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Noch ein Rekord für Shiffrin: Viertes Slalom-Gold in Folge

Im abschliessenden Frauen-Rennen rückt Mikaela Shiffrin die Hierarchie wieder zurecht. Zum vierten Mal nach 2013, 2015 und 2017 gewinnt die Amerikanerin WM-Gold im Slalom. Das schaffte noch keine.

Agentur
sda
Samstag, 16. Februar 2019, 16:45 Uhr Ski alpin
Mikaela Shiffrin nach ihrem Sieg im Slalom, völlig kaputt und ausgepumpt
Mikaela Shiffrin nach ihrem Sieg im Slalom, völlig kaputt und ausgepumpt
KEYSTONE/AP/MARCO TROVATI

Mikaela Shiffrin wirkte leicht angezählt. Im Riesenslalom hatte sich der Superstar der Szene mit Rang 3 bescheiden müssen und am Samstag kam noch eine lästige Erkältung hinzu. Bei Halbzeit im Slalom lag die Amerikanerin nur an dritter Stelle, 15 Hundertstel hinter der führenden Innerschweizerin Wendy Holdener, aber auch noch vier Hundertstel hinter der Schwedin Anna Swenn Larsson.

Doch dann, auf einem viel stärker drehenden Parcours als im ersten Durchgang, zeigte Mikaela Shiffrin ein weiteres Mal deutlich auf, wie sehr sie über allen ihren Gegnerinnen steht. Mit einer fabelhaften Laufbestzeit katapultierte sich die 23-Jährige, die im Weltcup sechs der sieben Slaloms dieser Saison gewonnen hat, an die Spitze.

«Ich habe im zweiten Lauf wirklich, wirklich angegriffen, ich wusste, dass es ein grosser Kampf wird, es waren 60 Sekunden, in denen ich Gas geben musste», sagte Shiffrin, mit Tränen in den Augen. Die Nerven hätten keine Rolle gespielt, die Herausforderung war eine andere, eine gesundheitliche, sagte die zweifache Olympiasiegerin. «Die Challenge war, atmen zu können. Ich habe es noch nie erlebt, dass ich keine Luft bekommen habe. Fit zu bleiben war der grösste Fokus.»

Shiffrin schrieb mal wieder Sport-Geschichte. Mit ihrem vierten WM-Titel in Serie in einer Disziplin stellte sie eine neue Bestmarke in der fast neun Jahrzehnte langen Alpin-Historie auf. Vor Shiffrin hatte es nur die Deutsche Christl Cranz geschafft, so oft in einer Disziplin WM-Gold zu holen. Dies aber geschah noch vor dem Zweiten Weltkrieg, als die Sportart wenig Gemeinsamkeiten mit dem Skirennsport von heute aufwies.

Der Rekord überwältigte auch Mikaela Shiffrin selbst. Mit der Skibrille lange noch auf den Augen liess sie sich von ihren engsten Vertrauten umarmen und holte immer wieder tief Luft. Mit den Goldmedaillen im Slalom und im Super-G sowie Bronze im Riesenslalom war sie auch in Are die beste Skirennfahrerin dieser WM.

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