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Die Schweiz hat bis zur EM noch Arbeit

Die Schweiz hat bis zur EM noch Arbeit

In den nächsten Stunden muss Vladimir Petkovic das definitive EM-Kader benennen. Etwas mehr Zeit hat er für die zweite Aufgabe: die Mannschaft bis zum EM-Start physisch in Top-Form zu bringen.

Agentur
sda
vor 3 Wochen in
Fussball

Bis spätestens am Dienstag, 23.59 Uhr, muss Nationaltrainer Vladimir Petkovic das definitive EM-Kader benennen. Von den 29 Spielern, die seit letztem Mittwoch in Bad Ragaz trainieren, muss er drei nach Hause schicken - einen Torhüter und zwei Feldspieler. Kopfzerbrechen bereitet Petkovic dieser Entscheid nicht. «Ich habe das Kader im Kopf, sofern es keine Verletzungen mehr gibt», sagte er am Sonntag nach dem 2:1 im Test gegen die USA.

Bei diesem zähen Kick liess Petkovic gar nicht erst zu, dass er sich nochmals wird hinterfragen müssen. Die 17 eingesetzten Schweizer haben ihr EM-Ticket sowieso auf sicher. Den designierten Abreisenden Gregor Kobel, Dan Ndoye und Andi Zeqiri dagegen gab Petkovic keine Gelegenheit, um sich im Spiel für eine EM-Teilnahme aufzudrängen. Die drei haben weiterhin noch nie für die Schweiz gespielt, eine Nicht-Berücksichtigung würde keinen Härtefall darstellen. Anders etwa als vor der EM 2016 und der WM 2018, als Silvan Widmer im letzten Moment aus dem Kader gestrichen wurde.

Apropos Widmer: Der Aussenverteidiger des FC Basel war einer der wenigen, der gegen die USA Punkte sammeln konnte. Er überzeugte in einer wenig motivierten und müden SFV-Auswahl mit Laufbereitschaft und Lust. In seiner besten Aktion bereitete er den 1:1-Ausgleich durch Ricardo Rodriguez mit einem sehenswerten Seitenwechsel vor.

Widmer könnte mit seinem Auftritt Petkovic womöglich ins Grübeln gebracht haben. Nicht betreffend EM-Aufgebot, aber wenn es darum geht, im Startspiel gegen Wales die rechte Seite zu besetzen. Zwar hat hier Kevin Mbabu die Nase vorn, doch ist diese Position tatsächlich noch mit einem Fragezeichen versehen. Es gab für Widmer also durchaus Gründe, den Test gegen die USA nicht als lästige Pflicht anzuschauen.

Ricardo Rodriguez und Xherdan Shaqiri können sich ihres Platzes in der Startformation sicher sein - und zeigten vielleicht deshalb wie so viele andere einen weitgehend uninspirierten Auftritt. Rodriguez schoss zwar ein Tor, blieb auf der linken Seite ansonsten aber ohne Einfluss und setzte auch noch einen Penalty neben das Tor. Shaqiri blieb während seines gesamten 45-minütigen Teileinsatzes blass.

Sowohl bei Rodriguez wie auch bei Shaqiri sind die Gründe für ihre Leistung aber auch im Verlauf der letzten Monate zu suchen. Keine anderen Schweizer kamen - obwohl nicht verletzt - im Klub seit den März-Länderspielen so selten zum Einsatz. Zwei Mal genau standen Rodriguez und Shaqiri auf dem Platz. 121 Minuten der Zürcher bei Torino, sogar nur 32 Minuten der Basler bei Liverpool.

Gegen die USA kämpften beide zudem mit kleinen physischen Problemen. Shaqiri wurde wegen einer Verhärtung der Muskeln ausgewechselt, Rodriguez spürte nach der Pause die fehlende Spielpraxis. «Diese beiden Wechsel waren nicht geplant», gab Petkovic zu. Besorgt ist der Coach deswegen nicht. Noch haben er und sein Staff zwölf Tage Zeit, Shaqiri, Rodriguez und Co. in Form zu bringen. Und das vielleicht grösste Schweizer Problem gegen die USA wird sich dann an der EM auch nicht stellen. Denn Petkovic hatte in St. Gallen erkannt: «Es hat der unbedingte Siegeswille gefehlt.»

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