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Bei Paris Saint-Germain brodelt es vor dem Bayern-Kracher

Vor dem grossen Duell gegen Bayern München verliert Paris Saint-Germain zweimal in Folge. Scheitert das Millionen-Ensemble in der Champions League einmal mehr im Achtelfinal?

Agentur
sda
14.02.23 - 09:00 Uhr
Fussball
Weltmeister Lionel Messi steht mit Paris-Saint-Germain vor einer grossen Herausfordung in der Champions League
Weltmeister Lionel Messi steht mit Paris-Saint-Germain vor einer grossen Herausfordung in der Champions League
KEYSTONE/AP/Laurent Cipriani

Das Gastspiel im Fürstentum Monaco bereitete den PSG-Fans in mehrerer Hinsicht Sorge. Nicht nur verloren die Pariser das Spitzenspiel in der Ligue 1 überraschend diskussionslos 1:3, es offenbarte sich auch eine äusserst angespannte Stimmung im Team.

Bereits während der Partie schnauzten sich einige Spieler an, nach Schlusspfiff gingen sie - statt sich von den Fans zu verabschieden - zu einem grossen Teil direkt in die Garderobe. Dort soll es gemäss dem Sportmagazin «L'Équipe» zu weiteren hitzigen Diskussionen und Wortgefechten gekommen sein.

Jedenfalls sahen sich zwei Aushängeschilder des Teams gezwungen, öffentlich zu mehr Einigkeit aufzurufen. «Das Wichtigste ist, dass wir zusammenhalten, trotz allem, was gesagt wird, trotz allem, was passiert ist», forderte der Vizecaptain Presnel Kimpembe. Kylian Mbappé schloss sich dem Appell in den sozialen Netzwerken an: «Bleiben wir stark und vereint.»

Schon vier Niederlagen in diesem Jahr

Mbappé fehlte dem Team gegen Monaco ebenso wie Tage zuvor beim Cup-Out gegen Marseille. Eine Oberschenkelverletzung machte dem 24-Jährigen zuletzt zu schaffen. Ob er rechtzeitig auf das Duell gegen die Bayern wieder einsatzbereit sein wird, ist unklar. Immerhin trainierte er am Montag mit dem Team. Trainer Christophe Galtier stellte jedoch klar, dass er hinsichtlich der Gesundheit seines Torjägers «null, null, null Risiko» eingehen werde. Der zuletzt angeschlagene Weltmeister Lionel Messi dürfte in die Startelf zurückkehren - gegen Monaco wurde er geschont.

Die Verletzungssituation ist das eine, doch selbst mit ihren Topspielern waren die Leistungen des PSG seit Ende der WM-Pause nicht mehr durchweg überzeugend. Nach einer ersten Saisonhälfte ganz ohne Niederlage hat der französische Serienmeister seit 1. Januar bereits deren vier kassiert - neben Monaco und Marseille (im Cup) haben auch Rennes und Lens ihre Heimspiele gegen den PSG gewonnen.

All das führt dazu, dass die Zuversicht bei den Parisern vor dem Achtelfinal-Duell gegen Bayern München gesunken ist. Es droht das gleiche Schicksal wie vor einem Jahr, als der PSG in der ersten Runde der K.o.-Phase gescheitert ist. Damals verwandelte der spätere Champions-League-Sieger Real Madrid den 0:1-Rückstand aus dem Hinspiel in einen 3:2-Erfolg.

Final-Reprise von 2020

Dabei sehnt sich der Pariser Klub aus dem Vorort Saint-Germain-en-Laye nach dem ersten Champions-League-Titel überhaupt. Seit mehr als zehn Jahren stecken die katarischen Besitzer Unmengen an Geld in das Team und locken so Topstars zum Verein. Doch während dies zwar zu acht Meistertiteln seit 2013 geführt hat, blieb der Erfolg in der Königsklasse aus.

Überraschend oft bedeuteten bereits die Achtelfinals Endstation. Von den letzten sieben Teilnahmen endeten fünf in der ersten Runde der K.o.-Phase. Vor drei Jahren, als wegen der Corona-Pandemie ab den Viertelfinals ein Finalturnier auf neutralem Boden ausgetragen wurde, schaffte es der Verein zum bisher einzigen Mal in den Final. In diesem scheiterte er 0:1 am Gegner vom Dienstag: Bayern München.

Beim deutschen Rekordmeister lief zu Beginn der zweiten Saisonhälfte auch nicht alles nach Wunsch. Durch drei Unentschieden in Folge liess man die Bundesliga-Konkurrenz wieder heranrücken. In den letzten drei Partien rehabilitierte sich das Team mit dem Schweizer Nationaltorhüter Yann Sommer jedoch. Die Münchner feierten drei Siege, schossen dabei insgesamt elf Tore und blieben zweimal ohne Gegentreffer. Die Ausgangslage, um sich im Parc des Princes eine gute Voraussetzung für das Rückspiel vom 8. März zu schaffen, könnte aus Bayern-Sicht kaum besser sein.

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