hählen, Gut-Behrami, Jasmine Flury und Priska Nufer - nicht. Weil auch das ebenfalls über eine Lichtschranke messende B-System ausstieg, mussten die handgestoppten Zeiten herbeigezogen und mit einem Koeffizienten korrigiert werden.

Der Koeffizient ergibt sich aus der durchschnittlichen Differenz zwischen den handgestoppten und den elektronischen Zeiten der zehn vorangegangen und/oder nachfolgenden (bei frühen Startnummern) Fahrerinnen. So verlangt es das Reglement. In der inoffiziellen Rangliste, in der Gut-Behrami hinter Nicole Schmidhofer auf Platz 4 geführt wurde, war dieser Koeffizient noch nicht berücksichtigt. Daher die nachträgliche Rangverschiebung.

Der Österreichische Skiverband legte gegen die Wertung Protest ein, weil seine anhand der TV-Bilder getätigten Messungen signifikant andere Zeiten ergaben. Ihm zufolge müsste Sofia Goggia vor Schmidhofer und Corinne Suter gewonnen haben. Vor allem bei Hählen war die Differenz mit 27 Hundertsteln beträchtlich, sie lag damit deutlich über dem Durchschnitt von 13 Hundertsteln. Die TV-Bilder genügten indes wegen Winkel, Auflösung und Nicht-Sichtbarkeit der Ziellinie nicht als Referenz, erklärte Skaardal.

Der Protest des Austria-Teams wird nicht mehr an diesem Wochenende behandelt. Grosse Chancen rechnet sich Cheftrainer Jürgen Kriechbaum nicht aus. «Es lief alles nach Reglement», sagte er selber. Er fügte aber an: «Wir sind überzeugt, dass die Handstoppung in diesem Fall nicht funktioniert hat.» Das Vorgehen soll eine Diskussion anregen.

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