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Von der Normalität noch weit entfernt

Von der Normalität noch weit entfernt

Kommende Woche greifen Belinda Bencic und Stan Wawrinka erstmals in diesem Jahr ins Wettkampfgeschehen ein. Die Vorbereitungsturniere auf das Australian Open stehen unter einem besonderen Stern.

Agentur
sda
vor 3 Monaten in
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Zumindest das Australian Open ab dem 8. Februar verspricht so etwas wie Normalität. Bis zu 50 Prozent der Zuschauerplätze sollen beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres gefüllt werden, und die Spieler und ihre Betreuer dürfen sich frei, also nicht in einer Blase, bewegen. Einer der ersten, der aus der Quarantäne, entlassen wurde, war Richard Gasquet. «Als erstes freue ich mich auf ein Essen im Restaurant», gab der Franzose zu Protokoll. «Zuhause sind diese ja alle geschlossen. Ich bin sehr glücklich, in Australien zu sein.»

Tatsächlich gehört Gasquet zu den glücklichen, denn er durfte nach der Ankunft - wie auch Stan Wawrinka und Jil Teichmann - in die «weiche» Quarantäne und fünf Stunden am Tag raus, um zu trainieren. 72 Spielerinnen und Spieler - darunter Belinda Bencic und Henri Laaksonen - durften 14 Tage nicht aus ihrem Hotelzimmer, weil sie auf einem der drei Charterflügen waren, auf denen Reisende nach der Ankunft positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Spätestens am Freitag sollte aber auch ihre Tortur zu Ende sein.

In Melbourne selber wird sich das Leben relativ normal anfühlen, denn seit 22 Tagen gibt es in der Hauptstadt des Bundesstaats Victoria keine positiven Fälle mehr. Entsprechend wird es zum Auftakt des australischen Tennissommers sogar Zuschauer in den Stadien geben.

Die kommende Woche wird aber nochmals alles andere als normal sein. Erstmals in der Geschichte des Sports wird es an gleicher Stätte nicht weniger als je drei offizielle Männer- und Frauenturniere geben: den ATP Cup mit zwölf Nationen, zwei ATP-Turniere der 250er-Kategorie mit den Spielern, die nicht am ATP Cup dabei sind, sowie drei WTA-Turniere der 500er-Kategorie - alle in der gleichen Woche auf der Anlage im Melbourne Park.

Wawrinka topgesetzt

Als erste Schweizerin dürfte Jil Teichmann (WTA 57) in der so genannten Gippsland Trophy um WTA-Punkte kämpfen. Die Bieler Linkshänderin trifft im Turnier, das am Sonntag beginnt, auf hochkarätige Gegnerinnen wie die Top-Ten-Spielerinnen Simona Halep, Naomi Osaka, Jelina Switolina und Aryna Sabalenka.

Erst am Mittwoch startet die Grampians Trophy, um den von der strengen Quarantäne betroffenen Athletinnen eine möglichst lange Vorbereitungszeit zu ermöglichen. Belinda Bencic (WTA 12) ist hinter Bianca Andreescu, der US-Open-Siegerin von 2019 aus Kanada, als Nummer 2 gesetzt.

Keine Schonzeit erhielten die Männer, deren Turniere am Montag beginnen. Da sämtliche nach Australien gereisten Top-Ten-Spieler im ATP Cup engagiert sind, sind der Belgier David Goffin (ATP 16) und der 35-jährige Waadtländer Stan Wawrinka (ATP 18) bei den beiden Events topgesetzt. Die härtesten Widersacher des Australian-Open-Champions von 2014 sind gemäss Papierform Grigor Dimitrov, Félix Auger-Aliassime und Borna Coric.

Keinerlei Klagen über die Quarantäne gab es aus Adelaide. Kunststück: In der Hauptstadt Südaustraliens erhielten die Topstars Novak Djokovic, Rafael Nadal, Dominic Thiem, Serena Williams, Ashleigh Barty, Osaka und Halep ein VIP-Setting. Als Dank spielen sie dort am Freitag noch eine Exhibition, ehe sie nach Melbourne dislozieren.

Wie viele Zuschauer dann jeweils in die Stadien dürfen, ist noch Gegenstand von Verhandlungen mit den Behörden. Die Verantwortlichen von Tennis Australia verkauften Tickets für 35 Prozent der Kapazität, hoffen aber noch auf eine Aufstockung auf 50 Prozent.

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