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Terminstress in der Qualifikation und die EM in England?

2020 endet(e) aus Schweizer Sicht mit einer Hängepartie. Wie wertet die UEFA das abgesagte Spiel in der Nations League gegen die Ukraine? Wann, was, wie, wer, wo? Fünf Fragen rund um das Nationalteam.

Agentur
sda
Mittwoch, 18. November 2020, 11:57 Uhr Fussball
In rund vier Monaten stehen sie wieder stramm: Das Schweizer Nationalteam vor dem Spiel am letzten Samstag gegen Spanien
In rund vier Monaten stehen sie wieder stramm: Das Schweizer Nationalteam vor dem Spiel am letzten Samstag gegen Spanien
KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS

Wann ist der nächste Termin?

Schon am 7. Dezember steht das Nationalteam wieder im Fokus. Dann werden in Zürich in einer virtuellen Zeremonie am Sitz der FIFA die Gruppen der Qualifikation für die WM 2022 ausgelost. Die ersten Spiele werden zwischen dem 24. und 31. März 2021 ausgetragen; das Programm startet mit zwei oder drei Partien innerhalb von einer Woche. Die Schweiz hat es mit ihrem sieglosen Jahr 2020 verpasst, den Platz in den Top 10 Europas zu verteidigen. Deshalb wird sie nicht als Gruppenkopf gesetzt sein.

Was bedeutet Topf 2?

Es macht den Weg an die Endrunde nicht leichter. Nur der Gruppensieger qualifiziert sich direkt - und das bei möglichen Gegnern wie Frankreich, Spanien, Italien, Belgien oder England. Der Gruppenzweite bestreitet im März 2022 die Playoffs um die letzten drei WM-Plätze. Die Schweizer wünschen sich Dänemark aus Topf 1. Die Schweiz war in den letzten sechs WM- oder EM-Qualifikationsphasen nur einmal als Gruppenkopf gesetzt (EM 2020 bzw. 2021). Teilweise war sie sogar im Topf 3. Trotzdem hat sie sich mit einer Ausnahme (EM 2012) immer für die Endrunde qualifiziert, weil sie oft Losglück hatte. Beispielsweise 2010 mit Griechenland aus Topf 1 und Israel aus Topf 2 oder 2014 mit Norwegen als Gruppenkopf.

Wie ist das Länderspieljahr 2021 strukturiert?

Grundsätzlich gleich wie immer - mit Zeitfenstern für Nationalteams Ende März, im Juni (EM-Endrunde), Anfang September, Anfang Oktober und Mitte November. Die WM-Qualifikation wird im März, September, Oktober und November gespielt mit je drei Spielen im März und September sowie je zwei Spielen im Oktober und November. Kommt die Schweiz in eine Fünfergruppe, hat sie nur acht Spiele zu bestreiten. Dann wäre möglich, dass sie im März oder September nur zwei Spiele zu absolvieren hat und im Oktober oder November nur eines. Die vier Gruppensieger der Nations League (eingeteilt in eine der fünf Fünfergruppen) bestreiten im Oktober keine Qualifikationsspiele. Sie sind dann beim Finalturnier der Nations League engagiert.

Wer entscheidet über das Ukraine-Spiel?

Der Fall liegt bei der Kontroll-, Ethik- und Disziplinarkommission der UEFA. Diese holt nun Stellungnahmen des Schweizer und ukrainischen Verbandes ein. Es gibt drei Möglichkeiten. Die Schweiz erwartet einen 3:0-Forfaitsieg. Die Ukrainer drängen auf einen Losentscheid (1:0, 0:1 oder 0:0). Theoretisch wäre auch eine Neuansetzung möglich. Das Spiel müsste 2021 über die Bühne gehen. Je nach Spielplan in der WM-Qualifikation wäre ein Termin in einem der vier Zeitfenster im März, September, Oktober oder November denkbar. Wann ein Urteil vorliegt, ist ungewiss. Es könnte durchaus mehrere Wochen dauern. Die Zeit drängt grundsätzlich nicht. Es geht darum, ob die Schweiz oder die Ukraine in die Liga B der Nations League absteigt. Die nächste Austragung beginnt erst im Juni 2022.

Wo findet nun die EM statt?

Plan A bleibt das paneuropäische Turnier in zwölf Ländern. Die Schweiz spielte dann in der Vorrunde in Baku gegen Wales und die Türkei sowie in Rom gegen Italien. Aufgrund der weiterhin unsicheren Entwicklung der Corona-Pandemie denkt die UEFA über Ersatzlösungen nach. Vor zwei Wochen hiess es, die UEFA rede mit Russland über eine Durchführung der EM beim WM-Gastgeber von 2018. Dann meldete der «Daily Mirror», England sei eine Option. Die UEFA nahm dazu nie Stellung. Nur über eine Option wurde nie mehr spekuliert: dass nämlich die EM auch im Sommer 2021 nicht stattfinden könnte.

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