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Russlands Verband bleibt gesperrt

Vier Tage vor dem Start der Weltmeisterschaften in Doha verlängert der Leichtathletik-Weltverband IAAF die Sperre gegen Russland.

Agentur
sda
Montag, 23. September 2019, 18:35 Uhr Leichtathletik
Die IAAF um Präsident Sebastian Coe verlängerte die Sperre gegen den russischen Verband
Die IAAF um Präsident Sebastian Coe verlängerte die Sperre gegen den russischen Verband
KEYSTONE/EPA/SEBASTIEN NOGIER

Die 29 für die Titelkämpfe aufgebotenen russischen Athleten dürfen in Doha damit nur unter neutraler Flagge starten. Schon bei den letzten Weltmeisterschaften vor zwei Jahren in London und bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio war das der Fall gewesen.

«Es kann ganz klar gesagt werden, dass Russland die Bedingungen für eine Wiederzulassung nicht erfüllt hat», sagte Rune Andersen, Chef des IAAF-Inspektionsteams nach dem Entscheid des Council an der Sitzung in Doha. Die IAAF ist die letzte internationale Sportorganisation, die den im November 2015 verfügten Bann Russlands noch nicht aufgehoben hat. Der russische Leichtathletik-Verband ist nach der Aufdeckung des staatlich gelenkten Dopings seit November 2015 für internationale Titel- und Wettkämpfe gesperrt.

Der Entscheid, die Sperre aufrecht zu erhalten, sei einstimmig gefallen, sagte IAAF-Präsident Sebastian Coe. Er stütze sich auch auf die Daten, die der Weltverband von der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA bekommen habe, sagte Andersen. «Wir haben die Fakten noch nicht, aber wir vertrauen den Informationen.»

Die Vorlage für den Weltverband hatte wenige Stunden zuvor die WADA geliefert: Innerhalb von drei Wochen müssen die Verantwortlichen in Russland auf die jüngsten Vorwürfe zu angeblichen Manipulationen im Moskauer Dopinglabor antworten. Was genau die WADA misstrauisch macht, geht aus den bisherigen Statements nicht hervor. Denkbar und möglich sind Manipulationen von Dopingproben, an Fläschchen, von Analysewerten sowie die Eintragung falscher Namen in Protokolle.

Allerdings hat es laut WADA auch «gute Fortschritte» bei der Analyse der Moskauer Labordaten gegeben: «Bislang wurden bereits 47 Fälle identifiziert und Beweispakete an die zuständigen internationalen Sportverbände übermittelt.»

Nach einer dreijährigen Sperre hatte die WADA die Sperre am 20. September 2018 aufgehoben - mit der Auflage, dass Russland die Doping-Daten und -Proben aus den Jahren 2012 bis 2015 an die WADA übergibt. Dies ist aber erst nach einigem Zögern geschehen. Der russische Sportminister Pawel Kolobkow betonte, ausländische wie russische Experten würden in dem Fall zusammenarbeiten. «Wie werden weiterhin alles machen, um jede Unterstützung von unserer Seite zu garantieren», sagte er.

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