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Stichelei aus Manchester und Verspätung aus Wolfsburg

Spaniens Luis de La Fuente mag die Verlängerung nicht, Frankreichs Didier Deschamps sind die Schweden egal, und Micky van de Ven ist der Schnellste. Verspätet sich trotzdem: der Zug der Niederländer.

Agentur
sda
09.07.24 - 22:18 Uhr
Fussball
Micky van de Ven ist schneller als Bukayo Saka
Micky van de Ven ist schneller als Bukayo Saka
KEYSTONE/AP/Ariel Schalit

Zug verspätet, Pressekonferenz abgesagt

Die Abschluss-Pressekonferenz der Niederlande vor dem EM-Halbfinal gegen England ist kurzfristig abgesagt worden. Grund dafür war «eine signifikante Verspätung» auf der Anreise per Zug vom Team-Quartier in Wolfsburg zum Spielort Dortmund, wie die UEFA am Abend bestätigte. Infolgedessen musste die eigentlich für 19.45 Uhr angesetzte Pressekonferenz mit Trainer Ronald Koeman und Verteidiger Nathan Aké gestrichen werden. Keine Probleme mit der Anreise bekundeten die Engländer. Um 18.45 Uhr sprachen Nationaltrainer Gareth Southgate sowie Captain Harry Kane in der Interview-Zone des Halbfinal-Stadions, wo am Mittwoch der zweite Finalteilnehmer ermittelt wird.

Diskussion um Verlängerungen

Der spanische Nationaltrainer Luis de la Fuente äusserte sich kritisch zur Verlängerung. «Bei so einem Turnier wie der EM, die so viel fordert, könnte man vielleicht die Verlängerung abschaffen», so der Coach. «Vielleicht nicht in einem Halbfinal oder einem Final, aber vielleicht in den vorherigen Runden.» Bei der gleichzeitig stattfindenden Copa America ist nur für den Final eine Verlängerung eingeplant, ansonsten gibt es in der K.o.-Runde bei Unentschieden nach 90 Minuten gleich einen Penaltyschiessen.

«Freche Nachricht» aus Manchester

Vor dem Halbfinal zwischen der Niederlande und England scheut auch Erik ten Hag, der niederländische Trainer von Manchester United, nicht vor kleinen Sticheleien. Der Coach schrieb seinem für England spielenden Aussenverteidiger Luke Shaw. «Er hat mir eine kleine, freche Nachricht zum Spiel geschickt. Ich werde aber nicht verraten, was es ist», so Shaw.

Wer ist schneller?

An der Medienkonferenz der Niederländer - also jene, die am Vortag stattfand - fiel die Frage, wer denn schneller sei, Micky van de Ven oder Bukayo Saka. Der für Tottenham spielende Van de Ven antwortete zuerst diplomatisch: «Gute Frage, das ist schwer zu sagen.» Um schliesslich mit einem Grinsen zu ergänzen: «Aber wenn sie sich die Daten anschauen, wissen sie die Antwort, denke ich.» Der Niederländer hatte im Februar mit 37,38 Kilometern pro Stunde einen Premier-League-Rekord aufgestellt. Auch deshalb rief Teamkollege Cody Gakpo von der Seitenlinie herein: «Er ist schneller.»

Deschamps sind die Schweden egal

Ein schwedischer Journalist sprach Frankreichs Nationalcoach Didier Deschamps zur unattraktiven Spielweise seiner Mannschaft an. Der in der Heimat immer wieder dafür kritisierte Coach witzelte in Richtung Medienvertreter zuerst, er sei doch kein Schwede, er sei doch ein verkleideter Franzose. Danach fuhr er seriöser fort, indem er erklärte, die Resultate seiner Mannschaft würden seinen Landsleuten in einer schwierigen Phase durchaus Freude bescheren. Und er schloss grinsend mit den Worten: «Wenn nun die Schweden sich langweilen, dann hat das für mich trotz allem nicht so eine grosse Bedeutung.»

Alcaraz nicht ganz bei der Sache

Der spanische Tennisprofi Carlos Alcaraz war am Dienstag am Grand-Slam-Turnier in Wimbledon nicht bis zuletzt mit dem Kopf ganz bei der Sache. Angesprochen auf die Frage, ob er auf dem Platz an Spaniens Halbfinal gegen Frankreich an der Fussball-EM gedacht habe, gab er nach seinem Viersatzsieg gegen den Amerikaner Tommy Paul zu: «Sobald ich das Gefühl hatte, das Spiel zu dominieren, bei 5:1 im vierten Satz, habe ich darüber nachgedacht. Ich dachte, ich wäre pünktlich fertig.» Zum Anpfiff reichte es Alcaraz aufgrund der Verpflichtungen nach seinem Match zwar nicht. Nachdem er das Spiel gewonnen hatte, habe er aber «alles in Eile gemacht, um noch rechtzeitig ein bisschen Spanien sehen zu können», so der French-Open-Sieger. Derweil schickte Spaniens Captain Alvaro Morata seinem Freund in Wimbledon Fotos davon, wie er vor der Partie den Tennismatch von Alcaraz schaute.

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