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Kommentar

Bewegen wir uns trotzdem

Tobias
Kreis
Donnerstag, 19. März 2020, 15:18 Uhr
SYMBOLBILD PIXABAY

«Bleiben Sie zu Hause, insbesondere, wenn Sie krank sind oder 65 Jahre alt oder älter sind. Es sei denn, Sie müssen zur Arbeit gehen und können nicht von zu Hause ausarbeiten, oder Sie müssen zum Arzt oder zur Apotheke gehen, oder Sie müssen Lebensmittel einkaufen oder jemandem helfen.» So lautet die Empfehlung des Bundesrates in diesen Zeiten des Coronavirus’ – und wir alle tun gut daran, ihr zu folgen.

Das Problem ist, dass ich nicht nur Journalist, sondern auch Bewegungsmensch bin. Mein letztes Fussballtraining fand vergangenen Freitag statt. Gefühlt bis in alle Ewigkeiten sind nun alle Vereinsaktivitäten eingestellt. Doch bereits zu Anfang dieser Woche verspürte ich den unbedingten Drang nach Bewegung. Es ist ein Drang, dem ich früher oder später nachgeben muss. Sonst werde ich unleidig.

Sich sinnvoll zu bewegen, ist in diesen «Lockdown-Zeiten» aber gar nicht so einfach. Das «Gym» hat geschlossen, Vereinsaktivitäten sind untersagt, Tennis, Badminton oder Squash ist auch nicht.

Und doch sollten wir uns unbedingt weiterhin bewegen. Nicht nur ich, sondern wir alle. Denn es ist keineswegs so, dass wir das Coronavirus am effizientesten Bekämpfen, indem wir nur rumsitzen. Moderater Ausdauersport stärkt das Immunsystem. Und ein intaktes Immunsystem ist bei der Bekämpfung von Viren und Bakterien ausschlaggebend.

Wenn wir etwas weiter in die Zukunft blicken, können wir durch mehr Bewegung vielleicht sogar dazu beitragen, die durch das Coronavirus verursachten Kosten aufzufangen. Gemäss dem Bundesamt für Statistik sind in der Schweiz rund 41 Prozent der Erwachsenen übergewichtig (BMI 25 oder höher), zehn Prozent davon adipös (BMI 30 oder höher). Übergewicht und Adipositas zählen zu den Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einige Krebsarten. Die dadurch verursachten Gesundheitskosten sind zwischen 2002 und 2012 von 2,7 auf 8 Milliarden Franken gestiegen. Es ist Geld, das im Angesicht düsterer Wirtschafsprognosen und drohender Rezession wunderbar anderweitig eingesetzt werden könnte.

Bereits wenig Bewegung hat einen grossen Effekt

Gerade jetzt ist es also wichtig, dass wir uns alle genug bewegen. Doch was ist genug? Und was will man denn überhaupt machen, wenn es kaum noch Angebote gibt?

Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 64 Jahren, sich mindestens 150 Minuten pro Woche mit moderater Intensität zu bewegen und mindestens zweimal pro Woche ein Krafttraining zu absolvieren. Benutzen wir die Treppe statt den Lift. Lassen wir den täglichen Spaziergang nicht einfach weg. Gehen wir weiterhin joggen – halt alleine. «Social Distancing» funktioniert ausserhalb der eigenen vier Wände manchmal fast noch besser als innerhalb.

Auch das geschlossene «Gym» darf nicht als Ausrede gelten. Es müssen nicht die grossen Gewichte sein, um einen positiven Gesundheitseffekt zu erzielen. Bereits zwei 20-minütige «Workouts» zu Hause und ohne Fitnessgeräte reichen aus. Hier eine Inspiration:

Und dann gibt es auch noch die etwas spassigeren Bewegungsformen. In den sozialen Medien macht die #stayathomechallenge die Runde. Auch der Autor hat sich an einer versucht. Viel Spass beim Nachmachen.

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