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Finalpremiere für die 17-jährige Swiatek

Die routinierte Slowenin Polona Hercog und der polnische Teenager Iga Swiatek stehen am Sonntag im Final des WTA-Turniers in Lugano. Final-Debütantin Swiatek wird eine grosse Karriere zugetraut.

Agentur
sda
Samstag, 13. April 2019, 16:58 Uhr Tennis
Iga Swiateks bisher grösster Erfolg: In Wimbledon gewann sie letztes Jahr den Juniorentitel
Iga Swiateks bisher grösster Erfolg: In Wimbledon gewann sie letztes Jahr den Juniorentitel
KEYSTONE/AP/TIM IRELAND

Noch ist der Name Iga Swiatek nur Insidern ein Begriff. Das dürfte sich allerdings rasant ändern. Die junge Polin, aktuell noch die Nummer 115 der Weltrangliste, schaffte es in Lugano dank zahlreicher kurzfristiger Absagen erstmals direkt ins Hauptfeld eines WTA-Turniers - und steht am Sonntag (11.30 Uhr) gleich im Final.

Der Durchbruch der 17-jährigen Polin kommt allerdings nicht überraschend. Im letzten Jahr gewann sie mit einem Finalsieg gegen die Schweizerin Leonie Küng das Junioren-Turnier in Wimbledon und holte sich an den Olympischen Jugendspielen in Buenos Aires die Goldmedaille im Doppel. Danach machte Swiatek auch auf der Frauentour rasante Fortschritte. Das Jahr 2017 beendete sie als Nummer 690, 2018 als Nummer 175 und am Montag wird sie mindestens den Top 90 angehören.

Zweimal hatte sich Swiatek in diesem Jahr für ein Hauptfeld qualifiziert (in Auckland und Budapest), in Lugano konnte sie sich die Qualifikation erstmals sparen. Auch im Halbfinal liess sich die 1,76 m grosse Polin keinerlei Nervosität anmerken. Sie brauchte gegen die tschechische Linkshänderin Kristyna Pliskova (WTA 101) nur 54 Minuten, um mit einem 6:0, 6:1-Erfolg in den Final zu spazieren. 28 direkten Gewinnschlägen standen nur gerade 13 unerzwungene Fehler gegenüber.

«Ich bin wirklich überrascht, dass ich hier gleich im Final stehe», meinte die Tochter eines Olympia-Ruderers strahlend. «Aber ich fühle mich grossartig und glaubte an mich.»

Polona Hercog - die Frau mit den Tattoos

Auch im Final trifft die Polin auf eine wesentlich erfahrenere Gegnerin. Nachdem alle acht Gesetzten - darunter die topgesetzte Belinda Bencic - bereits früh gescheitert waren, ging die Weltnummer 89 Polona Hercog als bestklassierte Spielerin in die Halbfinals. Die 28-jährige Sandplatz-Spezialistin aus Maribor wurde ihrer Favoritenrolle gegen die Französin Fiona Ferro (WTA 108) mit 7:5, 6:4 gerecht. Die Slowenin mit den eindrücklichen Tattoos an beiden Armen verwertete alle sechs Breakchancen, die sie sich erarbeitete.

Hercog steht zum sechsten Mal in einem WTA-Final, der letzte von bislang zwei Titeln im schwedischen Bastad liegt allerdings fast sieben Jahre zurück. «Mir gefällt es hier super», erklärte die begeisterte Snowboarderin, der die tiefen Temperaturen dieser Woche offensichtlich nichts ausmachen. «Die Atmosphäre ist sehr relaxed und die Zuschauer toll», lobte sie. «Ich habe hier viel Spass.»

Eine Siegerin Swiatek, die danach zu weiteren Höhepunkten ansetzt, würde gut zum Boutique-Turnier in Lugano passen. Bei der Premiere im letzten Jahr gewann die Belgierin Elise Mertens im Final gegen Aryna Sabalenka. Mertens ist mittlerweile die Nummer 17 der Welt, die Weissrussin Sabalenka sogar in den Top Ten. Dafür kamen sie in diesem Jahr nicht mehr ins Tessin zurück.

Kein Happy-End gab es für Belinda Bencic. Nach dem Schweizer Duo Timea Bacsinszky/Ylena In-Albon scheiterte auch die Ostschweizerin mit der Slowakin Viktoria Kuzmova im Doppel-Halbfinal.

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