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Weltmeister Luca Aerni auf Formsuche

Luca Aerni ist in der WM-Kombination in Are am Montag der Titelverteidiger. Er hofft nach den Enttäuschungen in den Weltcup-Slaloms in die Spur zurückzufinden.

Agentur
sda
Montag, 11. Februar 2019, 06:00 Uhr Ski alpin
Luca Aerni im Abfahrtstraining am Donnerstag in Are
Luca Aerni im Abfahrtstraining am Donnerstag in Are
KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Was war das für ein Tag für Luca Aerni vor zwei Jahren an den Weltmeisterschaften in St. Moritz. Das Gold in der Kombination hatte sich der Berner mit einem Hundertstel Vorsprung vor dem Österreicher Marcel Hirscher gesichert. Im Slalom nutzte er die Gunst der Stunde und den Vorteil der Startnummer 1 auf der zusehends schlechter werdenden Piste resolut, nachdem er die Abfahrt auf Platz 30 beendet hatte. «Dieser Sieg bringt mir hier in Are nichts mehr, ausser vielleicht ein bisschen zusätzliches Selbstvertrauen und das Wissen, dass es möglich ist.»

Slalom und Selbstvertrauen. Im Stangenwald ist es Aerni zuletzt überhaupt nicht nach Wunsch gelaufen. In den letzten drei Weltcup-Slaloms in Wengen, Kitzbühel und Schladming sei es unter anderem wegen den Pistenbedingungen schwierig gewesen. «Und wenn es nicht wie erwartet vorangeht und man sich nicht anzugreifen getraut, wird es auf solchem Schnee schwierig.» In Are sind die Verhältnisse völlig anders, was Aerni zuversichtlich stimmt.

Beunruhigend wirken die ausgebliebenen Ergebnisse im Weltcup nicht. Ähnliches hat Aerni schon vor zwei Jahren durchgemacht. «Damals bin ich im Januar in den Slaloms ebenfalls schlecht gefahren - und bin dann in St. Moritz Weltmeister geworden.» Diese Entwicklung zeigt Aerni, dass er imstande ist, relativ schnell aus einer Baisse herauszufinden, wenn alles wieder im Lot ist.

Bei der Ausrüstung war zu Beginn der Saison nicht alles im Lot. Die Skischuhe bereiteten Aerni Probleme. Die Suche nach der optimalen Abstimmung ist noch nicht abgeschlossen. Mal trat Aerni mit den neuen, blauen Modellen seines Ausrüsters an, dann wieder mit den bisherigen weissen. «Die Farbe kann durchaus etwas ausmachen. Jede reagiert etwas anders auf die Kälte», sagt der Berner. Ob es am Montag ein blaues oder ein weisses Paar sein wird, wollte Aerni nicht verraten. «Ich habe einen Favoriten.»

In der Abfahrt wird Aerni auf besonderes Material zurückgreifen. Er tritt mit Ski an, mit denen der Anfang November mit dem Gleitschirm tödlich verunfallte Gian-Luca Barandun gefahren ist. Der Austausch mit dem Bündner bestand schon lange, nun sieht Aerni eine weitere gute Gelegenheit, dem Teamkollegen die Ehre zu erweisen.

Die Schweizer Equipe wird in der Kombination einen zweiten Medaillengewinner von St. Moritz in ihren Reihen haben. Für Mauro Caviezel, der im Engadin Dritter geworden ist, geht es fürs Erste darum, sich in der Abfahrt ein möglichst grosses Polster im Vergleich zu den im Slalom starken Konkurrenten herauszuholen, um sich die Chance auf einen neuerlichen Spitzenplatz offen zu halten. Das Quintett von Swiss-Ski komplettieren Carlo Janka, Niels Hintermann und Sandro Simonet.

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