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Der FC Sion kennt den Abstiegskampf von Grund auf

Der FC Sion kennt den Abstiegskampf von Grund auf

Wie der FC Vaduz ist auch Sion unablässig im Abstiegskampf der Super League. Die Sittener benötigen am Sonntag bei Meister YB einen Sieg, um Vaduz, den Vorletzten, einzuholen.

Agentur
sda
vor 4 Monaten in
Fussball
Viel Luft hat Sions Cheftrainer Marco Walker im Kampf gegen den Abstieg nicht mehr
Viel Luft hat Sions Cheftrainer Marco Walker im Kampf gegen den Abstieg nicht mehr
KEYSTONE/URS FLUEELER

Marco Walker hat seinen ersten Sieg als Trainer des FC Sion am Donnerstagabend auf eine für einen Abstiegskandidaten atypische Weise gefeiert. Die Walliser siegten auswärts in Genf in einem Achttore-Spiel 5:3, wobei beide Teams ihre Verteidigungsaufgaben nach der Pause komplett ignorierten. Walker sprach nach Spielschluss im TV-Interview mit dem Schweizer Fernsehen SRF die mangelnde Abwehrleistung an, er wolle bei fünf geschossenen Toren allerdings ein Auge zudrücken, sagte der 50-Jährige. In seiner Aussage schwang die Essenz des Abstiegskampf mit: Wie die Punkte zur Rettung eines Klubs zustande gekommen sind, interessiert nach dem Klassenerhalt keinen.

Das Walliser Schlusslicht hat sechs Runden vor dem Ende der Saison mit dem Sieg gegen Servette das benötigte Lebenszeichen von sich gegeben, drei Punkte beträgt die Differenz zum Barrage-Platz des FC Vaduz noch. In der entscheidenden Phase könnte Sion zupass kommen, was auch für die Liechtensteiner gilt: Sie kennen in dieser Saison praktisch nichts anderes als die unterste, gefährliche Tabellenregion. Während Vaduz nie über den Vorletzten-Platz hinaus kam, war für die Sittener ein 7. Rang kurz nach Saisonstart das Hochgefühl.

Für den ebenfalls gefährdeten FC Zürich gilt das nicht. Der FCZ arbeitete sich nach der Entlassung von Ludovic Magnin unter Massimo Rizzo auf einen Europacup-Platz vor. Am Sonntag treten die Zürcher in Luzern an.

Die Super-League-Spiele vom Sonntag im Überblick:

Luzern - Zürich (2:1, 0:0, 0:2). - Sonntag, 16.00 Uhr. - SR Bieri. - Absenzen: Binous, Ndenge, Schulz (verletzt); Khelifi, Sobiech (verletzt); - Fraglich: Schwegler; Schönbächler. - Statistik: Sowohl die Zentralschweizer wie auch die Zürcher brauchen einen Sieg, um so rasch wie möglich aus dem Abstiegskampf auszutreten. Derzeit trennt den Tabellen-6. Luzern und den FCZ im 7. Rang nur ein Punkt. Der FCL hat nach einer Schwächephase mit vier sieglosen Spielen zuletzt zweimal nicht verloren. Die Zürcher warten derweil seit sechs Spielen auf einen Sieg. Bei der 1:2-Niederlage am Donnerstag gegen YB zeigte sich der FCZ allerdings von seiner besseren Seite.

Lugano - Servette (1:1, 1:1, 1:1). - SR Cibelli. - Sonntag, 16.00 Uhr. - Absenzen: Maric (gesperrt), Baumann (verletzt); Diallo, Sauthier (gesperrt), Antunes, Henchoz (verletzt). - Fraglich: Guidotti, Macek; Cespedes, Clichy, Mendy. - Statistik: Der sicherste Tipp für den Ausgang des Spiels um den Startplatz zur Qualifikation der drittklassigen Conference League ist ein 1:1-Patt. In den ersten drei Duellen teilten sich die Tessiner und die Genfer die Punkte immer mit diesem Resultat. Die zuletzt gezeigten Leistungen lassen allerdings eher die Tessiner hoffen. Servette spielte die letzten zwei Spiele gegen Basel (0:5) und am Donnerstag gegen Schlusslicht Sion (3:5) mit einer zu nachsichtigen Abwehr. Fünf Gegentore gegen die zweitbeste Abwehr der Liga können sich die Genfer nicht leisten.

Young Boys - Sion (0:0, 2:1, 3:0). - Sonntag, 16.00 Uhr. - SR Tschudi. - Absenzen: Aebischer, Lefort (gesperrt), Lustenberger, Petignat (verletzt); Iapichino (gesperrt), Abdellaoui, Doldur, Kabashi, Vlasenko, Wesley (verletzt). - Fraglich: -; Clemenza. - Statistik: Die Ausgangslage könnte klarer nicht sein: Meister YB empfängt Schlusslicht Sion. Unter Marco Walker kamen die Walliser am Donnerstag gegen Servette (5:3) aber im fünften Versuch endlich zum ersten Sieg. Die Frage in Bern wird also sein: Lassen die bereits als Meister feststehenden Berner ihren Worten Taten folgen und gehen sie auch gegen das gegen den Abstieg kämpfende Sion in die Vollen, oder wollen sie lieber doch nicht mehr alles riskieren? Die Leistung beim 2:1-Sieg in Zürich vom Donnerstag spricht eher für Zweites. Jedoch müssten die Walliser schier ein Wunder vollbringen, um im Wankdorf zu gewinnen. Dort siegten sie in der Meisterschaft nämlich letztmals im August 1996, vor fast 25 Jahren. Aus den letzten 18 Duellen mit YB (in Sitten wie in Bern) holten sie nur gerade einen Punkt.

Rangliste: 1. Young Boys 30/69 (58:22). 2. Basel 31/44 (53:47). 3. Lugano 30/43 (35:32). 4. Servette 30/41 (37:45). 5. Lausanne-Sport 31/41 (43:42). 6. St. Gallen 31/37 (36:41). 7. Luzern 30/36 (50:49). 8. Zürich 30/35 (41:45). 9. Vaduz 31/33 (31:47). 10. Sion 30/30 (37:51).

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