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Schweizer starten mit Sieg in die WM-Hauptrunde

Schweizer starten mit Sieg in die WM-Hauptrunde

Die Schweizer Handballer starten an der WM in Ägypten erfolgreich in die Hauptrunde. Das Team von Trainer Michael Suter bezwingt Island 20:18.

Agentur
sda
vor 1 Monat in
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Zwar gelang Island an den letzten fünf Grossanlässen (WM und EM) nie mehr der Sprung unter die ersten zehn, dennoch gehören die Nordländer zu den Top-Nationen im Handball. Elf Spieler aus dem aktuellen Team verdienen ihr Geld in der Bundesliga. Der Sieg der Schweizer ist angesichts der Umstände - sie rückten kurzfristig an die WM nach und kamen erst am letzten Donnerstag viereinhalb Stunden vor dem ersten Spiel gegen Österreich (28:25) in Ägypten an - noch höher einzuschätzen.

Suter sprach im Vorfeld der Partie gegen Island die Kraftproblematik an. Marvin Lier war angeschlagen, einige Spieler hatten Krämpfe, Topstar Andy Schmid fühlte sich schon nach fünften Minuten so, als wäre ihm der Stecker gezogen worden, und dennoch setzten sich die Schweizer durch, das unterstricht die wahnsinnige Moral im Team. «Es war sicher kein Handball-Leckerbissen, sondern ein purer Abnützungskampf», fasste Schmid die Partie zusammen.

Tatsächlich sagt das Resultat alles aus. Nach der 24:25-Niederlage am Montagabend gegen den sechsfachen Weltmeister Frankreich hatte man das Gefühl, dass die SHV-Auswahl in der Verteidigung nicht mehr besser spielen kann, das tat sie aber. Die Isländer fanden kaum einmal eine Lücke im Schweizer Bollwerk um Abwehrchef Samuel Röthlisberger.

Zudem scheiterten sie Mal für Mal am überragenden Goalie Nikola Portner, der insgesamt 13 Paraden zeigte. «Ich geniesse jede Minute, seit Michi am (vorletzten) Dienstagabend angerufen hat, dass wir nach Ägypten reisen. Für mich ist ein Traum wahr geworden», sagte der Captain des Teams. «Jeder kämpft, jeder gibt alles, ich bin einfach nur stolz, das Schweizer Kreuz auf der Brust zu tragen.»

Die Schweizer lagen zwar mehrheitlich in Führung, mehr als mit zwei Toren konnten sie sich aber nie absetzen. In der 55. Minute gerieten sie mit 16:17 zum dritten Mal nach dem 2:3 (9.) und 14:15 (46.) in Rückstand. In der Folge wehrte Portner beim Stand von 17:17 und 18:17 je einen Wurf von Olafur Gudmundsson respektive Elvar Jonsson ab. 34 Sekunden vor dem Ende machte Andy Schmid mit dem 20:18, seinem sechsten Tor in diesem Spiel, alles klar.

Der fünffache MVP der Bundesliga konnte sein immenses Pensum an dieser WM zwar nicht kaschieren und verzeichnete acht Fehlwürfe und drei technische Fehler. Als es jedoch «um die Wurst ging», war auf ihn Verlass, was seine Klasse unterstreicht. Die beste Note im Schweizer Angriff verdiente sich Roman Sidorowicz, der vier Tore aus fünf Versuchen erzielte. Zudem zeigte sich Linkshänder Nicolas Raemy (3 Treffer), der in der Vorrunde nicht wie gewünscht auf Touren gekommen war, stark verbessert.

Die Schweizer feierten im 37. Duell gegen die Nordländer erst den achten Sieg (fünf Unentschieden). Damit stehen sie nun in der Hauptrunde mit zwei Punkten zu Buche - der Erfolg gegen das ausgeschiedene Österreich zählt in dieser Rangliste nicht. «Der taktische Plan ist aufgegangen», sagte Suter. «Wir wollten den Leuten in der Schweiz in der schwierigen Corona-Zeit ein bisschen gute Laune in die Stuben bringen, das ist uns gelungen. Es ist eine weitere ganz, ganz verrückte Geschichte in unserem WM-Abenteuer, die fast nicht zu toppen ist.»

Schmid ergänzte: «Wir befinden uns auf einer Welle und liefern Spiel für Spiel grossartige Leistungen ab. Nun gilt es, in den nächsten Tagen nicht zu viel zu überlegen. Portugal ist ein ähnliches Kaliber. Wir werden wieder Vollgas drauflosgehen.» Die Partie gegen die Portugiesen, gegen welche die Schweizer zuletzt dreimal hintereinander gewonnen haben, findet am Freitag um 15.30 Uhr statt.

Telegramm:

Schweiz - Island 20:18 (10:9)

Madinat Sittah Uktubar. - keine Zuschauer. - SR Schulze/Tönnies (GER). - Torfolge: 2:1, 2:3, 5:3, 7:5, 7:7, 10:9; 11:9, 11:11, 13:11, 13:13, 14:13, 14:15, 16:15, 16:17 (55.), 19:17, 20:18. - Strafen: 5mal 2 Minuten gegen die Schweiz, 2mal 2 Minuten plus Rote Karte (Petersson/33.) gegen Island

Schweiz: Portner (13 Paraden)/Bringolf (für 1 Penalty/1 Parade); Schmid (6 Tore/1), Rubin (1), Tynowski (3), Svajlen, Lier (1), Sidorowicz (4), Raemy (3), Röthlisberger, Schelker (1), Tominec, Zehnder, Milosevic (1), Novak, Ben Romdhane.

Island: Björgvinsson (1 Parade)/Gustavsson (2 Tore, 9 Paraden); Viggo Kristjansson (2 Tore/1), Elisson (2/1), Jonsson (2), Gislason, Gudmundsson (4), Petersson (1), Gunnarsson, Gisli Kristjansson (2), Arnarsson, Gudjonsson (1), Gretarsson (1), Kristjan Kristjansson (1), Vidarsson.

Bemerkungen: Schweiz ohne Meister (verletzt), Küttel (krank), Maros (positiv auf Corona getestet), Gerbl und Grazioli (beide überzählig). Portner hält Penalty von Elisson (39./13:12). Bringolf hält Penalty von Viggo Kristjansson (52./16:15).

Resultate/Rangliste:

Hauptrundengruppe 3. Mittwoch: Schweiz - Island 20:18 (10:9). Frankreich - Algerien 29:26 (16:14). Portugal - Norwegen 28:29 (14:16). - Rangliste: 1. Frankreich 3/6 (82:74). 2. Norwegen 3/4 (84:81). 3. Portugal 3/4 (79:71). 4. Schweiz 3/2 (69:74). 5. Island 3/2 (80:69). 6. Algerien 3/0 (69:94).

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