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Roger Federer: «Ich bin selber gespannt»

Roger Federer: «Ich bin selber gespannt»

Nach fast zwei Jahren kehrt Roger Federer am Dienstag beim Geneva Open wieder auf Sand zurück. Seine Erwartungen sind eher bescheiden. Noch.

Agentur
sda
vor 1 Monat in
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Auf den Plätzen des TC Eaux-Vives in Genf bereits fleissig am Trainieren: Roger Federer (li.) und sein Coach Severin Lüthi
Auf den Plätzen des TC Eaux-Vives in Genf bereits fleissig am Trainieren: Roger Federer (li.) und sein Coach Severin Lüthi
KEYSTONE/SALVATORE DI NOLFI

Die Verschiebung des French Open um eine Woche (Start am 30. Mai) ist das Glück der Turnierverantwortlichen in Genf. Erstmals können sie Roger Federer in ihrem Feld präsentieren. Und die Freude ist gegenseitig. Dass er nach seinem Mini-Comeback im März in Doha auch wieder auf Sand spielen wollte, war für den 20-fachen Grand-Slam-Champion schnell klar. Die Pause bis zur Rasensaison wäre sonst zu lang geworden. «Die Frage war: Spiele ich auch Roland Garros oder nur Turniere vorher», verrät Federer am Montagmorgen bei einer Videokonferenz. «Aber ich hatte doch Lust, in Paris zu spielen.» Und weil nun eine Woche dazwischen liegt, kommt Genf ebenfalls zum Handkuss.

Die Erwartungen sind noch «überschaubar», wie Federer sagt. «Ich bin selber gespannt, ob ich hier zwei, acht oder zehn Sätze spielen werde», gesteht er. In Doha war er noch nicht bereit für so viel Tennis. «Ich wusste, dass ich eine Stunde voll spielen kann, bei zwei Stunden wurde es schon kompliziert.» Als er in Katar zwei Tage in Folge antreten musste, war das zweite harte Spiel innert 24 Stunden bereits zu viel. «Ich wusste, das Tennis ist da, aber es fehlten Ausdauer, Spritzigkeit und vieles mehr.» Seither habe er aber keine Rückschläge mehr gehabt, viel trainiert und fühle er sich nun deutlich besser.

Weiter weg als 2016

In Genf wird Federer - falls das Wetter mitspielt - nach einem allfälligen Auftaktsieg am Dienstag bis zum zweiten Spiel einen Tag Pause erhalten. Er zählt auch darauf, dass es wieder etwas wärmer wird. «Am Sonntagmorgen habe ich bei 8 Grad und im Nieselregen mit Cilic trainiert», erzählt der 39-jährige Basler. «Das ist nicht schön.» Er habe aber in den letzten Wochen in der Schweiz auch oft bei tiefen Temperaturen trainiert und dabei keine Probleme mit dem Rücken gehabt.

Auch das Knie sollte nach den beiden Operationen im letzten Jahr halten. Mit 2016 lasse sich die Situation aber nicht vergleichen. Damals kehrte Federer nach einem halben Jahr Pause mit seinem Sieg am Australian Open mit Pauken und Trompeten zurück. «Jetzt komme ich von viel weiter zurück, es gibt viel mehr Fragezeichen.» Seit dem Australian Open im Januar 2020 hat er nur die beiden Partien in Doha gespielt.

Deshalb sind die Sandturniere in Genf und Paris auch nur «wie privilegiertes Training». Es geht darum, wieder in den Wettkampf-Rhythmus zu kommen, mich fit zu spielen und hoffentlich ein paar Matches zu gewinnen«. Auf Rasen seien die Erwartungen dann wieder deutlich höher, Wimbledon ist das grosse Ziel. »Aber nach Roland Garros werde ich besser wissen, wo ich stehen."

Ein Nachteil der Verschiebung des French Open um eine Woche ist ein gedrängteres Programm vor Wimbledon. Direkt im Anschluss folgt das Rasenturnier in Halle, das Federer bereits zehnmal gewonnen hat. Könnte da ein zu gutes Abschneiden in Paris wie vor zwei Jahren, als Federer erst im Halbfinal gegen Rafael Nadal ausschied, sogar zum Bumerang werden? Er lacht: «Das wäre ein gutes Problem, eines, das ich gerne nehmen würde.» Er habe oft nicht viel Zeit gehabt zwischen Paris und Halle. «Natürlich war ich da noch nicht 40 und kam nicht von Verletzungen zurück. Aber es hätte viel Positives, in Paris gut zu spielen.»

Dass Federer «schon seit Wochen mit den Roland-Garros-Bällen trainiert» unterstreicht, dass er nicht komplett ohne Ambitionen in die Sandsaison steigt. Und wenn es dann doch nicht klappt mit vielen Siegen, erhält er mehr Zeit für die Umstellung auf Rasen. Für den Moment eine Win-Win-Situation also.

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