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So unterstützen Lottospieler Graubündens Sport und Kultur

Anfang Januar feierte das Schweizer Zahlenlotto seinen 50. Geburtstag und bescherte seither 962 Personen in der Schweiz Millionengewinne. Doch nicht nur Einzelpersonen, sondern auch der Sport und die Kultur profitieren davon, wenn viel Lotto gespielt wird. Wir zeigen auf, wie das in Graubünden funktioniert.

Simone
Zwinggi
Mittwoch, 05. Februar 2020, 04:30 Uhr Wer profitiert?
Wer fleissig Lotto spielt, unterstützt unter anderem Sport und Kultur.
ARCHIV

«Es waren in den letzten Jahren durchschnittlich rund elf Millionen Franken von der Interkantonalen Landeslotterie Swisslos, mit denen der Kanton Graubünden den Sport, die Kultur sowie den Natur- und Heimatschutz unterstützen konnte», erklärt Pino Dettli vom Erziehungs-, Kultur- und Umweltschutzdepartement (EKUD). Dettli, zuständig für die Abteilung Finanzen & Controlling der Departementsdienste EKUD, findet es positiv, dass diese Summe r Sportvereine, Nachwuchssportler, kulturelle Veranstaltungen und Projekte sowie für den Bereich Natur- und Heimatschutz ausgerichtet werden kann. «Der Anteil am Reingewinn der Swisslos wird im Verhältnis der Bevölkerungszahl und deren Wetteinsatz auf die einzelnen Kantone aufgeteilt», so Dettli. Je fleissiger die Bündner Lotto spielen, desto mehr Geld kommt also in den Swisslos-Topf. Und wer profitiert davon?

Ohne Fleiss kein Preis

Im Bereich Kultur werden zum Beispiel Theaterveranstaltungen, Buchpublikationen, Konzerte, Ausstellungen und Materialanschaffungen (z.B. Instrumente) mit Geld aus dem Swisslos-Topf unterstützt. Ebenso werden die Kultur-, Anerkennungs- und Förderungspreise daraus bezahlt. Doch ohne Fleiss kein Preis: Wer Swisslos-Geld beantragt, muss zuerst etwas Bürokratiearbeit auf sich nehmen. Damit ein Gesuch von der Kulturförderung überhaupt geprüft wird, muss es neben Angaben zu den Gesuchstellenden und der Projektbeschreibung auch ein detailliertes Budget sowie einen detaillierten Finanzierungsplan enthalten.

«Das Gesuch muss weiter mindestens drei Monate vor der Durchführung des Projekts eingereicht werden», erklärt Andrea Conrad von der Kulturförderung Graubünden. Für Projekte mit einem Budget, das den 150'000-Franken-Rahmen sprenge, gebe es drei fixe Eingabetermine pro Jahr.

Echt bündnerisch

Sind die formalen Anforderungen erfüllt und besteht ein angemessener Bezug zum Kanton Graubünden, so wird das Gesuch bzw. das darin beschriebene Projekt inhaltlich genau unter die Lupe genommen. Wird das Projekt professionell umgesetzt? Ist es regional verankert und setzt es Impulse? Greift es aktuelle gesellschaftliche Themen auf oder schafft es einen kulturellen Mehrwert?

Mit diesen Kriterien beschäftigt sich die siebenköpfige Kulturkommission – in der Regel bei Beitragsgesuchen mit einem Budget von über 20‘000 Franken, wie Conrad erklärt. Bei tieferen Beträgen werden die Gesuche in der Kulturförderung verarbeitet. Ob ein Projekt finanziell unterstützt wird, entscheiden letztlich das Departement (Beiträge bis 50‘000 Franken) und die Regierung (Beiträge höher als 50‘000 Franken). «Die Kulturkommission prüft rund 60 Gesuche pro Jahr», so Conrad. In der Regel liege den Gesuchstellern ein Entscheid innert vier Wochen nach Eingang des Gesuchs vor.

Seriosität und Impulse

Im Jahr 2018 erhielt die Bündner Kultur rund sieben Millionen Franken an Zusicherungen (Projektbeiträge, Preise, Wettbewerbe und Ateliers) von Swisslos. 973 Gesuche bzw. Anträge sind gemäss Conrad berücksichtigt worden. Einer der kleinsten vergebenen Beträge waren 500 Franken für Instrumente, danach ist die Bandbreite relativ breit: So finden sich zum Beispiel auf der Liste mit den Mittelverwendungen 10'000 Franken für eine Ausstellung, 5000 Franken für eine Buchpublikation, 30'000 Franken für ein Festival.

Sportlich engagiert

Dem Bündner Sport kamen 2018 rund 3,6 Millionen Franken aus dem Sportfonds zugute – Sportvereine, Sportverbände sowie einzelne Sportler profitierten von einem Zustupf.

Für Sportveranstaltungen erhalten Vereine je nach Anzahl Teilnehmern, Dauer und Reichweite/Bedeutung eine finanzielle Unterstützung aus dem Sportfonds. So erhält zum Beispiel ein Verein für eine eintägige Laufveranstaltung mit 200 Teilnehmern zwischen 900 - 1'700 Franken, wie Thierry Jeanneret, Leiter Graubünden Sport, erklärt. Selbstverständlich muss auch hier formal alles stimmen: So muss das Gesuch mindestens vier Wochen vor der Veranstaltung eingereicht werden. Nicht unterstützt werden Anlässe, die dem allgemeinen Meisterschaftsbetrieb angehören.

Auch bei Sportmaterialien und Sportgeräten haben Vereine die Möglichkeit, eine finanzielle Unterstützung zu beantragen. Ebenso können für die Erstellung, Erneuerung oder Erweiterung von Sportanlagen und Sportbauten bis 20 Prozent der Gesamtkosten aus dem Sportfonds finanziert werden – von dieser Leistung ausgeschlossen sind Sportanlagen, die von öffentlichen Körperschaften erstellt oder die kommerziell genutzt werden. So kann zum Beispiel ein Tennisclub, der seine Anlagen auf eigene Kosten saniert, erneuert oder neu baut, 20 Prozent der anrechenbaren Kosten bis maximal 100'000 Franken aus dem Sportfonds auslösen, wie Jeanneret erklärt.

Weiter werden auch Nachwuchssportler, die im Besitz einer nationalen Swiss Olympic Talent Card sind, unterstützt.

2018 wurden 815 Gesuche positiv beurteilt

2018 seien 860 Gesuche bei Graubünden Sport eingegangen, sagt Jeanneret. «Davon konnten 815 Gesuche positiv beurteilt werden.» Die siebenköpfige Sportförderungskommission beurteilt Gesuche ab einem Beitragsvolumen von 25'000 Franken und beantragt die entsprechenden Gelder beim Departement bzw. der Regierung (ab 50'000 Franken).

Details zur Gesuchstellung in der Kulturförderung sind hier und für jene im Sportbereich hier zu finden.

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