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Für Volley Näfels gibt es in der Quali zu wenig zu jubeln

Der sechste Rang nach der Qualifikation ist eine Enttäuschung für Näfels. Der Grund dafür sind vermeidbare Niederlagen im letzten Jahr. Seit Januar ist bei Näfels jedoch eine Leistungssteigerung auszumachen.

Südostschweiz
Dienstag, 11. Februar 2020, 04:30 Uhr Enttäuschung
Sieg über Amriswil: Auf diesem Level muss es bei Näfels weitergehen, wollen die Glarner in den Play-offs mehr Grund zum Jubeln haben als in der Qualifikation.
KÖBI HEFTI

von Köbi Hefti

Die Qualifikationsphase der Volleyball-Meisterschaft ist abgeschlossen. Die Startplätze für die Play-offs sind ausgemarcht. Biogas Volley Näfels klassiert sich wie schon in der letzten Saison auf dem sechsten Rang. Im Play-off-Viertelfinale treffen die Glarner damit auf das drittplatzierte Volley Luzern.

Nur Lokalrivale Jona und die beiden Aufsteiger Traktor Basel und Lutry-Lavaux konnte Näfels in Schach halten. Das ist zweifelsohne eine Enttäuschung. Man habe gehofft, dass man unter den ersten vier klassiert sei, sagte Präsident Martin Landolt. Er relativiert aber sogleich: «Näfels ist eine bessere Mannschaft, als es der sechste Rang darstellt.»

Wenn der Wurm drin ist

Der Auftakt in die Meisterschaft gelang Näfels perfekt. Das auf vielen Positionen neu zusammengestellte Team mit dem neuen Trainer Oskar Kaczmarczyk überraschte Schweizermeister Lausanne UC in dessen Halle mit einem 3:1-Sieg. Doch dann folgten die beiden Heimniederlagen gegen Chênois und Luzern, was Näfels in der Folge verunsicherte. Oder wie es Martin Landolt sagt: «Wenn der Wurm einmal drin ist, wird es schwierig.»

Immer wieder strauchelten die Näfelser in den entscheidenden Phasen eines Spiels, gaben klare Führungen preis und verloren am Ende Spiele, welche mit mehr Cleverness hätten gewonnen werden können. Captain Kai Aebli beschreibt es folgendermassen: «Wir spielten eine Qualifikation mit vielen Aufs und Abs. Wir zeigten sehr gute Spiele, aber auch andere. Häufig fehlte nicht viel. Dieses fehlende Quäntchen machte es aus, dass wir am Ende der Qualifikation nicht weiter oben stehen.»

In dieselbe Kerbe schlägt Kaczmarczyk: «Der Rang ist enttäuschend. Wir erwarteten mehr. Doch die Liga war dieses Jahr sehr ausgeglichen. Wir verloren zwei, drei Spiele, die wir nicht hätten verlieren dürfen. Deswegen stehen wir da, wo wir jetzt sind. Aber wir sind bereit für die Play-offs, ich schaue dieser Phase positiv entgegen.»

Sieg gegen den Leader

Näfels zeigte sich vor allem bis Weihnachten als Team, das grossen Schwankungen unterworfen war. Klappte die Annahme, spielte Näfels schnell und erfolgreich. Misslangen jedoch nur wenige Aktionen in kurzer Zeit, verlor es oft den Faden und tauchte ab. Ein weiteres Thema waren die Services: mal hervorragend, mal äusserst drucklos und dazu noch gespickt mit unverständlichen Fehlern.

Doch nach dem völlig missglückten Dezember schlug Näfels im Januar ein neues Kapitel auf. Die Mannschaft liess sich nicht mehr so schnell verunsichern und steigerte sich klar. «Unser Trainer sagte immer wieder, dass irgendjemand einmal den Abzug auf der Pistole drücken müsse, dann würden wir gut spielen. Dies geschah im Januar. Wir fanden die Balance im Team. Oft spielten wir mit viel Risiko und es ging auf», erklärt Kai Aebli. Der Höhepunkt dieser Steigerung folgte mit dem Heimsieg gegen den Leader aus dem Thurgau. «Gegen Amriswil hat man endlich das gesehen, worauf alle schon lange gewartet haben», so Martin Landolt zum wohl besten Spiel seiner Mannschaft.

Um das Saisonziel mit einem Rang unter den ersten vier zu erreichen, muss Näfels ab sofort konstante Leistungen wie gegen Amriswil folgen lassen. Ein Auf und Ab liegt in den Play-offs nicht mehr drin.

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