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Kopf-an-Kopf-Duell zwischen Hindley und Geoghegan Hart

Das Finale des 103. Giro d'Italia entwickelt sich zum Sekundenkrimi. Jai Hindley und Tao Geoghegan Hart werden den Gesamtsieg im abschliessenden Zeitfahren vom Sonntag wohl unter sich ausmachen.

Agentur
sda
Samstag, 24. Oktober 2020, 20:16 Uhr Rad
Der Brite Tao Geoghegan Hart (vorne) und der Australier Jai Hindley werden am Sonntag den Giro-Gesamtsieg unter sich ausmachen
Der Brite Tao Geoghegan Hart (vorne) und der Australier Jai Hindley werden am Sonntag den Giro-Gesamtsieg unter sich ausmachen
KEYSTONE/AP/Fabio Ferrari

Das gab es noch nie in der Geschichte der Italien-Rundfahrt: Am Vorabend der letzten Etappe liegen Jai Hindley und Tao Geoghegan Hart nach über 85 Rennstunden zeitgleich an der Spitze der Gesamtwertung. Der 24-jährige Australier und der ein Jahr ältere Brite sind nach 20 Etappen und über 3300 Kilometern nur durch Hundertstelsekunden aus den Einzelzeitfahren getrennt.

Eine dritte solche Prüfung gegen die Uhr wird am Sonntag in Mailand auch über den Gewinner der zweiten Grand Tour dieser Corona-Saison entscheiden. Hindley wird die finalen 15,7 Kilometer dieser dreiwöchigen Rundfahrt als letzter Fahrer und Träger der Maglia rosa in Angriff nehmen, nachdem er am Samstag seinem Sunweb-Teamkollegen Wilco Kelderman das Leadertrikot abgenommen hat.

Hindley und Geoghegan Hart lieferten sich in der letzten Bergetappe, die aufgrund behördlicher Vorgaben nicht wie vorgesehen durch Frankreich führen konnte, einen spannenden Kampf um das rosa Trikot. Während Hindley vor dem letzten von drei Anstiegen zum Zielort in Sestriere den Bonussprint gewann, setzte sich Geoghegan Hart im Zielsprint bergauf durch und liess sich nach dem Gewinn der 15. Etappe zum zweiten Mal als Tagessieger feiern. Die Addition der gewonnenen Bonussekunden führte letztlich zu einer Patt-Situation im Gesamtklassement.

Wer hat die besseren Karten im Zeitfahren?

Wer von den beiden besitzt im flachen Schluss-Zeitfahren die besseren Karten? Hindley, der am Donnerstag die Königsetappe für sich entschied und auch am Samstag im Schlussanstieg lange Zeit den stärkeren Eindruck hinterliess? Oder Geoghegan Hart, der Mann aus London, der nach dem frühen Ausfall seines Teamkollegen Geraint Thomas bei Ineos Grenadiers zum Ersatz-Captain aufstieg und in den vergangenen drei Wochen einen wahren Steigerungslauf hinlegte.

Beide gelten jedenfalls nicht als ausgewiesene Spezialisten im Zeitfahren. Hindley hat in diesem Giro einen 46. und 34. Platz vorzuweisen, Geoghegan Hart klassierte sich im 126. und 13. Rang. Trotzdem ist nicht zu erwarten, dass andere Fahrer sie auf dem kurzen Stück noch abgefangen werden. Der drittplatzierte Kelderman, der am Samstag bereits im zweitletzten Anstieg den Anschluss verlor und nach zwei Tagen als Leader entthront worden ist, liegt bereits 1:32 Minuten zurück. Der Spanier Pello Bilbao (2:51 zurück) und der Portugiese Joao Almeida (3:14), der 15 Tage lang im rosa Trikot gefahren ist, dürfen sich in Mailand höchstens noch Chancen aufs Podium ausrechnen.

Dennis mit überragender Helfer-Leistung

Den letzten Tagessieg in der Metropole der Lombardei werden die Spezialisten unter sich ausmachen. Dazu zählen mit Filippo Ganna - der aktuelle Weltmeister gewann die ersten beiden Zeitfahren in diesem Giro - und Rohan Dennis auch zwei Teamkollegen von Ineos-Profi Geoghegan Hart. Dennis erwies sich am Samstag als äusserst wertvoller Helfer. Als Tempomacher zermürbte der zweimalige Zeitfahr-Weltmeister in den letzten beiden Anstiegen nach Sestriere die Gegner von Geoghegan Hart praktisch im Alleingang. Das Ziel erreichte der Australier nur 25 Sekunden hinter dem Spitzenduo als Tagesdritter.

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