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An der WM will Mathias Flückiger ganz oben stehen

An der WM will Mathias Flückiger ganz oben stehen

Nach Olympiasilber bietet sich Mathias Flückiger im italienischen Val di Sole die nächste Chance auf Gold an einem Grossanlass. In Abwesenheit zweier Hochkaräter ist der Berner der grosse WM-Favorit.

Agentur
sda
28.08.21 - 05:00 Uhr
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Zwei Weltcupsiege, Führung im Gesamtweltcup und Olympiasilber: Es waren keine leeren Worthülsen, als sich Mathias Flückiger vor der Saison mit einer markigen Ansage aus der Deckung begab und sich zur neuen Schweizer Nummer 1 vor dem lange unantastbaren Nino Schurter erklärte. Der 32-Jährige hat geliefert, mit Siegen und Olympiamedaille.

Fast 30 Jahre alt musste Flückiger werden, bis es mit dem fälligen ersten Sieg auf der höchsten Weltcupstufe klappte. Zu seiner zehnten WM bei der Elite tritt er nun als Topfavorit mit klarem Ziel an: «Ich war 2019 und 2020 jeweils WM-Zweiter, ich war in Tokio Zweiter. Nun will ich ganz oben stehen.»

Flückigers Chancen auf Gold stehen am Samstag so gut wie wohl noch nie. Der Junioren-Weltmeister von 2010 erfreut sich 2021 der Form seines Lebens. Zugleich fehlen im Trentino mit Thomas Pidcock und Mathieu van der Poel die zwei wohl härtesten Widersacher. Der britische Olympiasieger Pidcock fährt derzeit die Vuelta, der Niederländer Van der Poel, der in Tokio eine spektakuläre Bauchlandung hingelegt hat, erklärte aufgrund von Rückenschmerzen Forfait.

Schurter zum Neunten?

Zu Flückigers grössten Gegnern im Kampf um Gold zählt damit noch einmal Nino Schurter. Fabelhafte acht WM-Titel hat der 35-jährige Bündner schon angehäuft. Die vierte Olympiamedaille verpasste er in Tokio mit Platz 4 hinter dem Spanier David Valero Serrano knapp.

Es würde nur bedingt überraschen, sollte Schurter auf seinem erfolgreichsten (WM-)Terrain noch einmal zuschlagen. Allerdings spielt dem Rekordweltmeister das Wetter mutmasslich eher nicht in die Karten: Für den Samstag sind Regen und kühle Temperaturen zwischen 10 und 15 Grad angesagt. Im Gegensatz zu Flückiger mag es Schurter trocken und warm.

Auch bei Flückiger gibt es indes ein Fragezeichen: Der Spannungsabfall nach Tokio und die Termin-Flut haben ihm zugesetzt: «Ich fiel in ein Olympia-Loch. Mein Energielevel war deutlich tiefer als sonst, ich fühlte mich leer.» Fast zwei Wochen habe er gebraucht, bis er den Tritt wieder gefunden habe, so Flückiger.

Französinnen sinnen auf Revanche

Bei den Frauen sinnt die französische WM-Titelverteidigerin Pauline Ferrand-Prévot in Abwesenheit ihrer Teamkollegin Loana Lecomte auf Revanche. Während die zuvor im Weltcup geschlagenen Schweizerinnen in Tokio mit dem historischen Dreifachtriumph durch Jolanda Neff, Sina Frei und Linda Indergand brilliert haben, ist die hochkarätige französische Equipe überraschend ohne Medaille geblieben.

Dass die Schweizerinnen zuletzt abseits der Mountainbike-Trails viel um die Ohren hatten, spielt den Französinnen in die Karten. Die Olympiasiegerin Neff etwa räumte ein, in den letzten Wochen «eher wenig zum Trainieren gekommen» zu sein. Aufgrund der vielen Termine habe sie «700 Hürden mehr gehabt als die anderen», so Neff. «In Japan war meine Form sehr gut. Nun werden wir schauen, was von dieser Form noch übrig geblieben ist.»

Mit dem Gewinn von EM-Gold hat Ferrand-Prévot am vorletzten Wochenende in Novi Sad in Abwesenheit von Lecomte, Neff und Frei eine erste Reaktion gezeigt. Um die Olympia-Schmach ganz abzuhaken, braucht es noch mehr.

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