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Informationen und Polemik am Podium zu Olympia 2022

Das prominent besetzte Podium zu den geplanten Olympischen Winterspielen in Graubünden 2022 vom Dienstagabend in Chur hat Informationen und Polemik von Befürwortern und Gegnern gebracht. IOC-Mitglied Gian Franco Kasper nannte dabei mögliche Gegenspieler von Graubünden.

Südostschweiz
06.11.12 - 22:24 Uhr

Chur. – Über eine mögliche Kandidatur für Olympische Winterspiele 2022 in Graubünden diskutierte am Dienstagabend im überfüllten Auditorium der Graubündner Kantonalbank ein illustres Podium: Gian Gilli, Direktor des Vereins Graubünden 2022, hielt eingangs ein feuriges Plädoyer.

Er sprach vor 400 Gästen, darunter auch die Olympiateilnehmer Dumeng Giovanoli (71), Heini Hemmi (63, Gold im Riesenslalom bei Olympia 1976 in Innsbruck) und Maria Walliser (49, Silber in der Abfahrt bei Olympia 1984 in Sarajevo und Bronze in Riesenslalom und Kombination 1988 im Calgary) von der Kraft der Ringe, der internationalen Reputation aber auch über Kritikpunkte wie Umwelt, Finanzen oder Nachhaltigkeit.

Angesprochen auf die Finanzen sprach Gilli von Kandidaturkosten von 60 Millionen Franken. Davon trägt der Bund 30 Millionen, Swiss Olympic 15 Millionen, der Kanton Graubünden acht Millionen und die Standortgemeinden St. Moritz fünf und Davos zwei Millionen Franken. Bei einem Nein der Bündner Stimmberechtigten am 3. März bleiben Kosten von 5,0 Millionen Franken, so Gilli.

«Mehr Chance als Risiko»

Das operative Budget für die Spiele 2022 beträgt derzeit 2,8 Milliarden Franken. Gilli rechnet mit Erträgen von 1,5 Milliarden und verwies auf die Deckungsgarantie des Bundes von einer Milliarde Franken. Dementsprechend bestünde derzeit eine Deckungslücke von 300 Millionen Franken. Bis am Donnerstag will er Swiss Olympic dafür einen Lösungsvorschlag präsentieren. Welchen, das verriet er in Chur nicht.

Gilli sagte auch, dass die Schweiz diese Investitionen über zehn Jahre finanzieren könne. «Olympia 2022 ist mehr eine Chance als ein Risiko», so Gilli. Es gäbe aber auch Unklarheiten wie Sicherheit, Währung, Kandidatur, Durchführung. 

Drei mögliche Gegenspieler

Gian Franco Kasper, FIS-Präsident und Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees, sprach von möglichen Mitkandidaturen für 2022 aus der Ukraine, Spanien mit Barcelona und Norwegen. Ein weiterer möglicher Kandidatur-Gegner ist München mit Garmisch («suedostschweiz.ch» berichtete). Allerdings gebe es derzeit noch keine fixen Kandidaturen, so Kasper weiter.

Beim anschliessendden Podium mit Ariane Ehrat, CEO Engadin St. Moritz, dem Bündner Ständerat Stefan Engler, Anita Mazzetta, Geschäftsleiterin WWF Graubünden, dem Davoser Landammann Hans Peter Michel und Hans F. Schneider, Geschäftsführer Pro Natura Graubünden, wurde seitens des Publikums auch immer wieder Polemik betrieben. Die Fragen und Antworten zeigten, was Michel abschliessend wie folgt zusammenfasste: «Die Abstimmung im Kanton Graubünden vom 3. März ist offen – und eine Chance für den Kanton und die Schweiz.» (phw)

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