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Die Sittener haben gelernt zu kämpfen

Die Sittener haben gelernt zu kämpfen

Die 35. Runde der Super League ist besonders für den FC Sion, das Schlusslicht, von kapitaler Bedeutung. Bei einer Niederlage in Lugano könnten die Walliser faktisch schon als Absteiger feststehen.

Agentur
sda
vor 4 Monaten in
Fussball

In der nächsten Saison könnte Sion erstmals seit 2005/06, seit 15 Jahren also, wieder dem Unterhaus angehören. Wenn die Sittener in Lugano verlieren, Vaduz jedoch gleichzeitig - alle Spiele der vorletzten Runde werden am Samstag um 20.30 Uhr angepfiffen - daheim gegen Servette siegt und St. Gallen ebenfalls zuhause gegen Lausanne-Sport mindestens einen Punkt holt, steht Sions Abstieg fest. Sollte St. Gallen verlieren, könnte Sion in der letzten Runde noch gleichziehen. Aber die Ostschweizer weisen derzeit noch die um drei Tore bessere Tordifferenz vor.

So weit will man im Wallis nicht vorausdenken, solange man den Ligaerhalt mit grösster Wahrscheinlichkeit aus eigener Kraft erreichen kann. Zu gut war das Gros der Leistungen, die die Mannschaft seit der Einsetzung von Trainer Marco Walker abgeliefert hat. Sion kann jetzt auch auf die wirkungsvolle Mithilfe von Guillaume Hoarau zählen, der noch im Herbst unter Trainer Fabio Grosso entweder verletzt war oder für das Fanionteam keine Rolle spielte. Hoarau ist ein Stürmer, der Spielzeit und Auslauf benötigt, damit er seine Fähigkeiten auch mit 37 Jahren vorführen kann. Er ist das schiere Gegenteil eines Jokers, wie zum Beispiel Seydou Doumbia ein vorzüglicher war. In Bern gibt es genug Leute, die es Grosso auf Anfrage hätten sagen können.

Marco Walker hat es erkannt, und eventuell noch rechtzeitig. Hoarau allein kann das Steuer für die Walliser indessen nicht mehr herumreissen. Walker musste und muss sich noch mehr einfallen lassen. Auf dem Platz ist zu sehen, dass die Spieler aus aller Herren Länder in diesen Wochen für das Wohl des Klubs kämpfen. Im jüngsten Heimspiel gegen Luzern (1:1) war die Leistung ungenügend, eine Niederlage wäre logisch gewesen. Dennoch schienen die Spieler an einen Punktgewinn zu glauben. Sie erreichten ihn ganz kurz vor Schluss.

Gegnerische Schwäche als Trumpf

Dass die Sittener guten Mutes sein dürfen, liegt zu einem guten Teil am Gegner vom Samstag. Der FC Lugano ist in einer offensichtlichen resultatmässigen Baisse. Die Tessiner verloren die vier letzten Spiele allesamt, und dies mit dem Torverhältnis von 0:8. Das letzte Tor der Tessiner liegt 378 Minuten zurück. Joaquin Ardaiz erzielte es beim 2:0-Heimsieg gegen St. Gallen am 21. April.

Auch als er früher in diesem Frühling noch erfolgreich war - beispielsweise mit vier Siegen und nur einer Niederlage in sechs Spielen -, bekam Cheftrainer Maurizio Jacobacci vom Präsidenten Angelo Renzetti nicht das Vertrauen ausgesprochen. Und vorderhand keine Verlängerung des Vertrags. Daran dürfte sich in der jüngsten Zeit des Misserfolgs nichts geändert haben. So könnte der Italo-Berner in eine Reihe von Trainern treten, die Lugano verlassen mussten, obwohl sie trotz zum Teil mässig guter Kader keineswegs versagt hatten. Andrea Manzo, Paolo Tramezzani und Fabio Celestini waren solche.

Die Super-League-Spiele vom Samstag im Überblick:

Basel - Zürich (bisherige Duelle der Saison: 0:1, 1:4, 0:2). - Samstag, 20.30 Uhr. - SR Bieri. - Absenzen: Klose (gesperrt), Xhaka, Jorge und Padula (alle verletzt); Tosin, Sobiech und Khelifi (alle verletzt). - Fraglich: - ; Omeragic. - Statistik: Der FCB will den für die europäischen Perspektiven wichtigen 2. Platz sicherstellen, der FCZ endlich die Zugehörigkeit zur Super League. Die Basler haben alle drei bisherigen Duelle der Saison mit den Zürchern verloren, aber die derzeitigen Leistungen sprechen für einen Sieg des FCB. Basel hat unter Trainer Patrick Rahmen nur eines der letzten sieben Meisterschaftsspiele verloren, Zürich hat dagegen nur eine von zehn Partien gewonnen.

