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Genuss-Sportlerin unter den Favoritinnen beim Powerman Zofingen

Ob zu Fuss, auf Skiern oder mit dem Rad: Nina Zoller gehört zu den besten Ausdauer-Athletinnen des Landes. Trotzdem richtet die Churerin ihr Leben nicht nach dem Sport aus.

Tobias
Kreis
Mittwoch, 04. September 2019, 04:30 Uhr Nebenbei nationale Spitze
Nina Zoller beim Powerman Zofingen 2018.
PRESSEBILD

Siege bei der Alpen Challenge Lenzerheide, dem Engadin Radmarathon, beim Arlberg-Giro in Österreich. Siege beim Frühlingslauf in Reichenau, beim Auffahrtslauf St. Gallen oder beim Radklassiker Andeer-Juf. Wer die Resultate der Churer Ausdauer-Sportlerin Nina Zoller betrachtet, ordnet sie zwangsläufig in die Elite des Schweizer Amateursports ein.

Um auf diesem Niveau zu laufen und radzufahren, ist ein grosser Trainingsaufwand nötig. Wie gross dieser bei ihr ist, kann Zoller aber gar nicht genau beziffern. Es ist genau dieser Umstand, der für die Sportlerin Nina Zoller bezeichnend ist. Anders als die meisten Konkurrentinnen in den Wettkämpfen folgt die 32-jährige Geologin nämlich keinem Trainingsplan.

«Ich mache, worauf ich Lust habe.»

Als «Training» möchte Zoller ihre Bewegungsgewohnheiten eigentlich gar nicht bezeichnet wissen. «Ich mache, worauf ich Lust habe», sagt Zoller. Im Winter sind es Skitouren, die es der Bündnerin angetan haben, im Sommer das Radfahren, Biken und Bergtouren – «und laufen kann man sowieso das ganze Jahr.»

Auch bewegt sich Zoller – das Wort «Training» sei bewusst aussen vor gelassen – häufig nicht alleine, sondern mit ihrem Freund oder mit Kollegen. Viel wichtiger als ein optimaler Effekt zur Leistungssteigerung ist ihr die Freude und das Erlebnis in der Natur. Dass sie ihre Wettkampfleistungen mit gezielterem Training weiter verbessern könnte, bestreitet Zoller nicht. Was also wäre für die Athletin mit den offensichtlich so guten physiologischen Voraussetzungen möglich? Eine Frage, die sich Zoller selber zwar stellt, deren Antwort sie aber gar nicht unbedingt interessiert. 

Seit diesem Jahr im Duathlon-Nationalkader

«Ich hätte Angst, dass aus dem Wollen ein Müssen wird», begründet Zoller ihren Entscheid, die Karriere als Sportlerin auch künftig in der Art und Weise voranzutreiben, wie sie es schon immer getan hat. Auch fehlt der pekuniäre Anreiz, stärker auf die Karte Sport zu setzen. «Von dem, was wir tun, können wir nicht leben», erklärt Zoller.

Trotzdem mache es natürlich grossen Spass, in den Wettkämpfen mit deutlich professioneller agierenden Mitstreiterinnen mithalten zu können. Am Sonntag startet sie zum dritten Mal beim Powerman Zofingen, den Langdistanz-Weltmeisterschaften im Duathlon. Da sie seit diesem Jahr dem Duathlon-Nationalkader angehört, steht der renommierte Event im Aargau auf dem Pflichtprogramm der Churerin.

Nach zwei vierten Rängen wäre ein Platz auf dem Podest der logische nächste Schritt. Dass Zoller erklärt, die Klassierung sei für sie zweitrangig und das Rennen primär da, um es zu geniessen, ist zwar eine typische Sportler-Floskel. Ihr freilich ist man geneigt, zu glauben.

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Nina Zoller gehört mein grösster Respekt. Herzliche Gratulation zum verdienten Weltmeistertitel. Wenn es im Kopf stimmt, ist vieles möglich. Dass sie sich nicht unter Druck setzen lässt - nicht einmal von sich selber - spricht für die Sportlerin selbst. Dieter Runkel hat mal gesagt: Velofahren dürfen und velofahren müssen ist ein himmelhoher Unterschied und das stimmt auch bei andern Sportarten genau so, wie er es gesagt hat