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Christian Gross packt seine schwierige Aufgabe an

Christian Gross packt seine schwierige Aufgabe an

Christian Gross nimmt den wohl schwersten Auftrag seiner Trainerkarriere an. Er soll das desolate Schalke vor dem Abstieg bewahren. Die Mission startet am Samstag mit dem Spiel bei Hertha Berlin.

Agentur
sda
vor 2 Wochen in
Fussball
Mit 66 Jahren noch voller Energie: Christian Gross
Mit 66 Jahren noch voller Energie: Christian Gross
KEYSTONE/EPA/NOUFAL IBRAHIM

Wenn man seit fast einem Jahr kein Meisterschaftsspiel gewonnen hat, hält man sich auch an kleinen Dingen fest. Die Hoffnungsträger von Schlusslicht Schalke 04 sind ein eigentlich schon zurückgetretener Trainer-Routinier, der seit zehn Jahren nicht in der Bundesliga gearbeitet hat, und ein neuer alter Linksverteidiger, der seit September kein Liga-Spiel absolviert hat.

Doch der neue Coach Christian Gross, der am Samstag um 18.30 Uhr bei Hertha sein Bundesliga-Comeback nach 3744 Tagen gibt, und der noch nicht spielberechtigte Rückkehrer Sead Kolasinac bringen durchaus ein bisschen Hoffnung. Der 66-jährige Gross soll die Erfahrung und Souveränität mitbringen, die seinen deutlich jüngeren Vorgängern David Wagner und Manuel Baum im hektischen und angespannten Schalker Umfeld fehlten.

Der für ein halbes Jahr von Arsenal ausgeliehene Kolasinac soll mit Schnelligkeit und Robustheit vermisste Tugenden ins Spiel bringen. Er sorgte durch die auf Schalke so wichtige nostalgische Note als ehemaliger Junior und verlorener Sohn mancherorts sogar für Euphorie. «Wir sind richtig stolz, dass mit ihm ein echter Schalker heimkehrt», sagte Sportvorstand Jochen Schneider: «Sead verkörpert genau die Werte, die Schalke auszeichnen und die im Kampf um den Klassenerhalt elementar sind: ein unbändiger Wille und ein starker Charakter.»

Der Internationale Bosnien-Herzegowinas, der die Rückkehr als «absolute Herzensangelegenheit» bezeichnete, könnte auch direkt Captain werden. In Berlin wird der 27-Jährige, der bei Arsenal in der laufenden Premier-League-Saison nur einmal zum Einsatz kam, wegen der Transferregeln noch fehlen.

Also sind am Samstag alle Augen auf den Zürcher Christian Gross gerichtet, der seinen höchsten Bundesliga-Sieg als Bochumer Spieler 1981 einst mit 6:0 beim späteren Absteiger Schalke feierte. Doch im Gegensatz zu seinem Vorgänger Baum, der mit markanten Worten und blumiger Sprache Reize anbringen wollte, setzt der Routinier komplett auf Sachlichkeit. Nach 29 Spielen ohne Sieg - zum Negativrekord von Tasmania Berlin fehlen nur noch zwei - sei es freilich eine «spezielle Mission». Aber wenn die Mannschaft alles aus sich raushole, sei er vom Klassenerhalt «felsenfest überzeugt».

Dieser könnte dem langjährigen GC-Spieler Gross, der seine Karriere im Mai eigentlich schon für beendet erklärt hatte, sogar eine Weiterbeschäftigung sichern. «Ich habe noch sehr viel Energie», versicherte er. «Wir werden sehen, was die Zukunft bringt.»

Die Zeiten der Worte sind vorbei auf Schalke. Nun müssen Taten folgen. «Mit klarer Linie» solle und werde der als harter Hund bekannte Gross arbeiten, sagte Schneider, der diesen noch aus gemeinsamen Stuttgarter Zeiten kennt.

Gross bekommt für seine schwierige Mission Unterstützung durch einen erfahrenen Assistenten. Rainer Widmayer erhält einen Vertrag bis zum Saisonende, wie der Club mitteilte. Der 53-jährige Deutsche ist seit 20 Jahren als Assistent tätig. Er arbeitete unter anderem bei Hertha Berlin, Hoffenheim und Stuttgart.

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