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Defekt bringt Schurter um neusten Meilenstein

Für Lars Forster endete eine komplizierte Saison erfreulich. Der 26-jährige Europameister von 2018 feierte beim Saisonfinale in Snowshoe (USA) seinen ersten Weltcupsieg. Nino Schurter sorgte trotz eines Defekts für einen Schweizer Doppel-Erfolg.

Agentur
sda
Montag, 09. September 2019, 04:30 Uhr Saisonfinale
Canada Mountain Bike Worlds
Nino Schurter schafft es trotz Defekt auf Platz 2 beim Saisonfinale.
SYMBOLBILD/KEYSTONE

Er stürzte zum Auftakt, kämpfte monatelang um den Wieder-Anschluss und krönte die turbulente Saison mit seinem ersten Weltcupsieg: Lars Forster, der seit Längerem hoch gehandelt wurde und auf diese Saison vom Scott-Team um Chef Thomas Frischknecht und Leader Nino Schurter unter die Fittiche genommen wurde, schlug zu, als es ihm nicht mehr zugetraut wurde. Der Joner, in dieser Saison noch ohne Topresultat, triumphierte bei der Saison-Derniere im US-Bundesstaat West Virginia dank einem Antritt in der Schlussphase fünf Sekunden vor seinem Teamkollegen, der damit den bedeutsamen 33. Weltcupsieg verpasste. Dritter wurde der Franzose Maxime Marotte. «Ich habe gelitten. Aber heute lief alles perfekt», konnte er zum Abschluss der Saison festhalten.

Während sich Forster lange als unauffälliger Mitfahrer versteckte, wurde Schurter wohl durch den Defekt am Hinterrad, den er in der sechsten der neun Runden erlitt, um den 33er-Meilenstein gebracht, mit dem er auch in dieser Sparte mit seinem französischen Vorreiter Julien Absalon gleichgezogen wäre. Eine Woche nach dem Gewinn des achten WM-Titels und zwei Tage, nachdem er mit dem Sieg im Short Track den siebten Triumph im Gesamtweltcup vorzeitig perfekt gemacht hatte, machte der Bündner in Abwesenheit seiner härtesten Widersacher Mathias Flückiger und Mathieu van der Poel erneut den stärksten Eindruck. Als er einen knapp 30-sekündigen Boxenstopp einlegen musste, führte er das Rennen gemeinsam mit dem Brasilianer Henrique Avancini an. In der Folge kämpfte er sich an die Spitze zurück und in der Schlussrunde mit Forster vom Rest des Feldes ab. Erst im Kampf um den Sieg fehlte ihm schliesslich die Kraft. Dennoch freute er sich mit seinem Teamkollegen: «Ich mag es ihm von Herzen gönnen. Er hatte eine extrem harte Saison.»

Absalons Zahlen als Ansporn

Mit 32 Tagessiegen liegt Schurter zum Ende einer weiteren erfolgreichen Saison in der Bestenliste damit weiterhin einen Erfolg hinter Absalon, der den Gesamtweltcup seinerzeit ebenfalls siebenmal gewonnen hat. Während der Schweizer mit acht WM-Titeln die Nase um drei Längen vorne hat, weist der vor einem Jahr zurückgetretene Absalon zwei olympische Goldmedaillen vor und damit eine mehr als Schurter. Ehe Schurter vor drei Jahren in Rio de Janeiro triumphierte, hatte er sich an seinen ersten beiden Spielen 2008 in Peking und 2012 in London mit Bronze und Silber begnügen müssen.

Die Zahlen zeigen, dass Tokio 2020 im Vergleich der beiden langjährigen Dominatoren das Zünglein an der Waage spielen könnte. Absalons Bestmarken dienen Schurter seit Längerem als Ansporn, ein Triumph in Japan im kommenden Sommer wäre das fehlende Puzzleteil, das im Duell auf Augenhöhe den Ausschlag zu Schurters Gunsten geben würde. Allerdings muss Schurter dazu noch einmal zu einem ganz grossen Wurf ansetzen. Hält der Ausnahmekönner Mathieu van der Poel an seinen Plänen fest, wird er in Tokio im Cross-Country auf Goldjagd gehen. Dass der 24-jährige Niederländer Schurter schlagen kann, hat er in dieser Saison mehrfach bewiesen. Zu den Herausforderern gehört jetzt neben Van der Poel und Mathias Flückiger auch Lars Forster.

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