Lugano - Sion (2:2, 1:1, 3:0). - Samstag, 20.30 Uhr. - SR Jaccottet. - Absenzen: Daprelà, Kecskes, Ardaiz und Abubakar (alle verletzt); Wesley, Bamert, Doldur und Kabashi (alle verletzt). - Fraglich: - ; Lacroix und Tupta. - Statistik: Die Baisse des FC Lugano ist offensichtlich: fünf Niederlagen in den letzten sechs Spielen, zuletzt vier am Stück ohne einen einzigen Torerfolg. Die Sittener dagegen lehnen sich unter dem neuen Trainer Marco Walker mit aller Macht gegen den drohenden Abstieg nach 15 Jahren Zugehörigkeit zur Super League auf. In den letzten sechs Runden liessen sie sich einzig in Bern von YB bezwingen.

St. Gallen - Lausanne-Sport (2:2, 1:0, 3:4). - Samstag, 20.30 Uhr. - SR San. - Absenzen: Kräuchi (verletzt); Turkes, Da Cunha, Geissmann, Elton Monteiro, Nanizayamo, Zohouri, Falk und Mastil (alle verletzt). - Fraglich: Muheim; - . - Statistik: Die gute und sogar überzeugende Leistung in der zweiten Halbzeit beim 2:2 im Letzigrund gegen den FCZ müsste den Ostschweizern so viel Vertrauen in die eigene Fähigkeiten zurückgebracht haben, dass sie gegen Lausanne-Sport bestehen können, obwohl die Waadtländer mit nur zwei Niederlagen in den letzten zehn Runden zu den erfolgreicheren Mannschaften der jüngsten Zeit gehören. Trainer Giorgio Contini, in Lausanne für die Zukunft nicht mehr erwünscht, könnte in den letzten Runden noch für sich selber werben.

Vaduz - Servette (0:2, 1:1, 2:1). - Samstag, 20.30 Uhr. - SR Hänni. - Absenzen: Simani (gesperrt), Hug und Wieser (beide verletzt); Koné, Sasso (beide gesperrt), Kyei, Ondoua, Guerin und Henchoz (alle verletzt). - Statistik: Nach einer sehr guten Phase mit fünf Siegen am Stück ist Servette unkonstant geworden. Siegen in Lugano und zuhause gegen die Young Boys folgten Niederlagen mit je drei Toren Unterschied in Luzern und - besonders bitter - im Stade de Genève gegen Lausanne-Sport. Die Vaduzer dürfen sich durch die jüngste Heimniederlage gegen YB nicht aus dem Tritt bringen lassen, dann haben sie weiterhin gute Chancen, als überraschender Aufsteiger ebenso überraschend in der Super League zu bleiben.

Young Boys - Luzern (2:1, 3:2, 2:2). - Samstag, 20.30 Uhr. - SR Schärer. - Absenzen: Lustenberger, Elia, Moumi Ngamaleu, Maier und Petignat (alle verletzt); Burch (gesperrt), Schulz, Ndenge, Alabi und Binous (alle verletzt). - Fraglich: Siebatcheu; Schaub und Frydek. - Statistik: Im Herbst der Saison 2018/19 brachte der FCL den Young Boys eine Heimniederlage bei. Seither haben die Berner im Wankdorf nur noch eines von 47 Meisterschaftsspielen verloren, jenes beim 1:2 gegen Servette letzten Herbst. Luzern ist mitten in einem Hoch: vier Siege am Stück, umrahmt von zwei Unentschieden. Die Luzerner haben sich innerhalb der Saison vom Abstiegskandidaten zum Anwärter auf einen Platz im Europacup entwickelt.

Rangliste: 1. Young Boys 34/78 (65:25). 2. Basel 34/50 (56:49). 3. Servette 34/47 (41:53). 4. Luzern 34/46 (59:52). 5. Lausanne-Sport 34/46 (50:46). 6. Lugano 34/43 (35:40). 7. Zürich 34/40 (49:52). 8. St. Gallen 34/38 (38:47). 9. Vaduz 34/36 (34:51). 10. Sion 34/35 (43:55).

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