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Der erste dreifache WM-Slalom-Erfolg für Österreich

Das Ski-Imperium Österreich wehrt die drohende Schmach, ohne Goldmedaille aus Are abzureisen, so imponierend ab wie nur möglich: mit einem dreifachen WM-Erfolg im Slalom.

Agentur
sda
Sonntag, 17. Februar 2019, 19:51 Uhr Ski alpin
Der totale Triumph der Österreicher: Michael Matt (links) und Marco Schwarz (rechts) schultern Slalom-Weltmeister Marcel Hirscher
Der totale Triumph der Österreicher: Michael Matt (links) und Marco Schwarz (rechts) schultern Slalom-Weltmeister Marcel Hirscher
KEYSTONE/AP/MARCO TROVATI

Gold für Marcel Hirscher, Silber für Michael Matt, Bronze für Marco Schwarz. Erstmals überhaupt nach einem Slalom durften an alpinen Weltmeisterschaften gleich drei Österreicher zur Siegerehrung der Medaillengewinner.

Crans-Montana war mit einem Schlag wieder ganz weit weg. Damals, vor 32 Jahren, waren die Österreicher letztmals ohne Titel von einer WM nach Hause gereist, derweil die Schweizer 1987 einen Sieg an den anderen reihten, 14 Medaillen einheimsten, 8 davon in Gold.

Marcel Hirscher hielt ein weiteres Mal dem Druck stand, liefern zu müssen. Wie er am Sonntag im ersten Durchgang seine Gegner auf Distanz setzte, war schon aussergewöhnlich gut. «Diesen Lauf werde ich mir später in meinem Leben wohl noch oft anschauen», sagte hinterher selbst der Maestro der kurzen Ski, um dann allerdings sofort auf die Euphorie-Bremse zu treten: «Gewonnen ist noch nichts.»

Doch Hirscher liess zwei Wochen vor seinem 30. Geburtstag nichts mehr anbrennen. Souverän hielt er seinen Vorsprung und carvte zum dritten WM-Titel im Slalom nach 2013 und 2017. Zusammen mit seinen Siegen in der Kombination (2015) und im Riesenslalom (2017) sowie seinen Erfolgen im Team-Wettbewerb (2015 und 2017) bringt es im Total sogar auf sieben Goldmedaillen an Weltmeisterschaften. Statistisch ist er nun der erfolgreichste Skirennfahrer überhaupt.

Ein paar Tage zuvor war noch unklar gewesen, ob Hirscher überhaupt antreten kann. Eine lästige Grippe raubte ihm die Zuversicht. Im Riesenslalom vom Freitag musste er dem Norweger Henrik Kristoffersen den Vortritt lassen, aber am Sonntag war Hirscher bereit, und nicht nur er. «Cool, dass wir mannschaftlich so stark waren. Michi und Marco wären parat gewesen, wenn ich ausgefallen wäre», anerkannte Hirscher die Leistungen seiner Teamkollegen. Der Olympia-Dritte Michael Matt holte sich seine zweite WM-Medaille nach Silber im Team-Wettkampf, für Marco Schwarz, der ebenfalls Österreichs Mannschaft im Team-Event angehört hatte und schon Dritter in der Kombination war, war es die dritte.

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