×

Weltklasse Zürich lanciert neues Leichtathletik-Format

Das Leichtathletik-Meeting Weltklasse Zürich organisiert am 9. Juli Fernduelle auf Weltniveau. An diesem Donnerstagabend treten 30 Stars in 8 Disziplinen und 7 Stadien zeitgleich gegeneinander an.

Agentur
sda
Dienstag, 09. Juni 2020, 13:57 Uhr Leichtathletik
Mujinga Kambundji darf im Juli im Letzigrund antreten, das Publikum hingegen, dem sie auf diesem Bild zuwinkt, muss draussen bleiben.
Mujinga Kambundji darf im Juli im Letzigrund antreten, das Publikum hingegen, dem sie auf diesem Bild zuwinkt, muss draussen bleiben.
KEYSTONE/WALTER BIERI

Pro Wettkampf wird sich jeweils ein Trio messen. Dabei treffen Europa, Amerika und der Rest der Welt aufeinander. Jeweils drei Stars werden in verschiedenen Stadien und auf teils ungewohnten Distanzen zeitgleich gegeneinander antreten. Über 150 m etwa trifft Shaunae Miller-Uibo, die Olympiasiegerin von den Bahamas über 400 m, auf die sechsfache Olympiasiegerin Allyson Felix aus den USA und Mujinga Kambundji. Die WM-Dritte von Doha 2019 über 200 m startet dabei in Zürich, Felix in Kalifornien und Miller-Uibo in Florida.

Neben Zürich, Kalifornien und Florida werden auch die Standorte New York, Lissabon und Papendal in den Niederlanden integriert. Die siebente Destination ist noch nicht definitiv bestimmt. Die Frauen messen sich in den Disziplinen 150 m, 300 m Hürden, 3x100 m und Stabhochsprung. Die Männer rennen über 100 Yards (91,44 m), 200 m und tragen einen Dreisprung aus. Die vierte Disziplin steht noch nicht fest.

Von den Schweizer Assen gelten neben Kambundji die Europameisterin Lea Sprunger über 300 m Hürden (u.a. gegen die Weltmeisterin Dalilah Muhammad), Ajla Del Ponte zusammen mit Kambundji in der Staffel (u.a. gegen ein Team um Dafne Schippers) und Alex Wilson über 200 m (u.a. gegen Weltmeister Noah Lyles) als fix.

Die «Weltklasse Zürich Inspiration Games» organisieren die Zürcher im Verbund mit dem Weltverband World Athletics, der Diamond League, dem Zeitmesser Swiss Timing und dem Schweizer Fernsehen als Antwort auf die Coronavirus-Krise. Die SRG SSR produziert ein anderthalbstündiges TV-Format, das weltweit ausgestrahlt sowie in den drei Schweizer Sprachregionen ab 20 Uhr live übertragen wird. Swiss Timing wird vier Stadien mit synchronisierten Zeitmess-Systemen ausstatten, die während der Wettkämpfe die Daten in Echtzeit generieren und die Resultate direkt im TV aufleuchten lassen.

Vor der Corona-Pandemie war das Meeting Weltklasse Zürich im September 2020 als Diamond-League-Final in allen 24 Disziplinen vorgesehen. Der dreitägige Event wurde Mitte Mai definitiv abgesagt. Er wird erstmals 2021 im Letzigrund und auf Aussenstationen in der Stadt Zürich stattfinden. Auch für 2022 hat Zürich bereits den Zuschlag für die Organisation des Diamond-League-Finals erhalten.

Die Diamond League findet heuer nicht als weltumspannende Serie statt. Die Meetings der höchsten Kategorie organisieren in Eigenregie Leichtathletik-Anlässe. Den Auftakt macht diesen Donnerstag Oslo, wo unter anderen Lea Sprunger und Selina Büchel starten. Was die Athletissima in Lausanne am 2. September plant, ist noch nicht bekannt.

Weltklasse Zürich war bereits eine treibende Kraft hinter dem «OneMillionRun», der Ende Mai über 80'000 Menschen in der Schweiz symbolisch und gemeinsam aus dem Stillstand bewegte. Die Zürcher wollen die Coronavirus-Krise trotz aller Widerwärtigkeiten für den Sport als Chance für neue Formate nutzen. Ob nach dem «OneMillionRun» und «Weltklasse Zürich Inspiration Games» weitere Projekte dieser Art realisiert werden, bleibt abzuwarten.

Kommentar schreiben

Kommentar senden