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Routinier Albasini auf der Suche nach dem Erfolg

Mit seinen 38 Jahren ist Michael Albasini der drittälteste Fahrer im Feld der Tour de Suisse. Vielleicht versucht der Thurgauer in diesen Tagen noch einmal sein Glück - trotz einer mässigen Saison.

Agentur
sda
Dienstag, 18. Juni 2019, 06:00 Uhr Rad
Michael Albasini während der 3. Etappe von Flamatt nach Murten
Michael Albasini während der 3. Etappe von Flamatt nach Murten
KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER

Von den 17 Schweizern, die das diesjährige Heimrennen bestreiten, haben in der Vergangenheit erst drei mindestens einen Tagessieg an der Tour de Suisse errungen: Stefan Küng (2018), Steve Morabito (2006) und Michael Albasini (2005, 2009 und 2012). Albasini ist mit den drei Erfolgen der erfolgreichste noch aktive Schweizer an der Tour de Suisse.

Albasini galt jahrelang als zweiter Schweizer Siegfahrer neben Fabian Cancellara. 30 Mal stand er in seiner mittlerweile 17-jährigen Karriere zuoberst auf dem Podest. In diesem Jahr aber läuft es dem Routinier überhaupt nicht, Albasini hat mit Ausnahme eines 7. Rangs an der Tour de Romandie noch kein ansprechendes Resultat vorzuweisen.

«Das war bisher keine 'Bombe'», sagt Albasini. «An die Topform kam ich bisher noch nicht heran. Woran das liegt? Schwierig zu sagen. Ich bin auch nicht mehr der Jüngste, vielleicht ist es das.» Auch vor der laufenden Tour de Suisse zeigte sich Albasini nur mässig zuversichtlich: «Es ist nicht so, dass ich im Moment 'fliege' oder das Gefühl habe, in einer absoluten Superform zu sein.»

Den Kopf in den Sand stecken mag der Ostschweizer aber nicht. Noch hat er die Motivation nicht verloren. «Ich kann kein Interview geben, ohne dass ich gefragt werde, wann ich endlich aufhöre», so Albasini mit einem Augenzwinkern. «Klar, mit Jahrgang 80 gehöre ich zu den ganz Alten im Feld. Aber solange ich das Gefühl habe, den Jungen noch etwas zeigen und das Team unterstützen zu können, mache ich mit Freude weiter.»

Ob er noch eine Saison anhänge, könne er noch nicht sagen, so Albasini weiter. Der Vertrag mit seinem langjährigen Team Mitchelton-Scott - Albasini fährt seit 2012 für die australische Equipe - läuft Ende Jahr aus.

Vorerst gilt die Konzentration aber auch für den WM-Siebten von 2017 der Tour de Suisse. Die Etappen am Dienstag von Murten nach Arlesheim und am Mittwoch von Münchenstein nach Einsiedeln könnten etwas für ihn sein, prognostiziert Albasini. «Das sind sicher die Etappen, die mir entgegenkommen. Es ist aber schwierig und kommt immer auf die Rennsituation an. Aber vielleicht muss es wieder mal eine lange Flucht sein. Mal schauen.»

Die 4. Etappe vom Dienstag haben sich indes viele Fahrer angestrichen - Ausreisser wie Sprinter und Klassiker-Spezialisten dürfen sich Chancen ausrechnen. Zwischen dem Start in Murten und dem Ziel in Arlesheim im Kanton Basel-Landschaft gibt es auf den knapp 164 Kilometern zwei kleinere klassifizierte Anstiege, den Passwang und den Eichenberg.

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