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Nichts Neues vom FCB, also Schlechtes

Nichts Neues vom FCB, also Schlechtes

Nichts Neues vom FC Basel. Eine Kampfbereitschaft, wie sie die Protagonisten im Seilziehen um die Kontrolle über den Klub zeigen, würde den Spielern auf dem Platz gut anstehen.

Agentur
sda
vor 1 Woche in
Fussball
Ciriaco Sforza sieht von seiner Mannschaft abermals eine ungenügende zweite Halbzeit
Ciriaco Sforza sieht von seiner Mannschaft abermals eine ungenügende zweite Halbzeit
KEYSTONE/PATRICK STRAUB

Ein Spiel wie jedes andere. Früher hiess das, auf den FC Basel bezogen: gewinnen, gewinnen, gewinnen. Ein Basler Spiel wie jedes andere besteht in dieser Saison schon lange und immer häufiger aus katastrophal schwachen zweiten Halbzeiten und aus Nicht-Gewinnen, Nicht-Gewinnen, Nicht-Gewinnen.

Genau so war es beim Auftritt der Basler gegen die vergleichsweise anonymen Vaduzer. Nach ihrem Ausgleich zum 1:1 nach 56 Minuten hörten die Rotblauen einmal mehr auf zu spielen. Die Vaduzer scheiterten in den letzten 20 Minuten dreimal am besten Basler, Heinz Lindner, bevor der Goalie in der Nachspielzeit gegen den Kopfball von Yannick Schmid nichts ausrichten konnte.

Wie ist es möglich, dass die mit vielen erfahrenen Spielern ausgestattete Mannschaft ein ums andere Mal in der zweiten Halbzeit versagt und reihenweise Spiele nach guten ersten Halbzeiten aus der Hand gibt. Ciriaco Sforza wird, wie es jeder Trainer tut, die Spieler abermals einschwören und ihnen für das Spiel nach der Pause die Taktik vorgeben - ohne dass er die anfängliche Taktik zwingend ändern muss. Seit einigen Monaten kommt es fast ausnahmslos nicht gut heraus. Ein Zyniker könnte einwerfen, dass sich der Erfolg einstellen würde, wenn die Spieler das Gegenteil von dem täten, was der Trainer vorgibt. Das käme vermutlich auch nicht gut heraus. Aber ein Phänomen sind die unsäglichen zweiten Halbzeiten des FCB allemal.

Sforza zählt jetzt wieder auf Valentin Stocker, der nach der Blamage im Cup gegen Winterthur (2:6) suspendiert worden war. Im TV-Interview vor dem Spiel gegen Vaduz lobte Sforza den Captain in höchsten tönen. Als Persönlichkeit, als erfahrenen Spieler, auf den man nicht verzichten kann. Nach diesen Worten konnte man sich fragen, wieso der Luzerner denn überhaupt suspendiert worden war. So schweben über dieser jetzt beendeten Posse am Rheinknie lauter Fragezeichen. Wer hat Stocker suspendiert? Warum wurde Stocker suspendiert? Wer hat Stocker begnadigt? Die Öffentlichkeit weiss es nicht. Aber jetzt, wo offenbar wieder alles in Minne verläuft, sind die Antworten nicht mehr wichtig.

Wichtiger aus Basler Sicht ist die Position in der Tabelle. Der angestrebte zweite Platz ist trotz des anhaltenden Tiefs der Rotblauen immer noch in Reichweite. Aber der Blick in den Rückspiegel ist ebenfalls vonnöten. Der aufdrehende Aufsteiger Vaduz belegt jetzt den Barrage-Platz mit nur noch sieben Punkten Rückstand auf Basel. Und zu spielen sind noch neun Runden. Der FCB kann, erst recht in der jetzigen sportlichen Verfassung, seiner Sache nicht sicher sein. So wenig wie arrivierte Superligisten wie Luzern, St. Gallen und Zürich. Wenn der Kampf um die Meisterschaft schon längst entschieden ist, dürfen sich die neutralen Fans auf Spannung im Kampf gegen den Abstieg freuen.

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