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Wout Weghorst verändert das niederländische Spiel

Die Niederlande steht nach dem Sieg über die Türkei zum ersten Mal seit 20 Jahren in einem EM-Halbfinal. Grossen Anteil daran hat Joker Wout Weghorst.

Agentur
sda
07.07.24 - 08:50 Uhr
Fussball
Tat dem niederländischen Spiel sichtlich gut: Wout Weghorst beschäftigte nach seiner Einwechslung die türkische Defensive
Tat dem niederländischen Spiel sichtlich gut: Wout Weghorst beschäftigte nach seiner Einwechslung die türkische Defensive
KEYSTONE/EPA/ABEDIN TAHERKENAREH

Er breitete die Arme vor der orangen Fankurve im Berliner Olympiastadion aus und liess sich feiern. Zwar hatte Wout Weghorst weder eine Vorlage noch einen Treffer zum 2:1-Sieg der Niederländer gegen die Türkei beigesteuert. Und doch war der 31-jährige Stürmer wenn auch nicht Matchwinner, so immerhin Gamechanger im EM-Viertelfinal.

Das fehlende Element

Nach ganz schwacher erster Halbzeit seiner Mannschaft reagierte Bondscoach Ronald Koeman in der Pause. Er stellte seine Taktik um, nahm den wuseligen Flügelstürmer Steven Bergwijn raus und brachte, wie schon so oft, wenn dem Spiel der Niederländer etwas fehlte, Weghorst in die Partie. Mit seinen 197 Zentimetern Körperlänge und der entsprechenden Kopfballstärke brachte der in der letzten Saison von Burnley an Hoffenheim ausgeliehene Stossstürmer genau jenes Element in die Partie, das den Niederländern bis dato gefehlt hatte.

Weghorst holte den Corner heraus, der zum Ausgleich führte und hielt bei der entscheidenden Szene geschickt den Gegenspieler vor Torschütze Stefan de Vrij weg. Er hatte nicht nur beim Siegtreffer seine Füsse im Spiel, sondern rettete in der Schlussphase gegen die drückenden Türken auch in der Defensive einmal in extremis.

Das Lob der Mitspieler

«Er hat auf jeden Fall sehr geholfen», sagte Verteidiger Nathan Aké über seinen Mitspieler: «Es ist ein Alptraum, wenn man gegen ihn spielt. Er ist stark, er ist eine Plage im Strafraum und er kämpft um alles, er rennt allem hinterher. Er ist für uns eine grosse Bereicherung.» Ähnlich tönte es von Cody Gakpo, der am Ursprung des Siegtreffers stand: «Er ist gross, er ist gut in der Luft, er kämpft um jeden Ball, der in den Strafraum fliegt.»

Eigentlich erstaunlich, dass Koeman den Stürmer noch nie von Beginn weg gebracht hat, obwohl augenscheinlich ist, dass die Niederländer mit ihm viel flexibler auftreten. Auf die taktischen und personellen Überlegungen seines Trainers wollte Weghorst nach der Partie nicht eingehen. Lieber feierte er ausgelassen vor und mit den Fans und sagte später: «Das sind Momente für das Leben, das ist Wahnsinn und pure Freude.»

Ob Koeman am Mittwoch in Dortmund im Halbfinal gegen England von Beginn weg auf den Stürmer setzt oder ob er ihn erneut als Joker bringen wird, wird sich zeigen. Argumente für eine erstmalige Startelf-Nominierung hat Weghorst gegen die Türkei auf jeden Fall gesammelt.

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