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Federer: «Wie eine Schachpartie»

In einem möglichen Viertelfinal gegen Stan Wawrinka wäre Roger Federer an den Swiss Indoors klarer Favorit - auf dem Papier. Der Maestro sieht es trotz Glanzauftritten nicht so einfach.

Agentur
sda
Donnerstag, 24. Oktober 2019, 02:48 Uhr Tennis
In Basel immer überzeugend: Roger Federer würde sich über einen Viertelfinal gegen Stan Wawrinka freuen
In Basel immer überzeugend: Roger Federer würde sich über einen Viertelfinal gegen Stan Wawrinka freuen
KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS

Roger Federer überzeugte bei seinen ersten beiden Einsätzen an den Swiss Indoors auf der ganzen Linie. Einzig 2006, auf dem Weg zu seinem ersten von bislang neun Titeln in Basel, verlor er in den ersten zwei Spielen noch ein Game weniger als in diesem Jahr. Die Form stimmt also.

Nun hofft jeder, dass es am Freitag zu einem Duell der beiden Schweizer Stars Federer und Stan Wawrinka kommt. Dafür muss der Waadtländer am Donnerstag noch seinen Achtelfinal gegen den Amerikaner Frances Tiafoe gewinnen. Eine alles andere als einfache Aufgabe, doch auch Wawrinka überzeugte in seinem Auftaktspiel.

Sollten sich die beiden gemeinsamen Doppel-Olympiasieger von 2008 ein 27. Mal gegenüber stehen, würde dennoch alles für Roger Federer sprechen. Einzig auf Sand hat er dreimal gegen seinen Kumpel verloren, und in der St. Jakobshalle ist er seit 22 Spielen ungeschlagen. Alles Roger also? Nicht für Federer.

«Ich sehe es nicht so, dass ich hier besonders klarer Favorit bin», warnt der 38-jährige Basler. «Auf einem Indoor-Belag kann es, wie auf Rasen, sehr schnell gehen.» Die Margen seien klein, auch Wawrinka könne mit seinem Aufschlag mehrere Games lang dominieren. Er gibt aber zu: «Auf schnellen Belägen ist es sicher etwas einfacher, ihn aus dem Konzept zu bringen. Da ist es für mich bis jetzt meist, oder sogar immer, aufgegangen.» Es sei aber bei weitem nicht immer eine klare Angelegenheit gewesen.

Nun würde er sich über ein weiteres Duell freuen. «Ich spiele immer gerne gegen ihn.» Ein Spiel wie jedes andere werde es nie sein. «Es ist wie eine Schachpartie», erklärt der 20-fache Grand-Slam-Champion. «Ich weiss , wo er sich wohl fühlt und er, wo ich mich wohl fühle. Und wir wissen, dass der andere dies auch weiss.» Etwas freut Federer besonders: «Nach unseren Operationen ist es alles andere als selbstverständlich, dass wir heute noch immer regelmässig gegeneinander spielen können.»

Zweimal war dies in diesem Jahr der Fall. In Indian Wells gewann Federer klar, in Paris auf Sand relativ knapp in vier Sätzen. Auch das bisher einzige Duell in Basel, 2011 im Halbfinal, ging an Federer. Überhaupt hat Wawrinka in der St. Jakobshalle kaum je überzeugen können. Für Federer will dies jedoch nichts heissen. «Wie es scheint, hat er hier meist Mühe gehabt. Aber jetzt ist es anders. Er war in Antwerpen auf einem Indoor-Platz im Final, hat hier gegen Cuevas gut gespielt.» Zudem habe er am US Open mit Wawrinka trainiert und wisse, was er dort gesehen habe.

«Ich habe diesen Stan im Kopf, wenn ich gegen ihn spiele und nicht den Stan, der hier vor sechs Jahren oder so gegen irgendjemanden in der 1. Runde verlor», betont er. «Ich denke, das wird auch ihn nicht mehr interessieren.»

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