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Camper-Ferien mit der Familie gegen den Wimbledon-Frust

Sechs Wochen nach der harten Finalniederlage in Wimbledon nimmt Roger Federer den nächsten Anlauf auf den 21. Grand-Slam-Titel. Er sieht sich am US Open nicht als Topfavorit, aber bereit für Grosses.

Agentur
sda
Samstag, 24. August 2019, 05:10 Uhr Tennis
In New York bereits vor dem Start des US Open heiss begehrt: ein Autogramm von Roger Federer
In New York bereits vor dem Start des US Open heiss begehrt: ein Autogramm von Roger Federer
KEYSTONE/EPA/JUSTIN LANE

Zweimal fehlte Federer in Wimbledon gegen Novak Djokovic nur ein Punkt zum Triumph. Ein wenig hat diese Niederlage schon Spuren hinterlassen, gab der vor gut zwei Wochen 38-jährig gewordene Basler beim ersten Medientermin in New York zu.

«Es kam so in Phasen», blickte er nochmals zurück. «Die ersten paar Tage hatte ich schon etwas zu kämpfen. Da kommen Flashbacks, Sachen wie: 'Oh, das hätte ich machen sollen oder dies.'» Was dann geholfen hat? «Ein Glas Wein mit meiner Frau und der Gedanke, dass der Halbfinal doch ziemlich gut war und der Final auch.» Federer war mit seiner Familie im Camper unterwegs. «Den Tisch decken, mein Leben für die vier Kids organisieren und durch die wunderschönen Landschaften der Schweiz fahren», habe beim Abschalten ebenfalls geholfen. «Und es ist doch auch ein gutes Gefühl, Teil eines grossartigen Spiels gewesen zu sein und den Tennisfans beste Unterhaltung geboten zu haben.»

Nun fühlt er sich wieder bereit für Grosses. Trotz der frühen Niederlage in Cincinnati gegen den Russen Andrej Rublew fühlt sich Federer bestens vorbereitet. «Ich komme sicher nicht als der haushohe Favorit, wie das vielleicht 2006 oder 2007 noch der Fall war.» Von 2004 bis 2008 hat Federer im Stadtteil Flushing Meadows fünfmal in Serie triumphiert, seither nie mehr. «Es wird sehr hart, das Turnier zu gewinnen, das ist mir klar. Aber ich gehöre sicher zur Gruppe, die das schaffen kann.»

Die Vorbereitung verlief aus seiner Sicht optimal. Sogar der frühen Niederlage in Cincinnati kann er etwas Positives abgewinnen. «Manchmal braucht es das, um den Fokus wieder ganz zu finden.» Er fühle sich jedenfalls besser als in den letzten zwei Jahren vor dem US Open, als ihn Rückenprobleme beeinträchtigten, erklärte er gegenüber SRF. Nun habe er hart trainieren und alles machen können, was er wollte. Federer ist deshalb überzeugt: «Ich bin bereit, eine Überraschung zu schaffen.»

Der Auftakt ins Turnier in der Nacht auf Dienstag verspricht für Federer noch nicht den grossen Test, dafür Neuland. Er trifft auf den 22-jährigen indischen Qualifikanten Sumit Nagal (ATP 190), der erstmals im Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers steht. Gleiches gilt für den noch vier Jahre jüngeren Südtiroler Jannik Sinner (ATP 131), der sich ebenfalls in der Nacht auf Dienstag mit Stan Wawrinka misst.

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