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Auch Servette war an St. Gallens Debakel schuld

Auch Servette war an St. Gallens Debakel schuld

«Solche Spiele wollen wir nicht noch einmal erleben», sagt St. Gallens Trainer Peter Zeidler nach der 1:5-Niederlage in Genf gegen Servette in einem Interview mit «Blue».

Agentur
sda
vor 1 Woche in
Fussball
Peter Zeidler wurde in Genf von der Ereignissen überrumpelt
Peter Zeidler wurde in Genf von der Ereignissen überrumpelt
KEYSTONE/SALVATORE DI NOLFI

Weder Zeidler noch seine Spieler wollen Solches jemals wieder erleben. Der Trainer am allerwenigsten. Er bereitet sich mit Gedanken und Konzepten auf ein wichtiges Spiel vor, stellt jeden einzelnen Spieler richtig ein - und muss nach weniger als einer halben Stunde zur Kenntnis nehmen, dass alle A- und B-Pläne nur noch Makulatur sind.

Am Ursprung des Debakels stand der unausweichliche Platzverweis gegen Jérémy Guillemenot. Wenngleich ohne erkennbare Absicht war er aus vollem Lauf auf den Fuss des Genfer Verteidigers Vincent Sasso getreten. Dies schon in der 2. Minute. Schon unzählige Mannschaften haben Platzverweise überstanden, ohne in den nachfolgenden gut 20 Minuten vier Gegentore einzufangen. Dennoch muss man den Ostschweizern zugute halten, dass ein derart frühes einschneidendes Ereignis schwieriger zu verkraften war als beispielsweise ein Platzverweis nach 60 oder 70 Minuten.

Mit zwei Aussagen im Interview deutete Peter Zeidler zumindest an, dass er mit dem Geschehen nicht einverstanden war. «Sicher ist, dass er (Guillemenot) niemandem wehtun wollte und dass der gegnerische Spieler überhaupt nicht verletzt ist.» Hier ignoriert Zeidler, dass es bei einem derart üblen Foul nur eine Frage von Glück und Pech war, ob sich der gegnerische Spieler schwer, leicht oder nicht verletzte. Anders gesagt: Ob sich ein Spieler verletzt oder nicht, kann kein Kriterium dafür sein, ob der Foulende ausgeschlossen wird oder nicht.

Zeidler sagte, dass seine Mannschaft nach dieser Szene mit elf Spielern hätte weiterspielen können, wenn der VAR nicht gewesen wäre. Das ist richtig, denn Schiedsrichter Stefan Horisberger konnte aus relativ weiter Distanz das Foul nicht schlüssig beurteilen. Zuletzt war es jedoch ein Musterbeispiel dafür, dass der Videoassistent im Sinn der Fairness das wirkliche Geschehen zutage führen und für Gerechtigkeit sorgen kann. Ohne den VAR hätte es im Extremfall sein können, dass die St. Galler trotz des Fouls im vollen Bestand weitergespielt hätten und Sasso ins Spital geführt worden wäre.

Am klaren Verdikt von 5:1 hatten auch die Servettiens ihren Anteil. Sie spielen schier von Woche zu Woche besser. Sie sind nebst YB jene Mannschaft, die ihr Gesicht auf diese Saison hin kaum verändert hat. Nach dem durchzogenen Start mit den Niederlagen gegen Lugano und in Basel scheint die Mannschaft von Trainer Alain Geiger in der Lage zu sein, sich in der Tabelle zu Zürich, Basel und YB zu gesellen.

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