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Swiss Epic zum dritten Mal in Graubünden

Swiss Epic zum dritten Mal in Graubünden

Heute Dienstag startet das Swiss Epic nach den Jahren 2019 und 2020 zum dritten Mal in Graubünden. In fünf Etappen gilt es eine Distanz von 327 Kilometern und 11'000 Höhenmetern zu absolvieren.

Rinaldo
Krättli
16.08.21 - 15:32 Uhr
Mehr Sport
Das Swiss Epic 2021 findet rund um St. Moritz und Davos statt.
Screenshot Quattro Media

Rund 400 Zweierteams stellen sich der Herausforderung am Swiss Epic, das Teil der globalen Epic Series ist und dessen Krönung das bekannte Cape Epic in Südafrika ist. 11’000 Höhenmeter und 327 Kilometer Distanz müssen dabei auf Trails und Alppfaden absolviert werden. Die Routen werden dabei von Jahr zu Jahr neu erstellt. In diesem Jahr werden vor allem die Landschaften rund um St. Moritz und Davos unter die gefederten Räder genommen.

Hochkarätiges Feld trotz fehlenden Topstars

Das Teilnehmerfeld zeigt sich nicht mehr so hochkarätig wie auch schon. Klingende Namen wie Nino Schurter, Lars Forster, Jaroslav Kulhavy bei den Männern oder Linda Indergand oder Annika Langvad bei den Frauen sucht man dieses Jahr vergebens.

Mit dem Italiener Samuele Porro ist hingegen ein Marathonspezialist am Start, der in seiner Karriere bereits mehrere Erfolge feiern konnte und beste Chancen hat, das Swiss Epic 2021 zu gewinnen. Dreimal wurde er Zweiter an den Mountainbike-Europameisterschaften im Marathon (2018, 2019, 2021) sowie Dritter an den Weltmeisterschaften im Jahr 2019. Sein Teamkollege Fabian Rabensteiner gewann 2018 mit einem dritten Platz ebenfalls schon Edelmetall an Europameisterschaften im Marathon. Vor einem Jahr beendete das Duo das Swiss Epic auf Rang 2 hinter dem Duo Nino Schurter/Lars Forster.

Andrin Beeli mit Cape-Epic-Sieger am Start

Aus Bündner Sicht ist Andrin Beeli, der zusammen mit dem Aargauer Matthias Stirnemann fährt, einiges zuzutrauen. Stirnemann gewann 2017 an der Seite von Nino Schurter das Cape Epic in Südafrika. Andrin Beeli, der die Technik und steile Aufstiege zu seinen Stärken zählt, beendete vor zwei Jahren das Swiss Epic auf Rang 7. Mit Nicola Rohrbach aus Basel, der am Swiss Epic seinen 35. Geburtstag feiern wird, und dem 37-jährigen Berner Lukas Flückiger haben zwei routinierte Schweizer zudem Chancen auf ein Topresultat bei den Männern.

Ariane Lüthi mit Siegchancen

Bei den Frauen ist mit der Bernerin Ariane Lüthi eine zweifache Schweizer Mountainbikemeisterin im Marathon am Start (2018, 2019). Ihren grössten Erfolg erzielte die 37-Jährige an der Marathon-WM 2020, als sie Bronze gewonnen hat. Lüthi fährt im Duo mit der Südafrikanerin Robyn de Groot, die 2019 ihrerseits Bronze an den Mountainbike-Marathon-Weltmeisterschaften gewonnen hat.

Auch ohne Schurter und Co. ist das diesjährige Swiss Epic stark besetzt. Dass das Etappenrennen im Nu ausverkauft war, zeigt zudem das weiterhin grosse Interesse dieses Anlasses. Die Absage der absoluten Topstars der Szene hat seinen Grund wohl im dichten Rennkalender in diesem Jahr.

Renngeschehen rund um St. Moritz und Davos

Etappe 1: 62 Kilometer, 2350 Aufstiegsmeter

Start und Ziel ist in St. Moritz. Dazwischen werden die Alp Surlej, die Alp Prasüra, der Naturspeichersee Lej Alv auf 2550 Metern über Meer und die Via Engiadina abgeklappert.

Etappe 2: 61 Kilometer, 1850 Aufstiegsmeter

Die zweite Etappe startet ebenfalls in St. Moritz und führt via Alp Staz auf den Berninapass auf 2328 Meter über Meer. Danach geht es steil in die Tiefe nach Val Poschiavo auf 965 Meter über Meer.

Etappe 3: 75 Kilometer, 2300 Aufstiegsmeter

In der dritten Etappe ist wieder St. Moritz Ausgangspunkt. Über den Scalettapass geht es durchs Dischmatal Richtung Davos.

Etappe 4: 65 Kilometer, 2200 Aufstiegskilometer

Von Davos aus geht es in Etappe 4 via Selfranga-Trail in Richtung Sardasca Tal, den Spärra-Trail runter und wieder hoch zum Monbieler Wald. Via Wolfgangpass geht es wieder zurück nach Davos. Es ist eine Premiere, dass die Athletinnen und Athleten sich in einer Etappe nie über der Höhe von 2000 Metern über Meer befinden. Dennoch werden 2200 Höhenmeter absolviert.

Etappe 5: 63 Kilometer, 2200 Aufstiegskilometer

Von Davos aus geht es Richtung Monstein. Es folgt ein Talseitenwechsel nach Davos Wiesen auf einem Abschnitt des Alps Epics Trail, dem längsten Singletrail der Schweiz. Auf dem Weg zurück nach Davos muss die Clavadelerapl auf 1988 Metern über Meer bezwungen werden.

Detaillierte Infos zu den Routen gibt es auf der Internetseite von Swiss Epic.

Eindrücke der Routen gibt es zudem in den Videos und Animationen auf dem Youtube-Kanal von Swiss Epic.

Fadri Barandun will Heimvorteil nutzen

Nebst Andrin Beeli geht mit Fadri Barandun ein weiterer Einheimischer an den Start. Der 23-Jährige aus Samedan will dabei seinen Heimvorteil nutzen. Im Engadin kenne er jeden Trail in- und auswendig, sagt er im Interview mit Nadja Guetg gegenüber Radio Südostschweiz. Die Vorbereitungen seien hingegen alles andere als optimal verlaufen. Sein ursprünglich angedachter Teamkollege Oliver Zurbrügg verletzte sich an der Schulter. Drei Wochen vor dem Start musste er sich auf die Suche nach einem neuen Partner machen. Mit dem Deutschen Vinzent Dorn hat er aber doch noch einen starken Mitfahrer gefunden, ist Barandun überzeugt. Erklärtes Ziel ist eine Top-10-Rangierung.

Hier geht es zum ganzen Interview (Audio):

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