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YB und Basel brauchen noch je einen Sieg

In je einem Heimspiel bekommen die Young Boys und der FC Basel am Donnerstag die Möglichkeit, in die Gruppenphase der Europa League vorzustossen. YB spielt gegen Tirana, Basel gegen CSKA Sofia.

Agentur
sda
Donnerstag, 01. Oktober 2020, 07:52 Uhr Fussball

«Wir müssen von Spiel zu Spiel schauen», sagte Basels neuer Trainer Ciriaco Sforza nach dem 2:2 gegen Vaduz zum Auftakt der Meisterschaft. Es ist eine Banalität, die viele Trainer sehr oft von sich geben. In dieser Woche aber ist es im Fall von Sforza keine Selbstverständlichkeit. Bevor er die Aufgabe in der Europa-League-Qualifikation angehen konnte, musste er zuerst den Match vom Sonntag, die 0:1-Niederlage gegen Servette in Genf, aus dem eigenen Kopf bringen. Er enervierte sich heftig über Entscheide des Schiedsrichters und über das Vorgehen des VAR.

Am Montagabend war der Ärger noch längst nicht verraucht. In der Gesprächsrunde «FCB total» auf Telebasel beging Sforza ein Foul, indem er dem jungen Schiedsrichter Luca Piccolo in klaren Worten unterstellte, er habe das fragliche Hands, das zum Penalty und zum Genfer Siegestor führte, gar nicht sehen können. Zwei Spieler hätten dem Referee die Sicht versperrt. Sforza suggerierte, der Schiedsrichter habe nur auf Penalty entschieden, weil die Servettiens einen solchen verlangt hätten. Wie übel die Unterstellung war, zeigte sich am Standbild. Piccolo hatte dank der deutlichen Lücke zwischen den vor ihm stehenden Spielern eine tadellose Sicht auf die Aktion. Und Piccolo zeigte auf den Penaltypunkt, kaum hatte der Ball den Arm des Baslers berührt.

Die Basler Spieler können es dieser Tage brauchen, wenn ihr Trainer tatsächlich von Spiel zu Spiel schaut und das abgepfiffene Spiel hinter sich lässt.

Das einstige kommunistische Armeespielzeug CSKA Sofia ist mit 31 Titeln unangefochten Bulgariens Rekordmeister. Aber seit dem letzten Titel sind zwölf Jahre vergangen. Ludogorez Rasgrad dominiert nach Belieben, während CSKA 2015 wegen Überschuldung in die 3. Division relegiert wurde. In zwei Schritten kehrte der Klub in die 1. Division zurück. Heute verfügt der Klub über ein sehr internationales und junges Kader, in dem nur drei von 27 Spielern älter als 30 sind.

Der auf dem Transfermarkt teuerste Spieler ist Younousse Sankharé. Der 31-jährige senegalesisch-französische Mittelfeldmann spielte vor seinem Wechsel nach Bulgarien in diesem Sommer ausschliesslich in Frankreich, so bei Paris Saint-Germain, Reims, Lille und zuletzt Bordeaux.

Die Bulgaren haben in der Qualifikation schon drei Runden - jeweils in einem einzigen Spiel - absolviert. Jedes Mal konnten sie daheim spielen. Sie schalteten Mannschaften aus Malta und von den Färöern aus und dazwischen mit 2:0 den fünfmaligen Champions-League-Teilnehmer BATE Borissow aus Weissrussland.

Ciriaco Sforza dürfte besonders darauf achten, dass seine Spieler nicht abermals in der zweiten Halbzeit sehr stark nachlassen, wie sie es in Osijek und daheim gegen Anorthorsis Famagusta getan haben.

YB gegen einen Nobody

Für die Young Boys ist das Weiterkommen gegen KF Tirana ein Muss. Tirana wurde heuer nach einem Unterbruch von elf Jahren wieder Meister, nachdem Skenderbeu Korça den albanischen Fussball jahrelang beherrscht hatte. Die Mannschaft ohne jeden allgemein bekannten Spieler setzte sich in der 1. Runde der Champions-League-Qualifikation auswärts beim renommierten Dinamo Tiflis durch, bevor sie daheim gegen Roter Stern Belgrad mit 0:1 scheiterte.

Zum Kader gehört der in Zürich aufgewachsene Stürmer Albion Avdjaj, ein früherer GC-Junior, der auch bei Vaduz und später in Ungarn und Dänemark spielte. Kein Spieler des Kaders hat einen geschätzten Transferwert von über einer halben Million Franken.

Für YBs Trainer Gerardo Seoane wird es unter anderem darum gehen, eine gute Lösung für die Aufstellung im Mittelfeldzentrum zu finden, weil der Fixstarter Michel Aebischer bis zu sechs Wochen verletzungshalber ausfällt.

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