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Démare siegt im Sprint

Die 4. Etappe des Giro d'Italia nach Villafranca Tirrena wird zur Beute von Arnaud Démare. Der Franzose von Groupama-FDJ setzt sich im Sprint hauchdünn vor Peter Sagan und Davide Ballerini durch.

Agentur
sda
Dienstag, 06. Oktober 2020, 19:12 Uhr Rad

Nach der Zieleinfahrt in Villafranca Tirrena setzte keiner aus dem Siegertrio zum Jubel an. Praktisch synchron hatten Arnaud Démare, Peter Sagan und Davide Ballerini die Ziellinie nach 140 km überquert, sodass der Sieger von blossem Auge nicht zu bestimmen war. «Ich hatte keine Ahnung, dass ich gewonnen habe», sagte der Franzose Arnaud Démare, nachdem ihm das Zielfoto auf Sizilien den zweiten Etappensieg am Giro in der Karriere bestätigt hatte.

Der 29-jährige Franzose vom Team Groupama-FDJ überspurtete auf den letzten Metern den Slowaken Peter Sagen, der den Sprint etwas zu früh lanciert hatte, wie auch den Italiener Ballerini, der das Rennen im 3. Rang beendete. Für Démare ist der zehnte Etappen-Sieg seit der Wiederaufnahme der Rennen nach dem Corona-Lockdown zugleich der wichtigste.

Während Démare die letzten Millimeter des Rennens gehörten, war der Fokus zuvor mit Simon Pellaud auf einen Schweizer gerichtet. Der 27-jährige Profi vom Team Androni Giocattoli-Sidermec riss bei Rennfreigabe als Teil einer Dreiergruppe aus und übernahm am einzigen Hindernis des Tages das Zepter alleine. Im durchschnittlich 5,2 Prozent steilen Anstieg zum Portella Mandrazzi distanzierte der Oberwalliser seine beiden Begleiter und konnte vom Peloton erst 22 km vor dem Ziel gestellt werden. Pellaud beendete die Etappe mit rund einer Minute Rückstand.

Im Gesamtklassement brachte die in Catania gestartete 4. Etappe wie erwartet keine grossen Umstürze. Dank Bonifikations-Sekunden bei der Sprintwertung 26 Kilometer vor dem Ziel schuf sich Leader Joao Almeida von Deceuninck-Quick Step ein Polster von zwei Sekunden auf den Kolumbianer Jonathan Caicedo.

Die 5. Etappe am Mittwoch führt über 225 km von der kalabrischen Stadt Mileto nach Camigliatello Silano. Auf den letzten rund 40 km wartet ein Anstieg der ersten Kategorie zum Valico di Monte Scuro auf 1612 m auf die Fahrer, ehe es hinunter ins Ziel geht.

Wackermann nach Kollision mit Absperrung im Spital

Luca Wackermann ist im Finale der 4. Etappe des Giro d'Italia mit einem Absperrgitter kollidiert und musste in Spitalpflege überführt werden. Der italienische Radprofi vom Team Vini Zabu-KTM soll sich gemeinsam mit Teamkollege Etienne van Empel rund 800 Meter vor dem Ziel befunden haben, als sie von der Absperrung erfasst wurden.

Gemäss Teamchef Angelo Citracca soll ein tief fliegender TV-Helikopter das Absperrgitter auf die Strasse befördert haben. Während der Niederländer Van Empel das Rennen beenden konnte, war Wackermann zunächst ohnmächtig. Im Krankenwagen sei der Italiener allerdings wieder ansprechbar gewesen. «Ich habe mit ihm telefoniert, und er war okay und ruhig, weshalb unsere schlimmsten Befürchtungen nicht eingetreten sind», sagte Francesco Frassi, der sportliche Leiter von Vini Zabu-KTM.

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