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Alex Wilson als Schweizer Leader bei der Athletissima

Die Athletissima in Lausanne wurde am Sonntag mit den zwei Schweizer Rekorden von Alex Wilson optimal lanciert. Höchste Zeit, denn der Grossteil der Schweizer Elite ist noch nicht auf Touren gekommen.

Agentur
sda
Freitag, 05. Juli 2019, 05:10 Uhr Leichtathletik
Alex Wilson ist in Lausanne eingetroffen.
Alex Wilson ist in Lausanne eingetroffen.
KEYSTONE/MARTIAL TREZZINI

Alex Wilson gab im Neuenburger Jura den perfekten Kick-off zum dreiteiligen Block mit Schweizer Meetings. Die 10,08 über 100 m und 19,98 Sekunden über 200 m wirken womöglich als Initialzündung für die Athletissima in Lausanne sowie für die Spitzenleichtathletik in Luzern, wo wie bereits in La Chaux-de-Fonds ein Grossteil der Schweizer Eilte antreten wird.

Der EM-Dritte Wilson knüpfte nahtlos an seine bislang stärkste Saison 2018 an und steigerte sich trotz seiner bald 29 Jahre weiter. Der Basler läuft auf der Pontaise über 200 m und trifft unter anderen auf den US-Boy Noah Lyles. Dieser führt zusammen mit seinem Landsmann Christian Coleman - Sieger am Sonntag in Stanford, Kalifornien in 9,81 über 100 m bei Windstille - eine neue Generation von jungen Sprintern an. Auch der 200-m-Weltmeister Ramil Guliyev aus der Türkei dürfte gegen Lyles chancenlos bleiben.

Der Schweizer Hürdensprinter Jason Joseph und der Läufer Julien Wanders haben das Ticket für die WM Anfang Oktober in Doha bereits im Sack. Der Basler erfüllte beim Pfingstmeeting Anfang Juni in 13,41 Sekunden über 110 m Hürden die WM-Limite und verpasste den Schweizer Rekord nur um 2 Hundertstel. Der Genfer durchmass an demselben Wochenende die 5000 m im niederländischen Hengelo in 13:19,79 Minuten, nachdem er zehn Tage zuvor in Stockholm über die 10'000 m noch um 5 Sekunden an der Vorgabe für Doha gescheitert war. Salomé Kora wird in der B-Serie über 100 m im Vorprogramm des Meetings und zum Abschluss des Abends mit der 4x100-m-Staffel zu sehen sein. Die St. Gallerin nutzte in La Chaux-de-Fonds die idealen Bedingungen, um sich in 11,13 Sekunden über 100 m als zweitbeste Schweizerin aller Zeiten zu etablieren.

Gelingt die Wende im Heimstadion?

Damit wären die bisherigen Highlights der allerdings noch jungen Freiluftsaison bereits aufgezählt. Ausgerechnet die Lokalmatadorin Lea Sprunger hinkt derzeit ihren Ambitionen hinterher. Der Europameisterin fehlen knapp 1,5 Sekunden zu ihrer Bestzeit (54,29), da spendet auch die erfüllte WM-Limite keinen Trost. Eine Nerven-Entzündung im Lendenwirbel brachte Sprunger in Rückstand, nachdem sie in der Hallen-Saison über 400 m flach EM-Gold gefeiert hatte. «Es fehlt noch in allen Bereichen etwas», sagte die Westschweizerin am Sonntag in La Chaux-de-Fonds. Der ungewöhnlich späte Termin der WM kommt ihr entgegen, Grund zur Panik besteht nicht.

Dasselbe wird sich wohl auch Mujinga Kambundji sagen. Die Bernerin zeigte bislang zwei schwache 100-m-Rennen. 11,42 Sekunden entsprechen überhaupt nicht ihrem Niveau. Im Duell mit Kora an der Athletissima will Kambundji beweisen, dass sie nach wie vor die Schnellste im Land ist.

Kariem Hussein, dessen Stern an der EM 2014 in Zürich mit einem Goldlauf aufging, scheint nach längerer Verletzungspause wieder den Anschluss zu finden. In La Chaux-de-Fonds lief er am Sonntag erstmals seit der Egalisierung seiner persönlichen Bestzeit bei Weltklasse Zürich 2017 (48,45) wieder unter 50 Sekunden. Der 400-m-Hürdenlauf der Männer bildet in Lausanne keinen Diamond-League-Event, er ist nicht top besetzt. Dies eröffnet Hussein die Chance zu einem tollen Auftritt. Denn gegen die drei Weltbesten, die sich mit tiefen 47er-Zeiten duellieren, sähe er derzeit schlecht aus.

Die 800-m-Läuferin Selina Büchel muss sich an der WM-Limite von 2:00,60 Minuten orientieren. Von diesem Wert ist sie trotz mehreren Starts noch rund eine Sekunde entfernt. Die 27-jährige Toggenburgerin lief in den Saisons 2015, 2016 und 2017 14mal unter 2 Minuten. Dieses Niveau muss wieder ihr Ziel sein.

Den Schlusspunkt in Lausanne setzt traditionell die Sprint-Staffel der Frauen. Im vergangenen Jahr liefen Ajla Del Ponte, Sarah Atcho, Kambundji und Kora in 42,29 Sekunden zum Schweizer Rekord, der nach wie vor Bestand hat und der auch für das Qualifikations-Ranking für Doha (es zählt die beste gelaufene Zeit) in der Wertung bleibt.

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