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Aegerter: «Ich habe immer noch Benzin im Blut»

Mit 32 Jahren nimmt Dominique Aegerter noch einmal ein neues Abenteuer in Angriff. Der Berner startet erstmals in der Superbike-Meisterschaft, der höchsten Kategorie für seriennahe Motorräder.

Agentur
sda
24.02.23 - 04:30 Uhr
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In der Supersport-Kategorie war Dominique Aegerter die Nummer 1, nun startet der Berner ins Abenteuer Superbike
In der Supersport-Kategorie war Dominique Aegerter die Nummer 1, nun startet der Berner ins Abenteuer Superbike
KEYSTONE/EPA EFE/JAVIER CEBOLLADA

Dominique Aegerter sagt es fast ein wenig entschuldigend. «Ich habe es halt doch lieber, wenn es etwas Lärm macht und etwas stinkt.» Die Freude über seinen Einstieg in die Superbike-Klasse ist beim letztjährigen Supersport-Weltmeister und MotoE-Weltcupsieger dennoch deutlich herauszuhören. «Ich habe immer noch Benzin im Blut.»

In diesem Jahr sitzt Aegerter wieder auf stark motorisierten Maschinen. Die Yamaha R1 weist in der beträchtlich aufgemotzten Version für die Superbike 1000 Kubikzentimeter und 240 PS auf. Entsprechend begeistert ist der 32-jährige Oberaargauer von seinem neuen Arbeitsgerät. «Das Bike ist sehr gut, es ist ziemlich genau das gleiche Material wie bei Toprak.» Toprak Razgatlioglu fährt für das Yamaha-Werksteam und war in der vorletzten Saison Superbike-Weltmeister. Aegerter steht bei einem italienischen Kundenteam unter Vertrag, das praktisch gleichwertiges Material erhält.

Erst in die Top Ten, dann Richtung Podest

Verdient hat er sich den Aufstieg mit hervorragenden Leistungen in den letzten zwei Jahren, einfach etwas ausserhalb des Fokus der breiten Öffentlichkeit. In der Supersport, eine Kategorie tiefer als Superbike, war der langjährige Moto2-Fahrer zweimal Weltmeister, in der MotoE für Elektro-Motorräder steigerte er sich von Weltcuprang 3 über 2 zum Sieg im letzten Jahr. Nun betritt er nochmals Neuland.

«Ich bin körperlich, mental und vom Material her sicher konkurrenzfähig», ist Aegerter überzeugt. Er sieht die drei Werksfahrer Razgatlioglu, den sechsfachen Weltmeister Jonathan Rea (Kawasaki) und den Titelverteidiger Alvaro Bautista (Ducati) in einer eigenen Liga. «Dahinter gibt es vier bis zwölf Fahrer, mit denen ich mithalten kann. Ich brauche aber sicher noch etwas Zeit zur Angewöhnung.» Zunächst nimmt sich der Berner deshalb Plätze in den ersten zehn vor. «Mit dem Podest wird es sehr, sehr schwierig, aber das wird dann schon mal das Ziel sein.»

Italienisch und professionell

Die Tests vor dem Saisonstart verliefen unterschiedlich. Im Dezember regnete es zwei Tage lang, in Jerez überzeugte Aegerter als Sechster, und in Portimão (15.) hatte er etwas mehr Mühe. Diese Woche in Austtralien, wo die Saison in der Nacht auf Freitag auf den Circuit von Phillip Island in der Nähe von Melbourne startet, brillierte er aber noch einmal mit einem 6. Rang bei den kumulierten Zeiten der beiden Testtage.

Die ersten Eindrücke vom neuen Team sind sehr positiv. «Es sind alles Italiener, das ist schon etwas ein Unterschied zu einem niederländischen oder deutschen Team», stellt er fest. «Es wird aber sehr professionell gearbeitet, und ich bin froh, dass alle sehr gut Englisch sprechen.»

Auch finanziell lohnt sich der Wechsel für den Sohn eines ehemaligen Auto- und Motorrad-Garagisten, nachdem er mehrere Jahre für seinen Traum drauflegen musste. Für die vielen Siege im letzten Jahr gab es etwas Geld, jetzt habe er einen guten Vertrag, mit dem er etwas verdiene. Die privaten Sponsoren brauche er aber immer noch, betont Aegerter.

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