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Der Mann, der neben der Strecke den Fahrern nachrennt

Simon Rüegg war OL-Läufer. Während der Mountainbike-Weltmeisterschaft in Lenzerheide lief der gebürtige St. Galler erneut. Aber nicht als Wettkämpfer, sondern als Kameramann.

Philipp
Wyss
Sonntag, 09. September 2018, 04:30 Uhr Mountainbike-WM
Simon Rüegg mit seinem stabilisierten GoPro-System am Streckenrand.

«Ich bin einer von ungefähr 25 Kameramännern. Allerdings nicht mit einer fixen Kamera auf einem Podest, sondern mit einem stabilisierten GoPro-System ausgerüstet», erzählt Simon Rüegg. Er liefert der Regie bewegte Bilder, indem er in einem abgesperrten Bereich entlang der Strecke den Fahrern mit einer Kamera in der Hand voraus- und hinterherrennt.

Dies macht Rüegg in zwei Passagen. So wechselt er während der Rennen immer wieder von einer Schlaufe im offenen Feld zur Wurzelpassage im Wald. «Die Regie gibt mir durch, wenn sie Bilder von mir will. Die Bilder dienen als Stilmittel und geben den Live-Übertragungen etwas Dynamik», so Rüegg.

Um tolle Bilder liefern zu können, ist demnach eine gute Kondition nötig. 20 bis 30 Meter legt Rüegg mit der Kamera in der Hand immer und immer wieder zurück. Hinzu kommen die Zonenwechsel. Als ehemaliger OL-Juniorenläufer ist sich Rüegg die Bewegung im Wald gewohnt. Nach wie vor läuft er viel, sodass ihm die physische Belastung auf der Lenzerheide keine Probleme bereitet.

Zusammen mit Lukas Schubnell hat sich Rüegg mit der Firma Puresive Films selbstständig gemacht. Die Beiden produzieren kürzere Filme im Sport- und Eventbereich. Bei den OL-Weltcupfinals in Aarau und Grindelwald testeten die beiden verschiedene Techniken der sogenannten Runningcam. Daraufhin wurden sie im Frühling bei OL-Weltcup im Tessin erstmals von SRF engagiert. Und als die Anfrage kam, ob sie an der Mountainbike-WM auf der Lenzerheide Ähnliches machen könnten, sagte Rüegg zu. «Wir haben jetzt mal die Cross-Country-Rennen so produziert. Aber das Ganze ist noch nicht ausgereift, ich sehe noch Luft nach oben», so Rüegg. Er sagts, und macht sich wieder auf in seine Zone für das nächste Rennen.

So sieht Simon Rüeggs Arbeit aus:

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